Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. ADIOS!
  2. „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
  3. Debatte um Leitung der Deutschen Bischofskonferenz - Lehramtstreue Bischöfe als „Königsmörder“?
  4. Hat der Synodale Weg „die katholische Kirche in Deutschland in Machtspiel und Kampfzone verwandelt“?
  5. These: Der dreifaltige Gott soll in der Liturgie der Messe verkündet werden
  6. "Entsprechend klein ist die Lücke, die er hinterlässt"
  7. Synodaler Weg führte zu Streit und Verwerfung
  8. Vatikan dementiert Bericht über Abweisung Macrons durch den Papst
  9. Papst Leo sendet kraftvolle Grußbotschaft an die Teilnehmer des „Marsch für das Leben“/Washington
  10. Seligsprechungsprozess für Pater Alfred Delp SJ wird eröffnet
  11. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Möchte mich nun an liberale Theologen und Gläubige wenden“
  12. US-Vizepräsident Vance wird erneut beim „March for Life“ teilnehmen und sprechen
  13. „Catholic Herald“: „Irlands schwindende Familien“
  14. Eine unerträgliche Verharmlosung des tatsächlichen NS-Unrechts!
  15. "Ich glaube, dass Gott das erste Selfie geschossen hat.“

Noch mehr Rätselraten im Fall Emanuela Orlandi

15. Juli 2019 in Chronik, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Vatikan findet Gebeine in Priesterkolleg und kündigt Analysen an - Von Kathpress-Korrespondentin Stefanie Stahlhofen


Vatikanstadt (kath.net/KAP) Einer der wohl rätselhaftesten Kriminalfälle Italiens geht am kommenden Samstag in eine neue Runde. Dann will der Vatikan für die Suche nach der vor 36 Jahren spurlos verschwundenen Emanuela Orlandi in der Nähe des deutschen Friedhofs im Vatikan gefundene Knochen aus zwei Beinhäusern untersuchen lassen. Zuvor waren auf Drängen der Familie Orlandi nicht nur eine, sondern gleich zwei Grabstätten von Adligen aus dem 19. Jahrhundert geöffnet worden, um einem anonymen Hinweis auf den Grund zu gehen. Doch die Gräber waren leer.

Anschließende Recherchen zu Umbauarbeiten auf dem Campo Santo Teutonico führten laut Vatikansprecher Alessandro Gisotti zu zwei Beinhäusern im benachbarten Priesterkolleg. Die Inhalte der am Donnerstag geöffneten Gräber könnten in den 1960er und 70er Jahren umgesiedelt worden sein, erklärte er (Samstag). Zugleich kündigte er für kommenden Samstag Untersuchungen der nun gesicherten Gebeine an. Dies geschehe unter Aufsicht der vatikanischen Gendarmerie und in Anwesenheit des von der Familie Orlandi bestellten Genetikers.

Emanuela Orlandi, Tochter eines Vatikanangestellten, war 1983 im Alter von 15 Jahren spurlos verschwunden; seitdem gibt es immer wieder Spekulationen zu ihrem Verbleib. Diesmal sollte ein schmales Marmorgrab mit einer Engelsfigur, die eine Banderole mit der Aufschrift "Requiescat in Pace" (Ruhe in Frieden) hält, weiteren Aufschluss bringen. Die Orlandis hatten aufgrund eines anonymen Schreibens und zusätzlicher "interner Hinweise" die Öffnung dieses Grabes der Adligen Sophie von Hohenlohe beantragt.


Der "Promotore di Giustizia", der am Vatikangericht etwa dem Staatsanwalt entspricht, veranlasste zusätzlich die Öffnung des benachbarten Grabs von Herzogin Charlotte Friederike von Mecklenburg. Sie war die erste Frau des dänischen Königs Christian VIII. und wurde 1840 auf dem Campo Santo Teutonico bestattet. Beide Gräber sind mit Engelsskulpturen versehen, eine solche sollte laut dem Hinweis auch auf dem Grab stehen, in dem Emanuela Orlandi begraben sei.

Die Anwältin der Familie Orlandi, Laura Sgro, begrüßte die weiteren Untersuchungen des Vatikan. "Es ist in unserem Interesse, aktiv mit dem Vatikangericht zusammenzuarbeiten, um zu verstehen, warum die beiden Gräber leer waren", sagte sie laut italienischen Medien. Sgro war auch bei den Grabungsarbeiten am Donnerstag anwesend und soll selbst mit dem von der Familie beauftragten Genetiker Giorgio Portera persönlich in das Hohenlohe-Grab hinabgestiegen sein. "Ich hatte mit allem gerechnet, außer damit, leere Gräber zu finden", kommentierte sie danach.

