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„Die Zeiten selbstverständlicher Kirchenmitgliedschaft sind vorbei“

10. März 2020 in Spirituelles, 19 Lesermeinungen
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Voderholzer in Hirtenbrief: Für Vorschlag bei „Synodaler Weg“, Aufruf von Papst Franziskus zu Neuevangelisierung ernst zu nehmen, war „die Mehrheit leider nicht zu gewinnen“


Regensburg (kath.net/pbr) kath.net dokumentiert den Hirtenbrief des Bischofs von Regensburg, Rudolf Voderholzer zur österlichen Bußzeit 2020 in voller Länge:

Liebe Kinder, liebe jugendliche und erwachsene Schwestern und Brüder im Herrn!

1. Zur österlichen Bußzeit grüße ich Euch und Sie alle sehr herzlich! Wir gehen auf das Osterfest zu, das Fest der Auferstehung Jesu. Es begründet unsere „Hoffnung auf Herrlichkeit“ (Kol 1,27). Sie lässt uns bei aller Bedrängnis und in den Sorgen des Alltags frohgemut und zuversichtlich sein.

2. Aus zahlreichen Gesprächen und Begegnungen weiß ich, dass viele von Ihnen die Diskussionen in der Kirche in Deutschland bewegen. Die einen machen sich Sorgen um die ihnen liebgewordene Gestalt der katholischen Kirche, andere sehnen sich nach Veränderungen. Wie wird es weitergehen?

Um bei all den unterschiedlichen Stimmen und Meinungen die Orientierung nicht zu verlieren, ist es gut, einen Schritt zurückzutreten und die großen Entwicklungen in den Blick zu bekommen.

3. Ja, wir leben in einer Zeit des Umbruchs. Die Zeiten haben sich gewandelt, gerade auch was den Stellenwert von Glaube und Kirche in unserer Gesellschaft angeht. Viele von Ihnen werden sich noch daran erinnern, dass sich zumindest in den Regionen des Bistums Regensburg vor noch wenigen Jahrzehnten jemand rechtfertigen musste, wenn er am Sonntagvormittag nicht zur Heiligen Messe in die Kirche ging.

Heute muss sich in der Nachbarschaft oder am Arbeitsplatz rechtfertigen, wer sich am Sonntagvormittag auf den Weg dorthin macht.

Wer früher in unseren Städten und Dörfern am Sonntagvormittag unterwegs war, erlebte auf den Straßen etliche Menschengruppen, junge und alte, die, sonntäglich gekleidet, das Gebetbuch in der Hand, auf dem Weg zur Kirche waren oder von dort nach Hause gingen.

Heute prägen die Jogger das Stadtbild und Frühaufsteher, die den Hund Gassi führen. Gewiss, es gibt Ausnahmen.

Zu bestimmten Festen findet man auch bei uns vielerorts schon eine halbe Stunde vor der Messe keinen Parkplatz mehr in der Nähe der Kirche.

Und auch das ist wahr: Der traditionelle Kirchgang allein ist noch kein Zeichen wahrhaft lebendigen Glaubens.

4. Dass aber christliche Positionen und kirchliche Wertvorstellungen keineswegs mehr selbstverständlich sind, zeigt das jüngste Urteil des Bundesverfassungsgerichts: Das Tabu der aktiven Sterbehilfe, das die Unverfügbarkeit des menschlichen Lebens schützt und alte und pflegebedürftige Menschen vor dem Ansinnen bewahrt, sich der Gesellschaft legal zu ersparen, ist gefallen.

Lange Zeit konnte man sich darauf verlassen, dass immerhin das Bundesverfassungsgericht die Würde des Menschen, die des ungeborenen wie des sterbenden, schützt. Dies scheint mit dem besagten Urteil, das ausgerechnet am Aschermittwoch veröffentlicht wurde, fraglich geworden zu sein. Christliche Glaubensüberzeugungen und Mehrheitsmeinung in der Gesellschaft fallen mehr und mehr auseinander. Gott ist für viele ein Fremdwort geworden.

Heute muss sich jeder und jede für die Zugehörigkeit zur Kirche entscheiden. Die gesellschaftlichen Stützen sind mehr und mehr weggefallen. Jeder und jede einzelne ist für sich gefragt. Das heißt nicht, dass ich vergangenen Zeiten nachtrauere. Denn nur auf Tradition zu setzen und weil es alle machen, ist auch kein Zeichen und Ausdruck von Glauben.

