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Hosanna dem Sohne Davids!

8. April 2017 in Spirituelles, keine Lesermeinung
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Predigt von Josef Spindelböck zum Palmsonntag A (09.04.2017).


St. Pölten (kath.net/ stfosef.at)
L1: Jes 50,4–7; L2: Phil 2,6–11; Passions-Ev: Mt 26,14–27,66

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Wie rasch doch die Begeisterung in ihr Gegenteil umschlagen kann!

Da wird Jesus von der Schar seiner Jünger und auch von vielen anderen Menschen beinahe enthusiastisch begrüßt, als er auf dem Esel in die Stadt Jerusalem einzieht. „Hosanna dem Sohne Davids!“ rufen sie. Das heißt so viel wie: Wir huldigen dir, du Erbe und Nachkomme des Königs David. Bring uns Hilfe! Wir setzen unser ganzes Vertrauen, unsere ganze Hoffnung auf dich.

Und dann, wenige Tage später, ruft eine verhetzte Menge vor Pilatus: „Ans Kreuz mit ihm!“ Sie wollen den Tod dessen, auf den so viele ihre Hoffnung gesetzt hatten, und dies, obwohl er kein Verbrechen begangen hat. Die Ohren der von geistiger Blindheit und von Hass erfüllten Menge sind taub geworden für Argumente. Und Jesus wird ans Kreuz genagelt, wo er für das Heil der Menschen stirbt!


Der Palmsonntag eröffnet die Karwoche, und wir treten damit ein in die besondere Zeit der Vorbereitung für die Feier des Osterfestes. Zeichenhaft begrüßen auch wir unseren Herrn Jesus Christus mit Palmzweigen. Im Glauben bekennen wir ihn als unseren Retter.

Was erwarten wir von unserem Herrn Jesus Christus, welche Hoffnung setzen wir auf ihn? Er ist kein politischer Messias, der die staatlichen und sozialen Ordnungen reformieren will oder gar einen revolutionären Umsturz plant; er ist auch kein Feldherr, der ein Heer aufstellt und mit ihm in den Krieg zieht, um einen militärischen Triumph zu erzielen. Er ist unser König, der am Kreuze stirbt und von den Toten aufersteht, um uns das ewige Leben in der Gemeinschaft mit Gott zu schenken.

Was Jesus Christus uns zu geben vermag, das ist viel mehr als alle irdischen Großen uns versprechen können. Den Frieden mit Gott, ja die Seligkeit in der Schau Gottes von Angesicht zu Angesicht im Himmel – all dies kann man sich nicht mit materiellen Gütern erkaufen und auch nicht durch Eigenleistung verdienen. Zuallererst ist es ein Geschenk, das uns Gott in seinem Sohn macht: es ist Gnade.

Dieser Gnade gilt es freilich zu entsprechen, indem wir sie entsprechend wertschätzen. Wenn wir diese kostbare Perle gefunden haben, dann heißt es, sie einzusetzen in unserem Leben. Wir leben in der Verbundenheit mit Jesus Christus, dem Gekreuzigten und Auferstandenen. Wir haben Anteil am Geheimnis seines Todes und seiner Auferstehung. Der Keim des ewigen Lebens ist uns in der heiligen Taufe bereits in unser Herz gelegt worden.

Bitten wir Gott den Herrn, dass wir ihm stets treu bleiben! Nicht Wankelmütigkeit soll uns erfassen, sondern im Vertrauen auf Gottes Schutz und Beistand möge unser Leben Bestand ha-ben in einem festen, unerschütterlichen Glauben und in der treuen Erfüllung der Gebote Gottes. So wirken wir unser Heil und erhalten einst Anteil am ewigen und seligen Leben! Amen.


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