Dabei war bis zum Vormittag tief gegraben worden auf dem idyllischen Friedhof unter Palmen innerhalb der vatikanischen Mauern. Laut Vatikansprecher Gisotti wurde unter dem Hohenlohe-Grab eine Kammer von etwa vier mal vier Metern gefunden, jedoch "weder menschliche Überreste noch Urnen". Auch das zweite Grab sei leer gewesen.

Aus Kreisen des Campo Santo verlautete, das Ergebnis sei nicht überraschend. Es handele sich immerhin um mehrere Jahrhunderte alte Gräber, und der Friedhof sei mehrmals umgebaut worden. Daher gab es Vermutungen, die Inhalte könnten umgesiedelt worden sein.

Ob das so ist, könnte sich eventuell schon kommenden Samstag zeigen. Die Wahrscheinlichkeit, dabei die Gebeine der adligen Damen zu finden, liegt wohl höher als die, Spuren von Emanuela Orlandi zu finden - zumal Analysen von Knochenfunden zur Klärung des Falls Orlandi schon Tradition haben.

So waren etwa 2018 bei Renovierungsarbeiten Gebeine auf dem Gelände der vatikanischen Nuntiatur untersucht worden; sie stammten aber von einem Mann. So gering eine Lösung des Falls nach 36 Jahren auch scheint - das Medieninteresse ist jedes Mal groß. Daher dürften auch die angekündigten neuen Untersuchungen mit Spannung verfolgt worden.

Auch am Donnerstag hatten sich vor dem Zugang zum Campo Santo Teutonico neben den Kolonnaden des Petersdoms Medienvertreter, Schaulustige und Unterstützer der Familie Orlandi versammelt; letztere erkennbar an T-Shirts mit dem Konterfei der Vermissten, die im Sommer 1983 nach dem Musikunterricht nicht wieder aufgetaucht war. Die jugendliche Emanuela, mit langen dunklen Haaren, ist in Italien noch vielen von den damaligen Fahndungsplakaten bekannt - und wird es wohl auch noch eine Weile bleiben.

Euronews - Was ist mit Emanuela Orlandi passiert? Jetzt wurden Gräber geöffnet - Gräber waren völlig leer


Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten
Archivbild: Fahnungsplakat aus der Zeit nach dem Verschwinden Orlandis


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Mord

  1. Armenier-Katholikos dankt Assad für Anerkennung von Völkermord
  2. Erzbischof: Kitzbüheler Bluttat "sinnlos und unbegreiflich"
  3. Rumänien: Orthodoxe Kirche betet für ermordete 15-Jährige
  4. Katholischen Priester getötet: Täter muss in Psychiatrie
  5. Medien: Polizei findet weitere Knochen auf Vatikan-Gelände
  6. Nur Susannas Familie und Freunde werden niemals aufhören zu weinen
  7. Nach Kuciak-Mord: Bischofspredigten sorgen für Aufsehen
  8. Lebenslange Haft – Er wollte viele Christen töten
  9. Texas: Kirchenschütze war offenbar Atheist
  10. Priestermord: Hauptverdächtiger festgenommen






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
  3. ADIOS!
  4. Debatte um Leitung der Deutschen Bischofskonferenz - Lehramtstreue Bischöfe als „Königsmörder“?
  5. "Entsprechend klein ist die Lücke, die er hinterlässt"
  6. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Möchte mich nun an liberale Theologen und Gläubige wenden“
  7. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  8. Synodaler Weg führte zu Streit und Verwerfung
  9. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  10. Kardinal Zen: Papst Leo „ist wahrlich eine Leitungspersönlichkeit, die zuhören kann!“
  11. Katholikin Eva Vlaardingerbroek verliert Einreiseerlaubnis nach Großbritannien
  12. Hat der Synodale Weg „die katholische Kirche in Deutschland in Machtspiel und Kampfzone verwandelt“?
  13. Sterilisationen, schlechte Lebensbedingungen: Grönländer kritisieren dänische Herrschaft
  14. Maria 1.0: Immer wieder Deutschland - „Deutsch-Synodale“ Reformatoren schaffen Realität
  15. Entfremdung und Annäherung – Für einen Katholiken in Deutschland gibt es doch immer noch Rom

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz