25 August 2008, 11:41
Das Großstadtoratorium
 
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Warum eine 100 Jahre alte verkaufte Kirche in Berlin wieder neu aufgemacht hat.

Berlin (kath.net/St. Clemens) Immer mehr Kirchen werden verkauft , doch St. Clemens ist anders: Die Kirche wurde am 15. März 2008 von Kardinal Georg Sterzinsky, Erzbischof von Berlin und Metropolit der Berliner Kirchenprovinz, wieder neu eröffnet, nachdem sie an einen privaten Investor verkauft worden war. Ein spendenfinanzierter Förderverein, der die Kirche derzeit mietet, macht es möglich. Doch der Eigentümer will verkaufen.

„Die Unterschiede könnten kaum größer sein: während viele Fitnesscenter mittlerweile 24 Stunden geöffnet sind und man seinen kleinen oder großen Hunger zu jeder Tages- und Nachtzeit stillen kann, ist es um die Bedingungen zur Erhaltung der seelischen Fitness oft schlecht bestellt.

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Wer einen „Hunger nach Gott“ stillen und in einer Kirche einkehren und der Hektik des Alltags entfliehen möchte, steht oft vor verschlossenen Türen: Berlins Kirchen sind ganz überwiegend verschlossen und werden nur zu den Gottesdiensten geöffnet.“

Diesem Befund, den die Kirche St. Clemens in Berlin auf ihrer Homepage beklagt, hilft sie selbst ab: Eucharistische Anbetung von 0 bis 24 Uhr, Priester, die von 9 bis 24 Uhr Beichte hören, ein reichhaltiges geistliches Programm.

St. Clemens ist dem Gründungsgedanken nach ein Großstadtoratorium, ein Ort des Gebets, der lebendigen christlichen Gemeinschaft und der Begegnung mit Gott.

St. Clemens folgt damit bewusst dem Ruf Papst Benedikts XVI. am 22. September 2007 in Rom zur Schaffung dieser besonderen Orte: „Die Städte, in denen ihr lebt und wirkt, sind oft hektisch und laut, die Menschen laufen und verlieren sich, man lebt, als ob es Gott nicht gäbe. Gerade dort sollt ihr Orte und Gelegenheiten zum Gebet schaffen, an denen der Mensch Gott treffen kann.“

Dieses Exerzitienzentrum zur „Göttlichen Barmherzigkeit“ unweit des Potsdamer Platzes hat eine erstaunliche Geschichte: Die Kirche St. Clemens wurde 1910 von Clemens August Kardinal von Galen, dem „Löwen von Münster“, aus dessen Privatmitteln erbaut. Kardinal von Galen, der Bischof von Münster, der sich in seinen berühmten Predigten scharf gegen den nationalsozialistischen Unrechtsstaat gewendet hat, wurde 2005 von Papst Benedikt XVI. seliggesprochen.

2007 wurde die St. Clemens-Kirche von der Berliner Domgemeinde St. Hedwig an einen privaten Investor verkauft. Um die Kirche zu retten und neue Impulse für den Glauben in der Millionenmetropole Berlin zu geben, hat sich ein Förderverein gegründet, der die Kirche nun aus Spendenmitteln mietet und unterhält. Eine St. Clemens Stiftung soll für den dauerhaften Unterhalt sorgen.

In einem täglichen Programm lädt ein Wechsel von zwei täglichen heiligen Messen, täglicher eucharistischer Anbetung (8 Stunden), ganztägiger Beichtgelegenheit, gemeinsamen Lobpreis und Gebet sowie eine tägliche Wortverkündigung zu einer Erneuerung und Vertiefung des Glaubenslebens im Alltag ein.

Patres des Vinzentinerordens stehen täglich von 9 bis 24 Uhr zur Beichte, zum Gespräch und zur geistigen Begleitung zur Verfügung. Daneben bietet ein regelmäßiges Exerzitienprogramm an den Wochenenden eine intensive Glaubensvertiefung und Katechese zu verschiedenen Aspekten des Glaubens.

St. Clemens ist ein spendenfinanziertes Exerzitienzentrum. Die Exerzitien sind kostenlos, es werden keine Unkostenbeiträge erhoben. Die Kirche ist nur gemietet, die Patres sind lediglich Gäste. Die Kirche steht im Eigentum eines kommerziellen Immobilienfonds, der derzeit intensiv Käufer für die Kirche sucht. Es vergeht kaum eine Woche, in der nicht eine Besichtigung stattfindet.

www.st-clemens-berlin.de

Foto: (c) St. Clemens

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