04 April 2019, 09:30
Vatikan und Protestanten wollen Rechtfertigungs-Konsens vertiefen
 
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1999 in Augsburg unterzeichnete Erklärung zur Rechtfertigungslehre gilt als ökumenischer Meilenstein - Treffen aus Anlass des 20-Jahr-Jubiläums in der amerikanischen Notre Dame University

Vatikanstadt-Genf (kath.net/KAP) Spitzenvertreter von fünf christlichen Weltgemeinschaften haben vom 26. bis 28. März in der Notre Dame University (Clay Township, USA) über die Folgen der vor 20 Jahren unterzeichneten "Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre" beraten. Auch der Präsident des Päpstlichen Einheitsrats, Kardinal Kurt Koch, nahm an den Beratungen teil. Er würdigte Portal "Vatican News" am Wochenende die Ergebnisse der Zusammenkunft: "Man hat bei allen gespürt: Sie wollen die Einheit suchen."

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Dem ursprünglich vom Päpstlichen Einheitsrat und dem Lutherischen Weltbund (LWB) erarbeiteten Dokument sind mittlerweile auch der Weltrat Methodistischer Kirchen, die Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen und die Anglikanische Gemeinschaft beigetreten. Die Vertreter der fünf Kirchen sprachen sich für weitere Schritte zur Vertiefung der Gemeinschaft und auf eine sichtbare Einheit hin aus, wie aus dem vom LWB in Genf verbreiteten Kommuniqué hervorgeht.
Koch sagte, die Tagung habe gezeigt, dass "wir eine wunderbare Botschaft zur gemeinsamen Rechtfertigungslehre haben", die allerdings "nicht leicht zu verstehen ist, weil der Begriff Rechtfertigung übersetzt werden muss". Alle teilten dieselbe Taufe, und aufgrund dieser gemeinsamen Taufe "können wir weitergehen", so der Schweizer Kurienkardinal.
Ein Komitee der fünf Gemeinschaften solle sich künftig einmal jährlich treffen. Darüber hinaus solle es in drei oder fünf Jahren eine neue Zusammenkunft dieser fünf Gemeinschaften geben, "um weitere Schritte in die Zukunft auf die sichtbare Einheit zu tun".

"Jetzt zu fünft auf gemeinsamem Boden"

LWB-Generalsekretär Martin Junge sagte "Vatican News", die Tagung im März habe sozusagen "Zwei plus Drei" im Ablauf der Annahme der Rechtfertigungs-Erklärung durchbrochen: "Wir stehen jetzt zu fünft auf einem gemeinsamen Boden und wollen uns zum einen weiterhin dafür einsetzen, dass wir diese wichtige lebens- und heilsbringende Botschaft der gnadenvollen Zuwendung Gottes in Christus weitertragen." Sie solle besonders den Menschen dienen, die von Armut, Unterdrückung und Verfolgung bedroht seien, betonte Junge.
Zugleich wollten die beteiligten Kirchen schauen, "was es für die Einheit der Kirche bedeutet, dass wir uns über die grundsätzliche Frage, wie das Heil Gottes an uns Menschen ergeht, einig sind", so der deutsch-chilenische Theologe. Es gebe "einen differenzierten Konsens, aber trotzdem Einigkeit", erläuterte er.
Die am 31. Oktober 1999 in Augsburg unterzeichnete Erklärung zur Rechtfertigungslehre hatte einen Konsens in Grundfragen der in der Reformation aufgeworfenen theologischen Debatte über die Erlösung des Menschen durch Gott gebracht. Das Papier gilt als Meilenstein im ökumenischen Dialog.

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