5. Papst Franziskus hat in seinem Schreiben „An das pilgernde Volk Gottes in Deutschland“ vom 29. Juni 2019[1] mit Blick auf den geplanten Synodalen Weg in Deutschland von einer elementaren Krise des Glaubens in unserem Land gesprochen. Sie betrifft nicht nur die katholische Kirche, sondern alle christlichen Gemeinschaften.

Deshalb kann ich auch nicht glauben, dass strukturelle Veränderungen in der katholischen Kirche wie etwa der Verzicht auf die Ehelosigkeit der Priester, eine Frauenquote, mehr Mitsprache von Weltchristen in der Kirchenleitung oder eine Abkehr von der bislang geltenden Sexualmoral etwas Wesentliches an dieser Situation ändern würden – ganz abgesehen davon, dass vieles theologisch unmöglich ist, anderes nur auf der Ebene der Weltkirche entschieden werden kann.

6. Wir sollten uns eingestehen: Die Zeiten sind vorbei, wo es gleichsam selbstverständlich war, Mitglied der Kirche zu sein. In die Glaubensgemeinschaft der Kirche wird man nicht schon durch die Geburt aufgenommen, sondern durch die Taufe. In gewisser Weise kehren wir in eine Situation des Ursprungs zurück, wo die persönliche Glaubensentscheidung und eine lebendige Christusbeziehung den Grund gelegt haben für das Wachstum der Kirche.

Ich habe deshalb im Vorfeld des Synodalen Weges zusammen mit weiteren Bischöfen vorgeschlagen, andere Themen aufzugreifen und die Weisung von Papst Franziskus ernst zu nehmen, der uns zur Mission und Neuevangelisierung aufruft: Religiöse Bildungsarbeit, Katechese, Jugendpastoral, Leben aus dem Gebet. Dafür war die Mehrheit leider nicht zu gewinnen.

7. Als Bischof will ich alles dafür tun, dass die Menschen im Bistum Regensburg die Möglichkeit haben, die Schönheit des kirchlich gelebten Glaubens kennenzulernen. Christus will jeden Menschen an der Hand nehmen und ihm das wahre Leben schenken; ein Leben, das erfüllt ist von göttlicher Liebe und Wahrheit, ein Leben in der Gemeinschaft mit dem dreifaltigen Gott (vgl. Mt 17, 5–7; 2 Tim 1,10). Niemand ist gezwungen, diese Einladung, die ER durch seine Kirche und die Sakramente ausspricht, anzunehmen. Die Kirche betrachtet unabhängig davon selbstverständlich jeden Menschen als Geschenk Gottes, und dadurch mit höchster Würde ausgestattet, egal was er denkt oder glaubt.

8. Und so will ich in unserem Bistum, in den Pfarreien, in den Gemeinschaften und Verbänden, die Neuevangelisierung anpacken.

Ein erster Schritt dazu wird sein, die Auskunftsfähigkeit über unseren Glauben zu stärken, sprachfähig und auch sprachwillig zu sein über den eigenen Glauben, gemäß der Weisung des Apostels: „Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der von Euch Rechenschaft fordert über den Grund Eurer Hoffnung!“ (1 Petr 3,15).

Dabei geht es zunächst einmal gar nicht um den Katechismus, sondern um Selbstvergewisserung: Wo zeigt sich der Glaube in meinem Leben? Was würde mir eigentlich fehlen ohne Gott und ohne die Kirche? Warum ist mir die Heilige Messe am Sonntag wichtig? Wer hat mich eigentlich zum Glauben geführt? Wer hat mir Jesus nahe gebracht? Welches Zeugnis hat mich so beeindruckt, dass ich selber den Glauben liebgewonnen habe und ohne ihn nicht mehr sein möchte?

9. Wenn ich einmal von mir erzählen darf: Ich bewahre als kostbares Familienerbstück das gerahmte Erstkommunion-Erinnerungs-bild meiner Großmutter auf. Der Sachwert ist vermutlich nicht besonders hoch. Aber der ideelle Wert umso mehr. Meiner Großmutter, die im Juni 1946 mit drei minderjährigen Kindern – der Mann war noch in Kriegsgefangenschaft – ihre sudetendeutsche Heimat verlassen musste, war dieses Kommunionandenken so wichtig, dass sie es zwischen einigen Wäschestücken und anderen Habseligkeiten zu den 30 Kilogramm Gepäck hinzugab, die mitzunehmen ihnen erlaubt wurde.

