21 März 2016, 08:30
Turnschuhe gegen Kutte – und am Ende siegt die Sympathie
 
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Im ARD-Film „Frau Pfarrer und Herr Priester“ wurden am Freitagabend nicht nur kirchliche Klischees bedient. Auch wichtige Glaubensfragen kamen zur Sprache. Eine Rezension von idea-Redakteurin Julia Bernhard

Wetzlar (kath.net/idea) Eine katholische und eine evangelische Gemeinde in einem Berliner Vorort streiten. Grund des Zwistes: Das gemeinsame Jugendzentrum soll auf Wunsch der Katholiken, die es finanzieren, in eine Seniorenresidenz umgewandelt werden. Es ist ihnen ohnehin zu chaotisch und liberal dort. Die Protestanten, die für die Veranstaltungen in dem Zentrum zuständig sind, wehren sich. Die Kinder brauchten doch einen geschützten Raum. Und schon ist der Zuschauer mittendrin im scheinbar traditionellen Zoff zwischen den Konfessionen. Ein Klischee nach dem anderen wird von den Produzenten des Films munter bedient. Hier kämpfen evangelisch gegen katholisch, Turnschuhe gegen Kutte, liberal gegen konservativ.

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Eine gemeinsame Aufgabe schweißt zusammen

Pfarrerin Rieke Schmidt und Priester Anton Seidl sind die Protagonisten in diesem Fernsehspiel. Er will ein solides christliches Fundament für die Kinder, sie möchte lieber unkonventionell sein und offen für alle. Schließlich siegt aber die Sympathie der beiden füreinander. Außerdem schweißt sie eine gemeinsame Aufgabe zusammen. Die Patentochter von Rieke Schmidt hat Leukämie. Die lebensrettende Therapie wird von der Krankenkasse nicht übernommen. Also sammeln die Pfarrerin und der Priester Geld. Das Jugendzentrum gerät in den Hintergrund. Am Ende wird es gar für die Therapie geopfert.

Mehr als eine kirchliche Schmonzette

Die Story bietet eine prima Kulisse für eine weitere kirchliche Schmonzette mit wenig Tiefgang. Eigentlich. Denn der Zuschauer wird überrascht. Es geht tatsächlich – zwischen all den Klischees – auch um die Kraft des Gebets, um christliche Barmherzigkeit und Gottvertrauen. Dabei wirkt der katholische Priester etwas fester im Glauben als seine protestantische Kollegin, der er schon mal seelsorgerlich zur Seite stehen muss – gelebte Ökumene eben. Als sich allerdings schließlich auch der jüdische Rabbiner sowie der muslimische Imam in die Rettung des Mädchens einschalten, wird es ein bisschen viel gewollte Einigkeit. Ob dieser Zusammenschluss der Religionen dem krebskranken Teenager tatsächlich hilft, bleibt offen. Aber am Ende ist allen Beteiligten klar: Man kann einiges tun, der Rest aber liegt in Gottes Hand.







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