Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Nach Berliner Stromausfall: „Herr Erzbischof Koch, wir warten auf Ihre Stellungnahme“
  2. Rechtsanwalt Steinhöfel: Maduro war ohne legales Amt, hatte keine völkerrechtliche Immunität mehr
  3. Katholik kritisiert „Schleimjesus“-Fernsehgottesdient mit direktem Brief an verantwortlichen Pfarrer
  4. Kard. Woelki: „Bin überzeugt, dass ‚Evangelisierung‘ das zentrale Thema von Leos Pontifikats wird“
  5. THESE: "Die Theologie der letzten Jahrzehnte hat versagt!"
  6. Santo Subito: Historiker Hesemann plädiert für schnelle Seligsprechung Benedikts XVI.
  7. Unter den kroatischen Katholiken wächst Grundsatzkritik
  8. „Nicht nur Israels Kampf… es ist der Kampf unserer gemeinsamen jüdisch-christlichen Zivilisation“
  9. Direkt nach dem Jahreswechsel brannte die Amsterdamer Vondelkirche lichterloh
  10. 2025 wurden 46 römisch-katholische Kirchen und Kapellen in Deutschland profaniert
  11. Der Stern stört Jerusalem. Epiphanie und die Ruhe der Gewöhnten
  12. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“
  13. „In seinem Pontifikat war Benedikt XVI. einer der größten Theologen auf der Cathedra Petri“
  14. Streit um Papstkreuz im Wiener Donaupark
  15. Schweiz: Bischöfe beten für Opfer der Brandkatastrophe in Skiort

Nichttheologische Gründe, warum der Papst gegen Kondome sein muss!

20. März 2009 in Aktuelles, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Würde der Papst hergehen und den Gebrauch von Kondomen erlauben, so würde er sich mitschuldig machen, wenn jemand seinem Rat folgt und sich dann infiziert - Ein Kommentar von Dr. Helmut Prader


St. Pölten (kath.net)
In den letzten Tagen hat es vielfach mediale Aufregung über eine Aussagen des Papstes gegeben. Bei einer Pressekonferenz während des Fluges nach Afrika sagte der Papst, die AIDS-Epidemie in Afrika könne nicht mit der Verteilung von Verhütungsmitteln gelöst werden. Im Gegenteil vertiefe dies die Probleme nur.

Vielfach wird von verschiedenen Seiten in der Öffentlichkeit behauptet, die Verwendung von Kondomen könne der AIDS-Epidemie Einhalt gebieten. Die Verhütungskampagnen erwecken den Eindruck, als wäre die Verwendung von Kondomen DER Schutz gegen AIDS. Genau betrachtet wird mit dem Slogan vom „Safer sex“ etwas anderes verstanden, als das Wort eigentlich bedeutet. „Safer sex“ bedeutet „sichererer Sex“, „Safe sex“ hingegen „sicherer Sex“.

Es wird wohl niemand leugnen, dass der Kondomgebrauch einen gewissen Schutz vor der Ansteckung mit dem HIV-Erreger bedeutet. Wir sind jedoch weit davon entfernt, von einem absoluten Schutz ausgehen zu können. So wird es aber oftmals verstanden, wenn einfach behauptet wird, AIDS wäre einzudämmen, würden nur alle Kondome verwenden, die HIV-positiv sind.

Das „Restrisiko“ aller Verhütungspraktiken hinsichtlich „unerwünschter“ Schwangerschaften wird mit dem Pearl-Index (PI) angegeben. Pearl-Index 5 etwa bedeutet: wenn 100 Paare eine bestimmte Form der Verhütung praktizieren, so werden dennoch fünf dieser Paare innerhalb eines Jahres schwanger.


Kondome haben je nach Untersuchung einen Pearl-Index von 3-12. Kondome sind effektiv kein absoluter Schutz vor „unerwünschten“ Schwangerschaften. Die Gründe dafür sind vielfältig. Dazu kommt aber: der Größenunterschied vom HIV-Erreger und einem Spermium liegt bei 1:480! Das bedeutet anders gesagt, dass ein HIV-Erreger nur etwa 0,2% der Größe eines Spermiums hat.

Wenn Kondome schon nicht zu 100% eine Schwangerschaft verhindern können, dann erst recht nicht die Übertragung des HIV-Erregers.

Andererseits ist zu sagen, dass der Erreger in einem relativ dickflüssigen Sekret eingebettet ist. Das Risiko der Ansteckung mit dem HIV-Erreger bei Kondomgebrauch beträgt etwa 10% pro Jahr. Nach 5 Jahren würde dies etwa ein Ansteckungsrisiko von 40% bedeuten.

Wir können einen makabren, aber leicht verständlichen Vergleich anstellen: das Risiko ist etwa so, als würde man einmal jährlich einen Revolver mit 10 Kammern hernehmen, der mit einer Patrone geladen ist. Die Trommel wird gedreht, der Revolver dann an den Kopf angesetzt und abgedrückt.

