Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „Unwahrscheinlich aber eindeutig: Gemeinsamkeiten zwischen der Piusbruderschaft und Priesterinnen“
  2. Vatikan sieht Kirche vor Traditionsbruch
  3. AfD-Gemeinderat muss Katholische Landjugendbewegung verlassen
  4. Vatikan: Bischöfe fordern langfristige Begleitung von Ehepaaren
  5. USA: Zahl der Teenager-Mädchen, die sich als lesbisch oder bisexuell bezeichnen, sinkt stark
  6. „Die trügerische Taktik der stillen Revolution“
  7. Good news - Vatikan: Papst Leo ist krebsfrei und braucht keine weitere Therapie!
  8. Hartl: Wenn das in Frankreich „Schülerproteste sind, warum weht so oft die Palästinenserfahne?“
  9. Britischer Erzbischof Longley erlaubt zwei Messfeiern im vortridentinischen Sarum-Usus
  10. Herabstürzendes Kruzifix tötet Priester während der Messe
  11. Was wir mit unserem Körper tun, ist theologisch“
  12. „Wenn du ihn verstehst, ist es nicht Gott“
  13. Papst Leo sagt die Assisi-Reise ab!
  14. Norwegischer Bischof Erik Varden über „Laetitiae amor“ und „Amoris laetitia“
  15. Ohne Furcht und Heuchelei. Die Freiheit für das Gute ohne Kompromisse

Rom: 75. Jahrestag der Papstvisite in zerstörter Basilika

18. Juli 2018 in Chronik, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Geste am Platz vor der vom Bombenhagel getroffenen Kirche San Lorenzo zählt zu ausdrucksstärksten Bildern des Pontifikats von Pius XII. - Er wollte Rom im Zweiten Weltkrieg aus den Kampfhandlungen heraushalten - Von Johannes Schidelko - VIDEO


Rom (kath.net/KAP) Vor 75 Jahren wurde Rom vom ersten und mit Abstand schwersten Luftschlag auf die Ewige Stadt im Zweiten Weltkrieg getroffen. Drei Stunden lang luden 500 amerikanische und britische Flugzeuge um die Mittagszeit mehr als 1.000 Tonnen Bombenlast über dem San-Lorenzo-Viertel im Osten Roms ab. Die Bilanz des Angriffs, der sich am am 19. Juli zum 75. Mal jährt: 1.500 Tote, 1.600 Verletzte und zahlreiche zerstörte oder schwer beschädigte Gebäude, darunter die Papst-Basilika San Lorenzo.

Papst Pius XII., der Rom mit allen Mitteln aus den Kampfhandlungen des Zweiten Weltkriegs herauszuhalten versuchte, protestierte nach dem Bombenhagel auf seine Weise. Nur von zwei Gendarmen und seinem Substituten Giovanni Battista Montini - dem späteren Papst Paul VI. - begleitet, fuhr er sofort zum Unglücksviertel. Vom Apostolischen Palast aus hatte er die Angriffe und die Rauchsäulen über dem Osten der Stadt gesehen, wie seine Haushälterin Schwester Pasqualina in ihren Aufzeichnungen notierte.

Während sich weder König Viktor Emanuel III. noch ein Vertreter der faschistischen Führungsriege blicken ließen, traf der Papst auf dem Vorplatz der San-Lorenzo-Basilika mit den traumatisierten Menschen zusammen. Inmitten der Trümmer kniete er nieder und betete das Klagegebet "De profundis". Seine Soutane war blutverschmiert - ein verwundeter Bub hatte ihn berührt. Die Menschen riefen "Wir wollen Frieden". Pius XII. tröstete die Verletzten und Hinterbliebenen. Flehend und warnend erhob er die ausgebreiteten Arme zum Himmel. Die Geste zählt zu den ausdrucksstärksten Bildern seines Pontifikats. Sie ist vor Ort, nahe dem Eingang zum Verano-Friedhof, in einer lebensgroßes Bronzeskulptur festgehalten.


Die vatikanische Diplomatie protestierte gegen die von langer Hand geplante Operation "Crosspoint". Der Papst telegraphierte an US-Präsident Franklin D. Roosevelt, den Heiligen Charakter der Hauptstadt der Christenheit zu achten und sie von weiteren Bombardements zu verschonen. Zugleich forderte der Vatikan die Italiener auf, hohe militärische Kommandos aus der Stadt zu schaffen, die den Alliierten Grund zu Angriffen geben könnten. Er rief dazu auf, Rom zu einer "offenen Stadt" zu machen.

Zehn Tage nach dem großen Luftangriff wurde Diktator Benito Mussolini gestürzt und verhaftet. Italien blieb zunächst auf deutscher Seite im Krieg, bereitete jedoch seine Kapitulation vor. Unmittelbar nach deren Bekanntwerden am 9. September 1943 rückten deutsche Truppen in Rom ein. Für neun Monate war die Ewige Stadt von den Nazis besetzt. Am 4. Juni 1944 übernahmen dann US-Einheiten von Osten her die Stadt, während gleichzeitig die deutschen Verbände nach Norden abzogen. Zu größeren Kämpfen kam es aufgrund vorheriger Absprachen dabei nicht.