Das Zeugnis dieser Frau, die ihr Schicksal ohne eine Herzensbeziehung zu Christus und ohne einen großen Fundus von Gebeten wohl nicht bestanden hätte, ist ein Geschenk und hat mich nachhaltig geprägt. Dass ich die Berufung zum Priesteramt erkennen konnte, hängt sicher auch mit dieser Erfahrung zusammen: Das Brot des Lebens, das Christus selber ist, hat diese Frau durch ein wahrlich schweres Leben getragen.

10. Weitergabe des Glaubens geschieht durch das persönliche Zeugnis. Ich lade Sie ein, ja ich bitte Sie, sich daheim, in den Gruppen und Kreisen in der Pfarrei in aller Behutsamkeit auch einmal darüber auszutauschen.

Dazu kommt die Frage: Wem bin ich Vorbild im Glauben? Vielleicht haben Sie für einen jungen Menschen das Paten-Amt übernommen. Das Paten-Amt ist in erster Linie ein Vorbild-Amt. Was kann mein Patenkind von mir lernen? Spielt mein Glaube, mein Gebetsleben, mein soziales Engagement eine Rolle? Bin ich mir bewusst, dass etwa mein sonntäglicher Kirchgang auch für andere eine Bedeutung hat; dass auch dieses Zeugnis wahrgenommen wird?

11. In der kommenden Osternacht werden vielerorts erwachsene Frauen und Männer durch Taufe, Firmung und Eucharistie in die Kirche aufgenommen. In der Fastenzeit beten wir in den Fürbitten oft für die Taufbewerber. Für mich ist die Begegnung mit den erwachsenen Taufbewerbern ein großes Geschenk und eine Herausforderung zugleich. Sie stellen mich vor die Frage: Würde ich es wagen, würde ich mich aus freien Stücken um die Taufe bewerben, wenn ich nicht schon als Kind getauft worden wäre? Genau dies geschieht. Und diese Bereitschaft, dieser Mut wird künftig von uns allen noch viel mehr gefordert sein. Das Zeugnis derer, die nicht schon als Säuglinge getauft wurden wie wohl die meisten von uns, dieses Zeugnis möge uns stärken und mutig machen, dass auch wir im Alltag zu unserem Glauben stehen.

12. Auf dem Weg zur Taufe gibt es seit alters her zwei wichtige Etappen: Die Einführung in das Glaubensbekenntnis und die Einführung in das Gebet anhand des Vaterunsers. Das Glaubensbekenntnis und das Vaterunser-Gebet immer wieder neu durchzubuchstabieren, ist ein wesentlicher Schritt auch der Glaubensvertiefung und der Erneuerung.

Geschehen kann dies durch geistliche Lektüre, im vertrauten Gespräch zuhause, aber auch in Glaubensgesprächskreisen, in Bibelkreisen. Ich begrüße und fördere alle Initiativen in dieser Richtung. Es gibt viele davon. Bald wird es auch eine Konferenz auf Bistumsebene geben, um alle Initiativen zur Evangelisierung zu sichten, zu vernetzen und zu stärken.

13. Das Evangelium des heutigen zweiten Fastensonntags schließt mit der merkwürdigen Weisung Jesu an die Jünger, vorerst nichts über die Begegnung mit dem verklärten Jesus weiterzusagen (vgl. Mt 17,9). Aber dieses Verbot gilt eben nur bis Ostern. Wenn die Jünger alles miterlebt haben werden, auch dass der Messias sogar für sie zu leiden, für sie zu sterben bereit ist, dann wird der Auferstandene das Schweigegebot verwandeln in den Missionsbefehl: „Geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern!“ (Mt 28,19).

Auf dem Weg

Ihrer persönlichen Jüngerschaft

segne und behüte Sie

der dreifaltige Gott,

der + Vater und der + Sohn und

der Heilige + Geist.

Regensburg am Aschermittwoch, 26. Februar im Jahr des Herrn 2020.

+ Rudolf
Bischof von Regensburg

Foto (c) Bistum Regensburg


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Lesermeinungen

 Nellymaus 12. März 2020 
 

Er fühlt + erfaßt + erkennt -> mit dem Herzen und weiß genau, um was es geht!

Diese Predigt ist so wunderbar,
weil der Bischof auch von sich erzählt.

Er läßt den Zuhörer teilhaben,
an den eigenen Reflektionen.
Er erzählt von der Flucht der Oma,
und den kostbaren Kommunionbild,
und schlägt den Bogen zu sich rüber,
zu seiner Berufung.

Wie anziehend wirkt so eine Predigt,
wo das Gegenüber/ das Du/ der Nächste sich so nahbar zeigt?

Der Bischof hat Recht
strukturelle Veränderungen (syn.W.)
(im Sichtbarem Bereich)
werden nichts bringen.

Im unsichtbaren Bereich
sind die Menschen hungrig
nach guten Priestern,
und guten Predigten,
die erbaulich sind + aufrichten.

Und Bildungsarbeit - Katechese, Jugendpastoral + Leben aus dem Gebet,
all das ist Nahrung für die Menschen.

Der synodale Weg hingegen
ist keine Nahrung,
sondern eine IRRITATION,
die Schluckbeschmerden bereitet.


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 Norbert Sch?necker 10. März 2020 

DANKE!

Ja, all dem kann ich zustimmen. Zu meinem Glück bis hin zum Beispiel der Großmutter, Gott hab sie selig.


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 lakota 10. März 2020 
 

Gott segne Sie, Bischof Voderholzner!

Ja, das ist ein Hirtenbrief! Ich möchte mich @Pellegrino anschließen, auch mich sollen diese guten, stärkenden Worte durch die Fastenzeit begleiten!
Möge unser Herr die wenigen, wahren Hirten wie Bischof Voderholzer segnen, behüten und ihnen Mut und Kraft schenken!

"Für Vorschlag bei „Synodaler Weg“, Aufruf von Papst Franziskus zu Neuevangelisierung ernst zu nehmen, war „die Mehrheit leider nicht zu gewinnen". - Diese Mehrheit verdient die Bezeichnung "Hirten" nicht - es sind traurige Mietlinge und niemals werde ich auf deren Stimme hören!


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 lesa 10. März 2020 

@Gloria.olivae: Als Alternativmöglichkeit wollte ich es nicht darstellen, sondern es ging nur die Gründe der "Abwanderung"! Dazu sind die Sakramente und die Mutter Gottes zu wichtig! Da sind wir uns ganz einig!
Ja, solche Bischöfe …
Herr, sende mehr solche in deinen Weinberg!
Letztlich liegt es an den einzelnen Getauften, aber sie brauchen klare Lehre und Halt!


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 St. Hildegard 10. März 2020 
 

@gloria.olivae

Ob Ihnen das Wort "Amtskirche" nun gefällt oder nicht - es gibt sie nun mal, die deutsche "Behörden- und Funktionsärskirche", mit genau jenen Leuten bzw. Kennzeichen, wie sie @wedlerg beschreibt. Wenn das auf Sie "spalterisch" wirkt, dann liegt das mit Sicherheit nicht an der Bezeichnung, sondern an der Art und Weise, wie sich diese Kirche darstellt.


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 gloria.olivae 10. März 2020 

@ St. Hildegard und @lesa

@St. Hildegard
Da kann ich Ihnen leider nicht zustimmen. Ich mag auch das Gerede von der "Amtskirche" nicht. Das wirkt auf mich spalterisch. Es gibt nur die EINE Kirche, und die besteht aus Laien und Klerus.

@lesa
Ich stimme zu. Vieles liegt in der kath. Kirche im Argen.
Aber die Frei"kirchen" sind keine Alternative. Sie sind nicht das Bollwerk gegen Relativismus sondern sie sind selbst Teil des Relativismus. Denn sie haben ihren Ursprung in der Reformation, die die Bedeutung der Kirche, des Lehramtes, der heiligen Sakramente in Relativismus aufgelöst hat. Ebenso sind die Piusbrüder keine echte Alternative, da sie die Einheit mit dem Felsen Petri aufgegeben haben.

Die WAHRE Alternative sind Bischöfe wie Voderholzer aus Regensburg oder Woelki aus Köln. Da weiß man, was man hat und findet Orientierung.


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 Ebuber 10. März 2020 
 

Hätte doch jedes Bistum einen Bischof wie Voderholzer

Es ginge der kath. Kirche in Deutschland wesentlich besser.
Ich stimme voll dem Vorschlag von @hape zu, dass sich alle lehramtstreuen Hirten zu einer Neuevangelisierungs-Gruppe zusammen finden sollten. Schon bald würde man den Unterschied der einzelnen Diözesen wahrnehmen. Gott wird den Treuen seinen Segen nicht verschließen.


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 Ulrich Motte 10. März 2020 
 

Wedlerg

37 Jahre lebte ich in München. Die Münchner, die mich gut kennen, bestätigen mir wohl alle eine bis heute gebliebene Übersicht über die freikirchliche Szene dort. Erlauben Sie mir doch daher bitte gütigerweise den Hinweis, daß Ihre Schätzung, daß in deren Gottesdiensten dort 40.000 Gläubige zu finden sei, völlig überzogen ist. Nichts für ungut- und Gottes Segen!


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 lesa 10. März 2020 

Salzlose Kirchenbasteleien verdecken das Licht Christi

@gloria.olivae: Leider muss ich @wedlerg zustimmen. Prachtvolle Menschen gibt es bei den Freikirchen, denen das zersetzende Herumgelabber und all die Relativierungssucht und das Heiße-Eisen-bla-bla abgestoßen hat. Gar nicht zu reden von den unbegreiflichen Förderaktionen der Unmoral wie Queer-Veranstaltungen, all die Nichtbeachtung der Ehemoral etc..
So bieten sich aber in unseren Breiten nicht wenige Teile der Katholischen Kirche dar, das ist eine traurige Tatsache - auch wenn die Fülle an Glaubensvollzügen vom eigentlichen Angebot her, wie Sie es dankenswerterweise schildern, in der Katholischen Kirche läge, und trotz der Oasen. All die Relativierung und Liberalisierung bietet ein Erscheinungsbild, das das Katholische, den Glauben verdeckt und nicht attraktiv macht. Im Grunde möchten viele etwas GANZES, Konkretes, ernsthaften Glauben, der auch fordert. Und dann sind da noch diejenigen, die sagen: Dieses flaue Kasperltheater mach ich nicht mit. Ich gehe zur Piusbruderschaft.


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 Authentisch 10. März 2020 

Wunderbar und vielen herzlichen Dank!

Lieber Bischof Borderholzer, eine Bereicherung für mich ist ihr Fastenbrief.
Ich gehöre der Diözese Würzburg an. Ich habe den Brief Bischofs Franz Jung auch gehört - im Gottesdienst. Dieser sprach vom komplentativen Gebet zu dem er uns Gläubige seines Bistums von Herzen einlud. Das heißt unser Leben auf GOTT HIN UND VON GOTT AUS zu betrachten und zu leben. (Das hat mir gefallen und trifft auch mein persönliches Bemühen, in der Anwesenheit Gottes zu leben.)
Beten wir für unsere Bischöfe, UND ZWAR FÜR ALLE! BETEN WIR FÜR SIE UND FÜR UNS!
Gesegnete Fastenzeit und Bußzeit auf Ostern und die Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus hin.
Und nehmen wir das Kreuz an und auf uns, das persönliche und die vielen Kreuze dieser Tage.


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 Chris2 10. März 2020 
 

Erschreckend,

dass die Mehrheit der Bischöfe auf deutschem Boden nicht für die Neuevangelisierung zu gewinnen sind. Beten wir, dass das Schisma noch abgewendet werden kann, obwohl Bischof Bätzing den Kollisionskurs mit Rom, den Lehren Christi und denen seiner Kirche ja beibehalten will, Costa Discordia es, was es wolle...


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 gebsy 10. März 2020 

UNHEILBAR religiös

ist der Mensch.
Das geht so weit, dass Sportveranstaltungen "zelebriert" werden, weil es die Menschen anzieht …
Die Frage ist, ob Events ausreichen, um vor der kollektiven Depression zu bewahren. Der personale Gottesbezug ist für viele nicht relevant, weil die Zeit mit Ablenkung und Sucht vertan wird ...


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  10. März 2020 
 

Danke, Danke, Danke

Grandios, dieser Hirtenbrief soll mein geleit durch die Fastenzeit, meiner Besinnung, meiner Umkehr sein.
Danke Danke Danke Bischof Vorderholzer


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 gloria.olivae 10. März 2020 

@St. Hildegard und @wedlerg

Ich bin skeptisch, wenn man die Frei"kirchen" als Vergleichspunkt heranzieht. Deren (Predigt-)Gottesdienste sind von Aufbau und Inhalt kaum mit der Liturgie der kath. Kirche, schon gar nicht mit der sonntäglichen Eucharistiefeier, zu vergleichen.

