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Französischer Autor: Interviews mit Kardinälen unter falschem Vorwand

8. März 2019 in Weltkirche, 3 Lesermeinungen
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Kardinal Gerhard Müller und Kardinal Walter Kasper kritisieren das Vorgehen von Frédéric Martel. Dieser habe sich unter falschen Angaben Zugang zu ihnen verschafft.


Rom (kath.net/LSN/jg)
Im Zuge der Recherchen für sein Buch über Homosexualität im Vatikan hat sich der französische Journalist Frédéric Martel unter falschem Vorwand Zugang zu Kardinal Kasper und Kardinal Müller verschafft. Dies haben beide Kardinäle gegenüber LifeSiteNews bestätigt.

Martel habe sich als Mann vorgestellt, der vom Glauben abgefallen sei, aber Papst Franziskus als Reformer bewundere, berichtete Kardinal Gerhard Müller, der ehemalige Präfekt der Glaubenskongregation. Er habe den Eindruck gehabt, Martel habe sei am Glauben interessiert gewesen. Seine Absicht sei es gewesen, Martel bei der Suche nach einem Weg zurück in die Kirche zu helfen, schrieb der Kardinal Müller.

Martel widmet Müller einige Seiten in seinem Buch „ „Sodoma – Enquète au coeur du Vatican“ (dt. „Sodom – Untersuchung im Herz des Vatikan, engl. Titel: „In the Closet of the Vatican“). Er bezeichnet den Kardinal als „homophob“. Nach seiner Ansicht ist es um so wahrscheinlicher, dass ein Kleriker selbst homosexuell ist, je homophober er ist.


Kardinal Walter Kasper erinnerte sich an ein Treffen mit Martel. Er habe um ein Gespräch über die externen Beziehungen des Heiligen Stuhls gebeten. Er, Kasper, sei der Ansicht gewesen, Martel wolle über ökumenische Beziehungen sprechen, schrieb der ehemalige Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen. Beim Gespräch stellte sich dann heraus, dass der Journalist an homosexuellen Beziehungen innerhalb des Vatikan interessiert sei.

Er habe Martel geantwortet, dass ihn dieses Thema nicht interessiere und er keine Informationen darüber habe. Gerüchte würden ihn nicht interessieren, weshalb er zu dem Thema keinen Kommentar abgeben könne.

Martel stellte die Begegnung mit Kardinal Kasper auf Anfrage von LifeSiteNews anders dar. Er habe den Kardinal zweimal getroffen, im Juni 2017 und im März 2018. Er habe Aufzeichnungen gemacht und die Zitate in seinem Buch seien korrekt.

Kardinal Baldisseri habe bestätigt, was er über Kaspers Rolle bei den beiden Familiensynoden im Buch geschrieben habe, ergänzte er. Laut Martel hat Kasper das Vorgehen von Papst Franziskus bei kontroversen Themen als „Strategie der kleinen Schritte“ beschrieben.

Von LifeSiteNews auf dieses Zitat angesprochen antwortete Kardinal Kasper, dass kein Protokoll von seiner Begegnung mit Martel existiere und dieser keine Notizen gemacht habe. Er habe von Martels Buch gehört, es aber nicht gelsesn. Der Journalist habe ihm die Zitate auch nicht zur Autorisierung geschickt. So wie der Abschnitt zitiert sie, werde er ihn nicht bestätigen, betonte Kasper.

Er habe leider erst nach dem Gespräch mit Martel erfahren, um wen es sich handle. Er sei um das Interview unter ganz anderen, offensichtlich vorgespielten Bedingungen gebeten worden, schrieb Kasper an LifeSiteNews.


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