Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:









Top-15

meist-diskutiert

  1. Papst Franziskus für Zivilunion für gleichgeschlechtliche Paare
  2. Ein künstlich zusammengeschnittenes Interview und Schweigen im Vatikan
  3. ‚Gehorsamstraining’: Kommentator verurteilt Maskenverordnungen
  4. „Wortlaut der Interviewäußerung ist mir nicht bekannt, aber die Wirkung ist fatal“
  5. Umstrittene Papstaussagen - Gebetsaktion am Petersplatz
  6. EKD-Vorsitzender Bedford-Strohm träumt von „gemeinsamer Feier des Abendmahls“
  7. "Tun wir so als wäre da nichts"
  8. Kardinal Burke: Franziskus’ Aussagen im Dokumentarfilm ‚Francesco’ nicht lehramtlich
  9. US-Bischof: Die Kirche kann ‚objektiv unmoralische Beziehungen’ nicht akzeptieren
  10. Zusätzliche Verwirrung in einer ohnehin bereits vergifteten Zeit
  11. Vertuschungsvorwürfe – Hamburger Erzbischof Heße gerät weiter unter Druck
  12. "Die Katholiken sind nicht heimatlos geworden!"
  13. Covid-19-Pandemie hat ‚neue Ekklesiologie, neue Theologie’ gebracht
  14. „Welt“: „Konservative fühlen sich von diesem Papst nicht mehr repräsentiert“
  15. Schweden: Schüler muss Kreuz für Klassenfoto abnehmen

EKD-Impulspapier 'Reformation und Islam': Nur Dialog reicht nicht

6. Juli 2016 in Kommentar, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Vertritt das Papier eine Preisgabe des biblischen Evangeliums? idea-Kommentar von Eberhard Troeger


Köln (kath.net/idea) Die Konferenz für Islamfragen der EKD hat zum 500-jährigen Reformationsjubiläum 2017 das Impulspapier „Reformation und Islam“ herausgegeben. Wie es darin heißt, muss das Verhältnis zwischen evangelischer Kirche und Islam neu bestimmt werden. Denn die reformatorischen Abgrenzungen gegenüber dem Islam könnten nicht ohne weiteres in die Gegenwart übertragen werden. Dazu eine Stellungnahme des evangelischen Islamexperten Pfarrer Eberhard Troeger (Wiehl bei Köln).

Das von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) herausgegebene Impulspapier zum Islam ist eine Verbeugung vor dem aufgeklärten Humanismus. Manche Leute wird es freuen. Respektvoller, aber unverbindlicher Dialog mit Muslimen ist der bestimmende Begriff im entscheidenden vierten Teil. Von der einzigartigen Wahrheit des Evangeliums, die den Reformatoren so wichtig war, ist nicht die Rede.
Nach den einleitenden Abschnitten eins und zwei behandelt das Papier in einem dritten Block Aussagen der Reformatoren (von Martin Luther bis Johannes Calvin) im Blick auf den Islam und die Muslime. Deren – teilweise recht polemischen – Äußerungen werden in die Situation des 16. Jahrhunderts eingeordnet, damit aber auch für erledigt erklärt. Es entsteht der Eindruck, dass nicht nur die Ausdrucksweise für zeitbedingt gehalten wird, sondern auch die zentralen reformatorischen Anliegen.


Dieser Eindruck wird durch den vierten Abschnitt bestätigt. Hier postulieren die Verfasser – die Mitglieder des geschäftsführenden Ausschusses der Konferenz für Islamfragen der EKD – eine „neue theologische Verhältnisbestimmung zum Islam als Aufgabe“. Sie wollen dabei zwar am fünffachen „Allein“ der Reformation – allein Christus, allein aus Gnade, allein im (verkündigten) Wort, allein aufgrund der (Heiligen) Schrift und allein durch den Glauben – festhalten, deuten diese Kernaussagen aber im humanistischen Sinne um. Nicht mehr Zuspruch und Anspruch Gottes stehen im Mittelpunkt, sondern der Mensch mit seinen Befindlichkeiten.

Beispielhaft wird das an der Auslegung des „Christus allein“ deutlich. Die Verfasser halten die darin ausgedrückte Ausschließlichkeit angesichts einer religiös vielfältigen Gesellschaft für anmaßend, weil sie den Glauben anderer Menschen für unwahr erklärt. Sie könne deshalb Muslimen nicht zugemutet werden. Im Dialog müssten die Gesprächspartner den Glauben der jeweils anderen anerkennen und von ihm lernen. Christlicher Glaube und Islam werden als zwei religiöse Traditionen angesehen, deren Anhänger zwar ihres eigenen Glaubens gewiss sein dürfen, aber darauf verzichten sollen, den Glauben des anderen infrage zu stellen. Ein Ringen um die göttliche Wahrheit und eine Einladung zum eigenen Glauben werden ausgeschlossen.

Das wird in dem Text nicht so eindeutig gesagt. Die Autoren sprechen eine akademische Sprache, die ein normaler Bürger kaum versteht. Unausgesprochen wird vorausgesetzt, dass der kritische Rationalismus der Aufklärung seit dem 18. Jahrhundert sowohl das biblische Zeugnis als auch die Aussagen der Reformatoren relativiert und zum Verzicht auf letzte, göttliche Wahrheit geführt hat. Um die Bedeutung des christlichen Glaubens für den modernen Menschen zu „retten“, wird seine Botschaft mit Hilfe von Philosophie, Psychologie und Soziologie umgedeutet. Göttliche Wahrheit „jenseits“ des menschlichen Denkens und Fühlens wird ihm nicht mehr zugestanden. Insofern vertritt das Papier im Ergebnis eine Preisgabe des biblischen Evangeliums.

Es ist eine Binsenwahrheit, dass wir heute mit Muslimen über die biblischen Kernaussagen auf andere Weise sprechen als Martin Luther, der keine Muslime kannte und nur über sie reden konnte. Das Papier der EKD unterscheidet aber leider nicht zwischen dem angemessenen Umgang mit Menschen einerseits und dem Festhalten an Glaubensinhalten andererseits. Die Autoren halten es offensichtlich nicht für möglich, Andersgläubigen respektvoll zu begegnen und ihnen gleichzeitig das Evangelium als göttliche Wahrheit zu bezeugen. Wenn sich christliche Begegnung mit Muslimen in einer „dialogischen Haltung“ erschöpft, handelt es sich um ein „anderes Evangelium“.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Johann Martin 6. Juli 2016 
 

Respekt für den Muslim und Zeugnis für Christus ist vereinbar.

Dass man "Andersgläubigen respektvoll... begegnen und ihnen gleichzeitig das Evangelium als göttliche Wahrheit... bezeugen" kann. kann man bei Dr. Johannes Hartl (Gebetshaus Augsburg) lernen. Die evamgelischen Theologen sollten sich bei diesem katholischen Oekumeniker einmal umschauen.


2

0
 
 Kurti 6. Juli 2016 
 

So ist es: Fortsetzung

Andere Heilswege gibt es nicht und deswgen kann man eher mit denen Mitleid haben, die Jesus ablehnen, den einzigen Erlöser und für deren Bekehrung bitten, wie es Fatima ja auch deutlich genug aufzeigt. Die Kinder von Fatima haben sohar kleine und auch grosse Opfer dafür gebracht.


3

0
 
 Ebu 6. Juli 2016 
 

Jesus sagt:

Dein Ja sei ein Ja
Dein Nein - ein Nein,
alles andere ist vom Bösen.
Was Jesus damals seinen Zuhörern zugemutet hat, dass müssen wir auch heute der Welt zumuten. Nämlich: Die Klarheit in der Aussage und die Wahrheit des Evangeliums verkünden - ohne Kniefall vor dem jetzigen Zeitgeist. Das gilt gleichermaßen für die evangl. wie auch die kath. Kirche und ihre Hirten.


5

0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Evangelische Gemeins

  1. Reiner Haseloff: Luther ist den Katholiken heute näher als der evangelischen Kirche
  2. Kunstaktion: Plastikmüll in Taufbecken
  3. Evangelische Kirchengemeinde streicht klassischen Sonntagsgottesdienst
  4. „Respektvolle Trennung statt endlosen Streits“
  5. EKD-Vorsitzender Bedford-Strohm erhält Morddrohungen
  6. Stehen die Methodisten unmittelbar vor weltweitem Schisma?
  7. „Jetzt hat auch die EKD ein Problem“
  8. Ehe für alle – „Hier bietet man für Ungleiches die gleiche Lösung an“
  9. Evangelische Kirchengemeinde versteigert Gottesdienstthema auf ebay
  10. Wie sich die evangelische Kirche selbst abschafft







Top-15

meist-gelesen

  1. Papst Franziskus für Zivilunion für gleichgeschlechtliche Paare
  2. „Wortlaut der Interviewäußerung ist mir nicht bekannt, aber die Wirkung ist fatal“
  3. ‚Gehorsamstraining’: Kommentator verurteilt Maskenverordnungen
  4. Ein künstlich zusammengeschnittenes Interview und Schweigen im Vatikan
  5. Zusätzliche Verwirrung in einer ohnehin bereits vergifteten Zeit
  6. "Tun wir so als wäre da nichts"
  7. Schweden: Schüler muss Kreuz für Klassenfoto abnehmen
  8. Umstrittene Papstaussagen - Gebetsaktion am Petersplatz
  9. „Welt“: „Konservative fühlen sich von diesem Papst nicht mehr repräsentiert“
  10. Vertuschungsvorwürfe – Hamburger Erzbischof Heße gerät weiter unter Druck
  11. Kardinal Burke: Franziskus’ Aussagen im Dokumentarfilm ‚Francesco’ nicht lehramtlich
  12. Die Hybris des Jesuitenpaters James Martin
  13. Die Ehe ist heilig, während homosexuelle Beziehungen gegen das natürliche Sittengesetz verstoßen
  14. "Kirche, du sollst nicht lügen!"
  15. EKD-Vorsitzender Bedford-Strohm träumt von „gemeinsamer Feier des Abendmahls“

© 2020 kath.net | Impressum | Datenschutz