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Nicaragua: „Kirche in Not“ verurteilt Brandanschlag auf Kathedrale

4. August 2020 in Weltkirche, 3 Lesermeinungen
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Das weltweite päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ (international: Aid to the Church in Need – ACN) verurteilt auf das Schärfste den terroristischen Brandanschlag auf die katholische Kathedrale in Managua, der Hauptstadt Nicaraguas.


Wien-München (kath.net/KIN)

Das weltweite päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ (international: Aid to the Church in Need – ACN) verurteilt auf das Schärfste den terroristischen Brandanschlag auf die katholische Kathedrale in Managua, der Hauptstadt Nicaraguas. „Wir fühlen uns den Katholiken des Landes in dieser schweren Stunde nahe und versichern ihnen unseren Beistand im Gebet“, erklärte der Geschäftsführende Präsident von „Kirche in Not“ International, Dr. Thomas Heine-Geldern. „Dies ist der jüngste Vorfall in einer Kette von anti-christlichen Übergriffen – nicht nur gegen Bauwerke, sondern gegen den katholischen Glauben. Wir hoffen, dass der oder die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.“


 

Erzdiözese spricht von Terrorakt

Am 31. Juli verübte einer Stellungnahme der Erzdiözese Managua zufolge ein bislang unbekannter Täter einen Brandanschlag auf die Sakramentskapelle der Kathedrale von Managua. Dabei wurde ein wertvolles Kruzifix aus dem 17. Jahrhundert fast völlig zerstört. Vor dem Kreuz hatte der heilige Papst Johannes Paul II. anlässlich seines Nicaragua-Besuches im Jahr 1996 gebetet.

Die Stellungnahme des Erzbistums sprach ausdrücklich von einem „Terrorakt“ und widersprach damit der Vizepräsidentin Nicaraguas. Sie hatte erklärte, der Brand sei durch brennende Kerzen ausgelöst werden. Wegen des historischen und religiösen Wertes des Kruzifixes sei auf peniblen Brandschutz in der Kapelle geachtet worden. Die Erzdiözese Managua sieht stattdessen aufgrund von Zeugenaussagen eine geplante und durchdachte Attacke als Ursache für den Brand an. Der oder die Täter hätten sich offensichtlich gut mit Brandsätzen ausgekannt.

„Diese Angriffe auf den Glauben des katholischen Volkes verlangen eine gründliche Analyse, um die geistigen und materiellen Urheber dieses makabren und sakrilegischen Aktes aufzuklären“, so die Erklärung.

 

Vermehrte Attacken auf kirchliche Einrichtungen

Der Brandanschlag ist das jüngste Ereignis in einer Reihe von Übergriffen gegen katholische Kirchen in Nicaragua. Allein seit Mitte Juli ist es zu drei Anschlägen auf Kirchen gekommen. Dabei wurden Gotteshäuser beschädigt und religiöse Gegenstände gestohlen. Dem Erzbistum zufolge drücke sich darin nichts Anderes als Hass auf die katholische Kirche und ihre Arbeit aus.

Nicaragua steckt seit 2018 in einer politischen Krise. Damals brachen Massenproteste gegen die sandinistische Regierung unter Präsident Daniel Ortega aus. Die katholische Kirche hatte zwischen Regierung und Opposition zu vermitteln versucht. Auch hatte sie protestierenden Studenten, die von Militärs angegriffen worden waren, Obhut in kirchlichen Einrichtungen gewährt. Daraufhin wurden Bischöfe und Priester selbst vielfach Opfer von Attacken durch Regierungsanhänger.

Foto: Zerstörtes Kreuz nach dem Brandanschlag auf die Kathedrale von Managua. © Kirche in Not


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