Bombenabwurf auf den Vatikan

Der Bombenabwurf vom 19. Juli 1943 war nicht der letzte Luftangriff auf Rom; die späteren waren jedoch nicht so verheerend. Das römische Stadtzentrum blieb danach von Kriegszerstörungen weitgehend verschont. Aber am 4. November 1943 wurde der Vatikan getroffen: In den späten Abendstunden fielen vier Bomben. Ein Fehlabwurf ist ausgeschlossen, weil das einzelne Flugzeug vorher länger über Rom kreiste und bei klarem Mondlicht gute Sicht bestand. Die Bomben richteten beträchtlichen Sachschaden am Governatorat und am Bahnhof an; in der ganzen Umgebung flogen die Fensterscheiben heraus. Jedoch wurde niemand verletzt oder getötet. Wenn auch durch glückliche Umstände: Der spätere Kardinal Domenico Tardini hatte kurz zuvor sein Studio im Governatorat verlassen, das schwer beschädigt wurde.

Die vatikanische Diplomatie protestierte und forderte bei Alliierten und Deutschen Aufklärung. Aber jede Seite bestritt den Abwurf und machte die Gegenseite für den Angriff verantwortlich. Der Vatikan hat die Schäden nach dem Angriff weitgehend beseitigt. Nur die getroffene Fassade des Bahnhofs, in dem heute ein Supermarkt für Elektronik, Getränke und Bekleidung untergebracht ist, wurde nie repariert. Auch nach 75 Jahren sieht man noch die von Bombensplittern beschädigte Front.

Originalaufnahmen: Papst Pius XII. besucht nach dem Bombardement Roms durch die Allierten die Römer bei der getroffenen Basilika San Lorenzo


Copyright 2018 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 myschkin 18. Juli 2018 
 

Pater Patriae

Papst Pius XII. war in dieser Zeit der Pater Patriae Italiens und Roms, als die weltlichen Politiker des Landes samt und sonders komplett versagten, die Königsfamilie inbegriffen. Er genießt in Rom, wie ich von meinen dortigen Freunden weiß, nach wie vor hohe Verehrung. In Rom hat man dem Papst seine tatkräftige Hilfe und Umsicht und seine Solidarität mit der Bevölkerung der Stadt in dieser bösen Zeit nie vergessen. Man kann nur mit größtem Respekt von ihm reden.


3
 
  18. Juli 2018 
 

Ein großer Papst in schwerer Zeit ...

Wann wird er endlich zur Ehre der Altäre erhoben?


6
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Pius XII.

  1. Pius XII., der Vatikan und der neue Kulturkampf gegen die Kirche
  2. Entwurf für unveröffentlichte Enzyklika von Pius XII. entdeckt
  3. „Die Wahrheit wird uns dankbar werden lassen!“
  4. Ein Espresso für den Obersturmbannführer
  5. Keine Abstriche bei der Lehre, aber Verkündigung „in neuer Sprache“
  6. Pius XII.: „Der Mensch ist nur groß, wenn er kniet“
  7. „Die Kirche fürchtet die Geschichte nicht - sie liebt sie“
  8. Will Franziskus den Weltkriegspapst bald seligsprechen?
  9. Eine „unterschlagene“ Enzyklika?
  10. Wann erfuhr der Vatikan von Auschwitz?







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Bravo! Erbprinz Alois legt Veto gegen Abtreibungsgesetz in Liechtenstein ein
  3. Apostolisch und nix anderes
  4. Die Bibel schweigt nicht zur Abtreibung. Es gibt die Zehn Gebote: Du sollst nicht töten!'
  5. Norwegischer Bischof Erik Varden über „Laetitiae amor“ und „Amoris laetitia“
  6. "Ministrant Putins": Tück übt scharfe Kritik an Moskauer Patriarch
  7. „Mehr Katholiken in Afrika als in Europa“
  8. Was wir mit unserem Körper tun, ist theologisch“
  9. Ohne Furcht und Heuchelei. Die Freiheit für das Gute ohne Kompromisse
  10. Genesungswünsche für Papst: "Lieber Papst Leo ..."
  11. Vatikan: Bischöfe fordern langfristige Begleitung von Ehepaaren
  12. Medjugorje-Seher: "Ich bin nur ein Werkzeug"
  13. Nach Sperre: Au-pair-Plattform stimmt Vergleich mit christlichem Vater zu
  14. Papst Leo XIV. verlässt heute das Gemelli-Krankenhaus
  15. Papst-Telefonat mit Putin: Leo XIV. tief besorgt über humanitäre Lage in der ukrainischen Stadt Oles

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz