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Gottesdienste zentral oder vor Ort?

31. Mai 2018 in Kommentar, 11 Lesermeinungen
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Nicht bei jeder Argumentation geht es wirklich um das, was vordergründig thematisiert wird. Gastbeitrag von Pfr. Robin Baier


Berlin (kath.net) In den letzten Jahrzehnten ist die Zahl der Priester stark zurückgegangen. Als Folge davon kann mittlerweile in den meisten Pfarreien nicht mehr in jeder Kirche sonntags die Heilige Messe gefeiert werden. Eine Möglichkeit, dem zu begegnen, wäre, dass die Gläubigen die Kirchorte aufsuchen, an denen die Heilige Messe stattfindet. Diese Option lehnen aber mache Priester und Pastoralreferenten ab und wollen stattdessen lieber lokal einen von Laien geleiteten Wortgottesdienst anbieten. Das dafür vorgebrachte Argument lautet: Man möchte das „Leben vor Ort“ erhalten.


Kurioserweise kommt es immer wieder vor, dass die selben Leute ihre Argumentation vollständig herumdrehen, sobald es um die Gestaltung von Fronleichnam geht: In vielen Pfarreien bemisst sich die Zahl der Fronleichnamsprozessionen nicht nach der Zahl der Priester, sondern es wird lieber eine Zentralveranstaltung angeboten. Das Argument, das dafür ins Feld geführt wird, lautet: Man möchte diesen Tag in Gemeinschaft feiern.

Der Umstand, dass einmal für und einmal gegen zentrale Messfeiern argumentiert wird, deutet darauf hin, dass dahinter etwas ganz anderes steckt. Tatsache ist: Im ersten Fall nehmen weniger Gläubige an der Heiligen Messe teil und im zweiten Fall wird das Allerheiligste durch weniger Straßen getragen.

Der rote Faden, der sich hier wie dort durch die Argumentation zieht, ist also, dass die Bedeutung der Eucharistie nicht mehr ganz verstanden wird.


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