Das Risiko liegt bei „nur“ 10 %, dass bei diesem einen Schuss eine Patrone in der Kammer ist. Sollte aber gerade bei diesem einen Versuch die Patrone in der Kammer sein, so ist der Versuch tödlich.

Der Vergleich mit „Russischem Roulette“ ist durchaus angebracht. AIDS ist eine Krankheit, die bisher nicht heilbar ist. Es kann der Krankheitsverlauf mit Medikamenten nur verzögert werden.

Würde der Papst nun hergehen und den Gebrauch von Kondomen erlauben, so würde er sich mitschuldig machen, wenn jemand seinem Rat folgt und sich dann infiziert oder jemand anderen dadurch infiziert.

Der einzige wirkliche Schutz, um die Übertragung auf sexuellem Wege zu verhindern, liegt einerseits in der Treue und andererseits bei einer bestehenden Infektion in der Enthaltsamkeit.

Um es noch einmal zu wiederholen: selbstverständlich bieten Kondome einen gewissen Schutz vor der Ansteckung. Einen vollständigen Schutz gewährleisten sie nicht.

Der Grundsatz des geringeren Übels ist deshalb in diesem Zusammenhang nicht anwendbar. Dieser Grundsatz würde voraussetzen, dass es keine Alternative zwischen zwei Übeln gäbe. Bei der AIDS-Problematik wäre der Gebrauch von Kondomen tatsächlich das geringere Übel gegenüber dem Geschlechtsverkehr ohne Kondome. Es gibt jedoch die Alternative der Enthaltsamkeit, die überhaupt kein Übel darstellt.

In diesem Fall muss jener Weg beschritten werden, der keinerlei Übel mit sich bringt. Dies wird verstärkt durch die Tatsache, dass es um Leben und Tod geht, was auch einen mitunter heroischen Verzicht in besonderer Weise rechtfertigt.

Tatsächliche Freiheit bedeutet die Fähigkeit, auch auf eine legitime Möglichkeit zu verzichten. Tatsächliche Liebe kann daher nur bedeuten, den anderen einem derartigen Risiko nicht auszusetzen!

Die hier angeführten Gründe machen die Aussagen des Papstes verständlicher, wenn er sagt, dass die AIDS-Problematik nicht mit dem Verteilen von Verhütungsmitteln zu lösen sei.

Vielmehr würden sich die Probleme dadurch nur vertiefen, weil damit jenen, die wegen einer Infektion enthaltsam leben, suggeriert würde, dass mit der Verwendung von Kondomen nichts mehr passieren könne.

Dr. Helmut Prader ist Pfarrer in Neuhofen an der Ybbs / Diözese St. Pölten




Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Aids

  1. Die sicherste Methode gegen HIV-Infektionen: Abstinenz und Treue
  2. Wenn die Kinder HIV-positiv sind
  3. Papst an afrikanische Bischöfe: Bei Aids-Hilfe nicht nachlassen
  4. Indonesiens Präsident wirbt für Abstinenz als Mittel gegen Aids
  5. Caritas-Experte: Aids kann nicht nur mit Kondomen besiegt werden
  6. Südafrika: Malteser engagieren sich im Kampf gegen Aids
  7. Papst lobt Aids-Hilfe und fordert moralische Stimme der Kirche
  8. 1000 'Gefällt mir' auf Facebook - Dann kommt der Bart weg
  9. Vatikan: Gegen Aids hilft vor allem Verhaltensänderung






Top-15

meist-gelesen

  1. Weihnachtsspende für kath.net - Wir brauchen JETZT Ihre HILFE!
  2. ISLAND-REISE - SOMMER 2026 - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  3. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“
  4. Kard. Woelki: „Bin überzeugt, dass ‚Evangelisierung‘ das zentrale Thema von Leos Pontifikats wird“
  5. „In seinem Pontifikat war Benedikt XVI. einer der größten Theologen auf der Cathedra Petri“
  6. Unter den kroatischen Katholiken wächst Grundsatzkritik
  7. Überlebende der Brandkatastrophe in Crans-Montana: „Möchte Gott danken, dass er mich gerettet hat“
  8. "Beten wir gemeinsam für die kommende Welle!"
  9. Nach Berliner Stromausfall: „Herr Erzbischof Koch, wir warten auf Ihre Stellungnahme“
  10. Eine Nonne, die Vampirbücher schreibt
  11. Ein Frühstück für den Verleugner
  12. Santo Subito: Historiker Hesemann plädiert für schnelle Seligsprechung Benedikts XVI.
  13. „Wenn wir mit Papst Benedikt XVI. diesen tiefen Ernst unserer Taufe realisieren…“
  14. THESE: "Die Theologie der letzten Jahrzehnte hat versagt!"
  15. Katholik kritisiert „Schleimjesus“-Fernsehgottesdient mit direktem Brief an verantwortlichen Pfarrer

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz