28 Februar 2004, 11:53
'Passion' wird zum 'Klassiker' für Generationen von Gläubigen werden
 
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Erzbischof von Sydney: Der Film werde "populär" werden, "konfrontierend und kontrovers", prognostiziert der Kardinal. "Er ist Lichtjahre entfernt von ,Jesus Christ Superstar’."

Sydney (kath.net/ Zenit.org)
Als „zeitgenössisches Meisterwerk“ sowohl in künstlerischer als auch technischer Hinsicht bezeichnete der Erzbischof von Sydney, Kardinal George Pell, den Film „The Passion of the Christ“. Es sei nicht absurd, den Streifen „aufgrund seiner Schönheit und seiner Dramatik mit den Bildern des italienischen Meisters Caravaggio zu vergleichen“, schreibt er in einem Kommentar, den der „Sunday Telegraph“ veröffentlichte. Der Film sei von unverfälschter Spiritualität.

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„The Passion“ sei ein Film des 20. Jahrhunderts, dem „grausamsten der Geschichte“. Auf der Ebene der Gewalt sei der Streifen mit Gibsons Film „Braveheart“ zu vergleichen, stellt Pell fest: „Die Zuseher müssen gewarnt werden.“ Der Kardinal bezeichnete den Film als „Gegenmittel für jene, die denken, die Kreuzigung sei wie ein Teekränzchen am Nachmittag gewesen. Jesus wird weder banal noch sentimental dargestellt.“

Der Film sei keine literarische Transkription der Evangelien, sondern „ein Kunstwerk, das den schrecklichen Konflikt zwischen Gut und Böse symbolisch illustriert“. Das Böse werde von einer grausamen androgynen Figur einer Frau dargestellt, die eine Männerstimme sowie eine entsetzliche kinderartige Gestalt habe.

Pell würdigt die herausragende Gestaltung der Rolle der Maria durch die jüdische rumänische Schauspielerin Maja Morgenstern. Sie sei „stark und schön in ihrem Leiden und ihrer Sanftheit“.

James Caviezel spiele seine Rolle als Jesus gut, stellte Pell fest. Er komme der Person Christi „näher als ein anderer, den ich jemals in dieser Rolle gesehen habe“.

„Der Film ist nicht antisemitisch, weil die Helden Jesus und Maria Juden sind“, stellt der Kardinal fest: „Wir werden Zeugen eines schrecklichen Streites innerhalb der palästinensisch-jüdischen Kommunität. Weder Jesus noch jemand sonst ruft nach Rache. Er erklärt, dass seine Angreifer nicht wissen, was sie tun.“ Der Film mache nicht die jüdische Nation für den Tod Jesu verantwortlich, erklärt Pell.

Der Hohepriester Kajaphas und seine Getreuen seien keine „angenehmen Leute“, niemand verurteile jedoch ein ganzes Volk wegen ein paar Schurken. Pell: „Dieser Film ist für Antisemiten nicht angenehm. Keiner hat den Film beschuldigt, anti-römisch zu sein, obwohl die Römer am schlechtesten von allen abschneiden. Die erfolglosen Versuche des Pilatus, Jesus zu befreien, werden deutlich gezeigt. Die römischen Soldaten, oder einige von ihnen, sind sadistische Scheusale, die nicht nur ihren Job tun, sondern sich an ihrer Grausamkeit ergötzen.“

Der Film werde „populär“ werden, „konfrontierend und kontrovers“, prognostiziert der Kardinal. Und er stellt fest: „Er ist Lichtjahre entfernt von ,Jesus Christ Superstar’.“

Manche Gläubige werden vor den Kopf gestoßen sein, vermutet Pell. Bei vielen werde der Glaube gestärkt werden; Nicht-Gläubige würden den Film „fesselnd“ finden, als „elementaren Kampf zwischen Gut und Böse“. Pells Wunsch: Alle Oberstufenschüler in katholischen Schulen sollten den Film sehen.

Der Film werde Außenstehenden begreiflich machen, „warum es so viele Märtyrer gegeben hat, die bereit waren, für Christus zu sterben (im 20. Jahrhundert mehr als in allen zuvor), und warum das Christentum nach 2000 Jahren einen so tiefen Einfluss auf viele verschiedenen Kulturen hat“, schreibt der Kardinal.

Die beste Predigt über Christus habe er einst von einem englischen Laien gehört, von Malcolm Muggeridge, erklärte Pell. Aber selbst diese verblasse angesichts des Films: „Generationen von Gläubigen werden Mel Gibsons ,The Passion’ als Klassiker sehen. Aber es ist starke Kost. Nichts für schwache Gemüter.“

Foto: (c) ICON







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