Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Endgültiger Bruch mit Rom droht: Priesterbruderschaft St. Pius X. kündigt Bischofsweihen an
  2. Der Vatikan ist in Kontakt mit der Bruderschaft St. Pius X., um eine Spaltung zu vermeiden
  3. Bischof Oster legt nach: Grundsatzkritik am (deutsch-)Synodalen Weg
  4. Weihen ohne päpstliche Erlaubnis geplant: Papst Leo XIV. berät mit Vatikanbehörde
  5. Bischof Oster: „In der Sache selbst war ich ja in mehrfacher Hinsicht kritisch“
  6. Bischöfe und Funktionäre im Paralleluniversum
  7. Die synodale Sackgasse der Anderskatholischen
  8. Kard. Müller nach Gespräch mit Papst Leo: „Atmosphäre ist von wechselseitigem Vertrauen bestimmt“
  9. Wohltuende Überraschung: Papst beruft norwegischen Bischof Erik Varden OCSO zu seinem Fastenprediger
  10. Fatales Gerichtsurteil in Deutschland: Chefarzt siegt gegen katholisches Klinik-Verbot
  11. Medienkrise verschärft sich: Dramatische Auflagenverluste für Tageszeitungen in Deutschland
  12. Hunderte Einsprüche gegen Pfarrauflösung in der Diözese Linz - Keine Antworten aus Rom
  13. Schwere Zensur-Vorwürfe aus den USA: EU unterdrückt die Meinungsfreiheit
  14. Massive Medienvorwürfe gegen den Priester Wolfgang Rothe als Mitglied des Betroffenenbeirats
  15. Die Heilige Schrift als Wort Gottes und Raum der Offenbarung in menschlicher Sprache

Die Päpste und die Hexen

5. November 2003 in Buchtipp, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Mit Klischees über "die" hexenverfolgende katholische Kirche räumt der Historiker Rainer Decker auf. Er recherchierte im römischen "Inquisitionsarchiv".


Wien (www.kath.net) Man könne nicht "pauschal von 'der' hexenverfolgenden katholischen Kirche sprechen". Zu dieser Schlussfolgerung kommt der Paderborner Historiker Rainer Decker in seinem Buch "Die Päpste und die Hexen". Decker hatte als einer der ersten Wissenschafter Gelegenheit, das römische "Inquisitionsarchiv", das Archiv der heutigen Glaubenskongregation, einzusehen. Anhand vieler Fallbeispiele präsentiert er neue Erkenntnisse über ein dunkles Kapitel der europäischen Geschichte. Der deutsche Wissenschafter liefert eine Reihe von sauberen historischen Belegen, die zeigen, dass es "die" hexenverfolgende Kirche, die ein Schlachtfeld im Mittelalter und früher Neuzeit hinterlassen hat, nie gegeben hat.

Zum einen weist Decker auf die Tatsache hin, dass bei den Massenverfolgungen im westlichen Alpenraum seit 1430/40 die weltlichen Gerichtshöfe führend waren, auch was die Todesurteile angeht. Addiert man alle Einzelnachrichten von Hexenverfolgungen, so ergibt sich für die mittelalterliche päpstliche und päpstliche Inquisition eine Zahl von deutlich unter 1000 Menschen, die wegen Hexerei verbrannt wurden. Erheblich niedriger ist der Wert für die neuzeitliche, das heißt die 1542 gegründete römische Inquisition. Decker: "Massenverfolgungen hat sie ebensowenig durchgeführt wie ihre spanischen und portugiesischen Schwestern. Die Zahl der Hinrichtungen liegt bei unter 100."

Der Wissenschafter macht außerdem darauf aufmerksam, dass in Italien auffallend viele Männer unter den wegen Magie Angeklagten waren, in Friaul waren es rund 50 Prozent. "Die passt nicht zu der landläufigen Vorstellung von den frauenfeindlichen Klerikern", folgert Decker. "Es genügt eben nicht, den in der Tat frauenfeindlichen 'Hexenhammer' zu zitieren, sondern es wäre zu untersuchen, ob die Kirche, präziser gesagt: die Kirchen, seinen Empfehlungen folgten." Eine aktuelle Arbeit komme weiters zu dem Ergebnis, "dass in den evangelisch-lutherischen Territorien Deutschlands der Anteil der wegen Hexerei verfolgten Frauen größer war als in den katholischen. Die einfache Kausalkette Zölibat - sexuelle Verklemmtheit - Frauenfeindlichkeit - Hexenverfolgung ist mehr als fragwürdig."

Decker bringt auch Klarheit in die Begrifflichkeit: Er unterscheidet präzise die mittelalterliche von der neuzeitlichen Inquisition und die spanische und portugiesische von der römischen. Er analysiert außerdem, was an welchem Ort als Hexerei verstanden wurde, was als Ketzerei, als Magie oder als Häresie. Die 184-Seiten-Studie will begangene Irrtümer und Verfehlungen von Vertretern der römisch-katholischen Kirche keineswegs beschönigen. Der Historiker verschweigt nicht jene Fälle von Päpsten und Klerikern, die an die Existenz von Hexen und an deren Magie glaubten und meinten, entsprechend rigide gegen sie vorgehen zu müssen. Er räumt jedoch mit dem Pauschalurteil auf, es sei Anliegen der gesamten Kirche gewesen, Hexen zu verfolgen.

Rainer Decker, Die Päpste und die Hexen. Aus den geheimen Akten der Inquisition, Primus Verlag, 25,70 Euro.

Das Buch kann direkt bei KATH.NET in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung CHRIST-MEDIA (Linz) bestellt werden. Lieferung in alle deutschsprachigenLänder möglich. Es werden die anteiligen Portokosten dazugerechnet. Die Bestellungen aus Deutschland werden in Deutschland aufgegeben, dadurchentstehen nur Inlands-Portokosten.

[email protected]



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Hexen

  1. Bitte an Kölner Kardinal: Hexe Katharina Henoth rehabilitieren
  2. Der Hexenwahn als extrem physische Erfahrung
  3. Berliner Ausstellung räumt mit Hexen-Klischees auf






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Endgültiger Bruch mit Rom droht: Priesterbruderschaft St. Pius X. kündigt Bischofsweihen an
  3. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  4. Bischof Oster legt nach: Grundsatzkritik am (deutsch-)Synodalen Weg
  5. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  6. Kard. Müller nach Gespräch mit Papst Leo: „Atmosphäre ist von wechselseitigem Vertrauen bestimmt“
  7. Nach „Wort zum Sonntag“: Staatsanwaltschaft ermittelt weiter gegen Pastorin Behnken
  8. Der Vatikan ist in Kontakt mit der Bruderschaft St. Pius X., um eine Spaltung zu vermeiden
  9. Papst Leo XIV.: 'Abtreibung ist der größte Zerstörer des Friedens'
  10. Bischöfe und Funktionäre im Paralleluniversum
  11. Weihen ohne päpstliche Erlaubnis geplant: Papst Leo XIV. berät mit Vatikanbehörde
  12. Massive Medienvorwürfe gegen den Priester Wolfgang Rothe als Mitglied des Betroffenenbeirats
  13. Schwere Zensur-Vorwürfe aus den USA: EU unterdrückt die Meinungsfreiheit
  14. Ist Jesus der Herr?
  15. Wohltuende Überraschung: Papst beruft norwegischen Bischof Erik Varden OCSO zu seinem Fastenprediger

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz