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Sister auf der Suche nach wahrer Größe

18. Mai 2017 in Kommentar, 2 Lesermeinungen
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Wenn etwas ein religiöses Symbol ist, muss es weg? Sogar der Fischanhänger der evangelischen Lehrerin in Berlin? Gastkommentar von Sr. Barbara Offermann OP


Bethanien (kath.net/Bethanien bloggt) Ehrlich gesagt: ich bin verwirrt.

In Berlin gibt es seit 2005 das sogenannte Neutralitätsgesetz, dass es Lehrern, Polizisten und Justizangestellten verbietet, im Dienst religiöse Symbole zu tragen. Find ich nicht gut, ist aber soweit noch klar.

Da das Ziel die Neutralität ist, gilt das Gesetz gleichermaßen für die jüdische Kippa, das muslimische Kopftuch und das christliche Kreuz. Alle drei verboten. Find ich – wie gesagt – ziemlich übel, ist aber immer noch klar.

Dementsprechend wurde eine muslimische Lehramtsbewerberin nicht zugelassen und jetzt ganz aktuell musste eine evangelische Lehrerin ihre Kreuzkette abnehmen. Find ich – vielleicht erwähnte ich es schon – völlig bescheuert, und jetzt ist es auch mit der Klarheit vorbei. Denn das Gesetz erlaubt ausdrücklich das Tragen von Schmuck. Das Kreuz der Lehrerin aber war – so berichtet die Berliner Zeitung – „auffällig groߓ. Für die Zeitung ergibt sich daraus die Frage: „Aber ab wie viel Zentimeter Länge ist ein Kruzifix noch ein Schmuckstück, ab wann ein vornehmlich religiöses Symbol?“


Ja, und diese Frage, die verwirrt mich.

Ich habe extra ein Selfie gemacht, damit ihr das Kreuz sehen könnt, dass ich trage, wenn ich in Zivil bin. Im Internet fand ich das Foto einer jungen Dame, die ein etwas größeres Kreuz zu tragen hat. Vielleicht sollte man beide Bilder mal der Berliner Zeitung einschicken. Dann dürfen sie dreimal raten, welches der beiden Kreuze ein religiöses Symbol ist und welches nur Schmuck.

Der besondere Clou an der Geschichte ist einerseits die aktuelle Fortsetzung: die Lehrerin hat dann einen Fischanhänger getragen, der sofort als „Ichthys“, das geheime Erkennungszeichen der antiken Christen, identifiziert wurde. Die Schulaufsicht (!) wurde eingeschaltet, zeigte sich „alarmiert“ und kam dann zu dem beeindruckenden Fazit: „Wenn es ein religiöses Symbol ist, muss es abgenommen werden“. Tja, wenn.

Wäre ich diese Lehrerin, würde ich den Ichthys zu einem Symbol für den BUND oder den WWF erklären. Ich bin halt tierlieb, wollte immer schon einen Fisch haben, hab aber ne Wasserallergie – oder so ähnlich.

Wenn es ein religiöses Symbol ist, muss es weg??? Und wenn die Bildungssenatorin hysterisch wird (Stichwort „auffallend großes Kreuz“)? Muss sie dann nicht vielleicht auch, bitte, gehen?

Die muslimische Lehramtsanwärterin hat übrigens eine Entschädigung zugesprochen bekommen. Das ganze Neutralitätsgesetz ist nämlich verfassungswidrig (katholisch.de; 17.5.2017). Aber das nur am Rande.

Schwester Barbara Offermann (Foto) gehört zu den Dominikanerinnen von Bethanien und ist dort für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich. Sie engagiert sich u.a. in den Bethanien Kinderdörfern und in der Pfarrgemeinde.

Foto: Modell einer Ordensfrau und ein umgehängtes Kreuz


Foto (c) Sr. Barbara Offermann OP


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Lesermeinungen

 Schimmelreiter 19. Mai 2017 

Bäckereien werden geschlossen

Wenn das so weitergeht, kommt noch jemand auf die Idee, Bäckereien schließen zu lassen. Der Buchstabe "T" wird aus dem Alphabet gestrichen und die Stadt Mannheim von Straßenkreuzung auf Kreisverkehr umgebaut. Dann kann man auch gleich die gegenderten Homoampeln wie in Flensburg installieren. Nur die matheschwachen Schüler werden sich freuen: Endlich keine Koordinatensysteme mehr. Juhu! Armes Deutschland, mit Karacho ins Verderben!


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 athanasius1957 18. Mai 2017 
 

Quod licet Iovi, non licet bovi!

Und was ist mit den zur Halskette=Halsschmuck verkommenen Rosenkränzen, die in den Billig=Ramschläden zum Preis von 1-5 Euro angeboten werden?
Werden diese dann genauso zum religiösen Symbol?
Fische, Hahn, Brote, Wein dürfen dann auch net mehr zum Essen gereicht werden? Vom Schwein ganz zu schweigen!


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