14 November 2009, 13:12
Mutter Angelica - Eine Nonne schreibt Fernsehgeschichte
 
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"Mr. Corazzini, ich bin Mutter Angelica vom Kloster Unsere Liebe Frau von den Engeln, und ich möchte gerne einen Fernsehsender errichten." Leseprobe 2 aus dem neuen Buch über Mutter Angelica von Raymond Arroyo / Nachrichtendirektor von EWTN.

Wien (www.kath.net) Ende 1979 wurden Mutter Angelicas vorab aufgenommene Sendungen in einigen Lokalnetzen des Privatfernsehens und landesweit über CBN gesendet. Kurz zuvor hatte sie in Atlanta fünfzig Folgen einer neuen Serie aufgenommen.

Da Mutter Angelica sich nicht sicher war, was sie mit dem ständig wachsenden Vorrat an Bändern anfangen sollte, schrieb sie an alle Bischöfe der Vereinigten Staaten und bot ihnen kostenlose Kopien ihrer Aufnahmen zu Ausbildungszwecken oder zur Wiederausstrahlung an. Mutter Angelicas Worten zufolge antwortete kein einziger Bischof.

Sie brauchte einen Verteiler, eine Möglichkeit, um die Gläubigen in den Kirchenbänken zu erreichen. Das Privatfernsehen kam wegen der hohen Kosten nicht in Frage. Deshalb verfolgte Mutter Angelica ihre Idee weiter, ihre Sendungen über Satellit in Umlauf zu bringen.

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Als sie sich eines Tages mit einem Ingenieur, einem der fünf Teilzeitangestellten, die im Kloster arbeiteten, darüber beriet, fragte sie: „Wie kommt man von hier, von Birmingham aus, dorthin [hoch zum Satelliten]?“
„Sie brauchen eine Satellitenschüssel, Sie brauchen eine Lizenz, Sie brauchen eine Luftraumüberwachung und Sie brauchen einen Rechtsanwalt“, erzählte er der aufmerksamen Nonne.

„Was kommt zuerst?“
„Der Rechtsanwalt.“
Angelica besorgte sich eine Kabelfernsehzeitschrift und überflog die Namen der Rechtsanwälte, die sich auf das Fachgebiet der Nachrichtenübertragung auf Bundesebene spezialisiert hatten, bis sie auf das Anwaltsbüro von Pepper und Corazzini stieß.

„Ich dachte, ich wollte lieber einen Italiener nehmen, damit wir uns verstehen konnten, deshalb rief ich dort an“, sagte sie.
Nach einigen Versuchen nahm Roberto Corazzini ihren Anruf entgegen. Corazzini war ein Anwalt, der wusste, wie man mit der Federal Communications Commission (FCC – eine unabhängige Behörde in den USA, die die Kommunikationswege Radio, Fernsehen, Satellit und Kabel regelt, Anm. d. Ü.) umgehen musste. Er erwarb Lizenzen für mehrere Fernsehgesellschaften und vertrat diese im Zuge der aufkommenden Kabelübertragung, so auch Ted Turner, den Gründer des Nachrichtensenders CNN (Cable News Network).

„Mr. Corazzini, ich bin Mutter Angelica vom Kloster Unsere Liebe Frau von den Engeln, und ich möchte gerne einen Fernsehsender errichten.“
Am anderen Ende der Leitung blieb es merklich still.
„Wie bitte?“, fragte Corazzini. Mutter Angelica erläuterte noch einmal ihr Ansinnen.

Trotz seiner Zurückhaltung war der Rechtsanwalt einverstanden, nach Birmingham zu kommen, um mit der Oberin die juristischen Möglichkeiten zu besprechen.
„Ich erinnere mich, wie ich im Kloster mit Mutter Angelica und Schwester Raphael in einer kleinen Küche bei einer Tasse Kaffee zusammensaß, und wie wir die Vorgehensweise mit der FCC besprachen“, erzählte Corazzini.

Als der Anwalt jedoch von der Ernsthaftigkeit von Mutter Angelicas Vorhaben überzeugt war, gab er ihr nur eine Warnung mit auf den Weg: „Wenn Sie erst einmal damit beginnen, gibt es keinen Weg zurück. Haben Sie das verstanden?“ Mutter Angelica nickte, und Corazzini war damit einverstanden, ihr zu helfen.

Über ihre Zusammenarbeit sagte Corazzini: „Das Großartige an Mutter Angelica war ihr absolutes Vertrauen, dass es funktionieren würde. Solange wir uns einsetzten, würde Gott schon für alles sorgen.“

Als Corazzini ihre Sendelizenz in Washington D.C. beantragte, flog Mutter Angelica im Januar 1980 nach North Carolina. Ihr Reiseziel war PTL (Praise The Lord – „Lobet den Herren“), ein protestantischer Fernsehsender, der von Jim Bakker, einem Pastor der Assemblies of God („Versammlungen Gottes“ – die weltweit größte Pfingstbewegung, Anm. d. Ü.) und seiner Frau Tammy Faye gegründet worden war.

Mutter Angelica war das ganze Jahr 1979 hindurch mehrere Male bei PTL aufgetreten, hatte viel Zustimmung gefunden und war bei Zuschauerumfragen einer der Favoriten.

Bei einer der Sendungen erzählte sie Bakker: „Ich bin davon überzeugt, dass Gott Trottel sucht! In mir hat er einen gefunden! Es gibt ja eine ganze Menge kluger Leute da draußen, die wissen, dass man es nicht schaffen kann, daher machen sie es auch nicht. Aber ein Trottel weiß eben nicht, dass man es nicht schaffen kann. Gott benutzt Trottel: Menschen, die bereit sind, sich lächerlich zu machen, damit Gott das Wunderbare vollbringen kann.“

Raymond Arroyo
Mutter Angelica
Eine Nonne schreibt Fernsehgeschichte
Geb., 440 Seiten
19,90 Euro


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