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Woelki: Auch IS-Terroristen haben Menschenwürde

11. Dezember 2015 in Deutschland, 62 Lesermeinungen
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Der Kölner Erzbischof sprach sich außerdem dafür aus, zwischen Islam und Islamismus zu differenzieren.


München (kath.net/KNA) Die Menschenwürde gilt nach den Worten des Kölner Kardinals Rainer Maria Woelki auch für die Mitglieder der Terrormiliz «Islamischer Staat» (IS). Bei ihnen handle es sich vielfach um junge Leute, «die sich irgendwie zu kurz gekommen fühlen und die dann Rattenfängern in die Hände fallen und fanatisiert werden», sagte Woelki dem Münchner Magazin «Focus». Deshalb müsse alles getan werden, ihnen eine Perspektive zu bieten. Dann wäre ein großer Teil der Betroffenen nicht mehr für solche radikalen und fanatischen Weltbilder empfänglich.


Der Kardinal unterschied zugleich zwischen den einzelnen Personen und der Gruppierung. Es sei «klar, dass es sich beim IS um eine Terrorbande handelt, um eine Mörderbande», sagte Woelki. Gegen sie müsse daher mit den Mitteln der Terrorismusbekämpfung vorgegangen werden.

Der Kölner Erzbischof sprach sich außerdem dafür aus, zwischen Islam und Islamismus zu differenzieren. Dem Islamismus dürfe in Deutschland kein Raum gegeben werden. Der Islam habe dagegen eine «ganz große Kultur» und könne «als Religion für unsere Gesellschaft auch eine Bereicherung sein». Auf der Basis des Grundgesetzes «müsste eigentlich ein friedliches Miteinander in einer solchen multikulturellen und multireligiösen Gesellschaft, zu der wir uns wahrscheinlich entwickeln werden, möglich sein».

In Köln lebten tausende Muslime seit vielen Jahren und hätten sich in der Regel gut integriert, sagte Woelki. Als er noch in Berlin gelebt habe, sei er «fast ausschließlich von Muslimen umgeben» gewesen. Zu ihnen habe er ein «völlig unkompliziertes Verhältnis» gehabt. Viele von ihnen seien traurig gewesen, als er weggegangen sei.

(C) 2015 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


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