17 Dezember 2017, 08:30
Muslimischer Premierminister regiert mehrheitlich katholisches Land
 
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Osttimor ist zu etwa 97 Prozent katholisch - Der muslimische Premier tritt bereits seine zweite Amtszeit an

Dili (kath.net/Agenzia Fides) Obwohl sich das Land in einer turbulenten politischen Phase befindet und die neue Regierung mit einer knappen Mehrheit im Parlament regieren muss, regiert der muslimische Ministerpräsident Mari Bin Amudi Alkatiri das Land mit einer großen katholischen Mehrheit. Er ist seit September 2017 im Amt und sieht sich mit politischen und wirtschaftlichen Herausforderung konfrontiert. In dem erst seit 2002 unbhängigen Land sind 60% der Einwohner unter 25 Jahren alt.

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„Ost-Timor ist zu etwa 97% katholisch und damit in Asien das Land mit dem höchsten Anteil der Katholken an der Gesamtbevölkerung“, so der katholische Wissenschaftler Acacio Pinto, „Das Land ist jedoch nicht theokratisch und der katholische Glaube ist nicht Staatsreligion. Die Verfassung erkennt den Beitrag der katholischen Kirche zur Selbstbestimmung des Volkes an, wahrt aber das Prinzip der Religionsfreiheit. So ist es kein Problem, dass der derzeitige Premierminister Mari Bin Amudi Alkatiri ein Muslim der historischen Revolutionspartei (Fretilin) ist. Dies ist seine zweite Amtszeit als Regierungschef: Die erste war, als Osttimor 2002 seine Unabhängigkeit wiedererlangte; im Jahr 2006 trat er jedoch wegen politischer und militärischer Unruhen zurücktreten".

"In der pluralistischen Gesellschaft Ostimors stieß Alkatiri trotz seines religiösen Glaubens, der sich von dem der Mehrheit der Bevölkerung unterscheidet, nicht auf Vorurteile seitens der anderen Parteien oder Politiker. Seine Fähigkeiten im Bereich der Verwaltung, sowie sein besonderes Augenmerk für die die Steuerpolitik haben viele Bürger überzeugt, darunter auch führende Vertreter der katholischen Kirche. Bischof Basilio do Nascimento, der das Bistum Baucau leitet, begrüßte zum Beispiel die Wahl von Alkatiri zum Premierminister.
"Die derzeitige politische Unsicherheit ist auch darauf zurückzuführen, dass die Rgierungspartei im Parlament zum Teil auf Schwierigkeiten stößt“, so Pinto abschließend, „Wir werden sehen, ob er bis zum Ende des Jahres Regierungschef bleiben wird. Doch wenn die Regierung scheitert, dann ist das sicherlich nicht auf den religiösen Faktor zurückzuführen".







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