Außerdem ist Kirche viel mehr als nur Glaubensverkündigung.
Die Grundvollzüge der Kirche:
1. LITURGIE: also Feier des Gotteslobes
2. DIAKONIE: tätige Nächstenliebe
3. VERKÜNDIGUNG der Frohen Botschaft

Diese drei Wesenselemente gründen im dreifachen Amt Christi (Prophet, Priester und Hirte), an dem jeder Christ durch Taufe und Firmung Anteil hat. Das sakramentale Weihepriestertum (in persona Christi capitis) steht in dessen Dienst.

Wie die drei Ämter Christi nicht nebeneinander stehen sondern in seiner Person verbunden sind, so stehen auch Liturgie, Diakonie und Verkündigung nicht nebeneinander, sondern sind miteinander verbunden (communio), durchdringen einander und finden in der Eucharistie ihre Quelle und ihren Höhepunkt.


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 St. Hildegard 10. März 2020 
 

@wedlerg

Ich kann Ihnen nur zustimmen. In den Freikirchen gibt es halbstündige Predigten, die ganzen Vorträgen ähneln, etwa zu Themen wie: "Worauf kommt es an beim Gebet", "Wie verhalte ich mich in Wüstenzeiten", "Wie kann ich Gottes Stimme im Alltag hören" oder "Warten ist eine Glaubensprüfung" etc.: Eben geistige Nahrung für den Alltag. Oft sitzen die Leute sogar mit aufgeschlagenen Bibeln da und machen sich Notizen. Man kann also nicht sagen, dass das Bedürfnis der Menschen nicht da wäre. Nur: Über solche Themen hört man in den Amtskirchen nichts! Stattdessen glaubt man, die Zukunft der Kirche hinge davon ab, ob Frauen am Altar stehen und ob Homosexuelle gesegnet werden!

Interessant ist übrigens: Sehr viele Freikirchen sind da noch viel konservativer, und trotzdem fühlen sich die Menschen gerade von diesen Diensten angesprochen ...


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 gloria.olivae 10. März 2020 

Volle Zustimmung - vom ersten bist zum letzten Wort! Vielen Dank für dieses wegweisende Hirtenwort!


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 wedlerg 10. März 2020 
 

Von den Freikirchen lernen

In München gibt es jeden Sonntag freikirchliche Gottesdienste mit in Summe 40 000 Gläubigen, dabei etliche Großveranstaltungen.

Warum das so ist?

Nicht, weil die Freikirchen so wenig Hierarchie oder das allg. Preistertum haben (wie Bischof Feige diese Woche fälschlicherweise verkündeet hat), sondern, weil dort NUR der Glaube im Mittelpunkt steht. Ernsthaft, tief und unbedingt.

Solange man die ungläubigen, die geschäftigen und karrieresüchtigen, politisch motivierten, ökobewegten und sonstigen ersatzreligiösen Leute in den Kirchen hofiert, wird das nichts werden.

Es liegt an uns: Kirche ist zuerst Glaubensverkündigung und wer das nicht akzeptieren will, darf dort nichts zu sagen haben.


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 horologius 10. März 2020 
 

Was für ein Kontrast

zum Blabla-"Hirtenbrief" des Freiburger Erzbischofs!!


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 hape 10. März 2020 

Das ist der richtige Weg.

Die wenigen Bischöfe, die die katholische Lehre vom Wertekanon des Synodalen Weges nicht repräsentiert sehen, sollten sich nicht länger vom Herumdialogisieren der DBK-Mehrheit aufhalten lassen. Es kann doch nichts katholisches dabei herauskommen, wenn 87% der Synodalen beschliessen, es solle nun erlaubt sein, was dem Lehramt offen widerspricht. Es ist heuchlerisch, irreführend und eine Beleidigung der Intelligenz, ausgerechnet das als katholisch zu bezeichnen, was sich vom Lehramt längst abgespalten hat und was der Reformation Luthers näher steht, als allem katholischen.

Stattdessen sollten sich die lehramtstreuen Bischöfe zusammentun und in ihren Bistümern eine neue Gegenreformation initiieren. Von den Synodalen Deformatoren ist weder Wahrheit noch Ehrlichkeit zu erwarten. Von den Lehramtstreuen schon. – Hoffentlich.


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