16 Januar 2008, 10:58
Harry Potter ist kein Held
 
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Harry-Potter-Debatte im "Osservatore Romano": Englischer Literaturexperte: Buch fällt in alte gnostische Versuchung zurück

Vatikan (www.kath.net / CWNews) Die halboffizielle Vatikanzeitung „L'Osservatore Romano“ hat in der neuesten Ausgabe zwei Stellungnahmen zu den Harry Potter-Romanen veröffentlicht.

Würdigende Worte findet der Schriftsteller Paolo Gulisano. Bei den Romanen handle es sich um eine Geschichte über den Kampf zwischen Gut und Böse, bei dem schließlich Hingabe, Freundschaft und Liebe triumphierten, meint Gulisano. Die Autorin J. K. Rowling stellt er in ihrer Bedeutung in eine Reihe mit C.S. Lewis und J.R.R. Tolkien.

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Moralische Unordnung

Anders der englische Literaturexperte Edoardo Rialti. Rowling bringe in ihrem Roman die moralische Ordnung durcheinander, ist er überzeugt. Er belegt es mit Erfahrungen des Exorzisten P. Gabriel Amorth.

Er beobachtete einen signifikanten Anstieg des Interesses an schwarzer Magie und Satanismus bei jungen Potter-Lesern. Der Literaturfachmann bestritt, dass man Rowling mit großen englischsprachigen Autoren wie J.R.R. Tolkien oder C.S. Lewis vergleichen könne.

Gnostische Versuchung

Der fundamentale Unterschied sei, dass in den Harry-Potter-Büchern Zauberei oder Magie als „positive Kräfte“ dargestellt werden. Die Geschichte spiegle die alte gnostische Versuchung wider, die „Heil und Wahrheit mit geheimen Wissen“ vermischt.

Rowling zeichne Charaktere, die geheime Kräfte manipulierten und dunkle Kräfte für einen guten Zweck einsetzten. Ganz anders Tolkien und Lewis: Sie erinnerten stets daran, dass die „verführerische Kraft der Magie immer eine schwerwiegende und destruktive Konsequenz“ mit sich bringe, schreibt der Autor.

Frodo, ein echter Held

Frodo, der Held in „Der Herr der Ringe“, erreichte beispielsweise die „großen Dinge“ durch Beharrlichkeit und weil er sich auf seine eigenen Fähigkeiten stützte. Harry Potter hingegen rufe spezielle Kräfte herab, die ihm übermenschliche Fähigkeiten verleihen. Genau deswegen könne man ihn nicht als Held bezeichnen, ist Rialti überzeugt.

Harry Potter gerate vielmehr zu einem fraglichen Charakter, der eine Einladung annehme, die jener gleich sei, die die Schlange im Paradies ausspreche: Sie verlockte Adam und Eva mit dem Versprechen, sie würden „werden wie Gott“.

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