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IGFM: Saudi-Arabien ist mit dem ‚Islamischen Staat‘ vergleichbar

27. September 2015 in Chronik, 6 Lesermeinungen
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Das Land ist in die Beratergruppe des UN-Menschenrechtsrates gewählt worden.


Frankfurt am Main/Riad (kath.net/ idea)
Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM/Franfurt am Main) hat die Wahl Saudi-Arabiens in die Beratergruppe des Menschenrechtsrats der Vereinten Nationen scharf kritisiert. Dies sei „grotesk, aber gleichzeitig bezeichnend für die strukturellen Unzulänglichkeiten der Vereinten Nationen“, sagte der IGFM-Nahostexperte Max Klingberg auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea.

Dass Saudi-Arabien überhaupt einen Sitz im UN-Menschenrechtsrat erhalten konnte, nannte er „eine Farce“. „Die Ernennung ist den Regierungen geschuldet, die eine effektive Menschenrechtsarbeit der Vereinten Nationen verhindern wollen“, so Klingberg. Er fragt: „Wen werden sie als nächstes benennen? Die Islamische Republik Iran? Oder Nordkorea?“


Werden in Saudi-Arabien mehr Menschen enthauptet als beim IS?

Klingberg verweist auf die geplante Enthauptung und anschließende Kreuzigung des 21-jährigen Oppositionellen Ali al-Nimr, der zum Zeitpunkt seiner Verhaftung erst 17 war. Die Behörden haben al-Nimr vorgeworfen, bei einer Demonstration eine Schusswaffe und einen Molotow-Cocktail bei sich gehabt haben. Der junge Mann beteuerte, dass sein Geständnis durch Folter erpresst wurde. Er gehört zur schiitischen Minderheit des Landes, die vom islamisch-sunnitischen Königshaus systematisch diskriminiert werde. Klingberg zufolge ähnelt die Brutalität des Regimes dem Vorgehen der Terrororganisation „Islamischer Staat“.

Nach allem, was bekannt geworden sei, habe Saudi-Arabien in den vergangenen zwölf Monaten möglicherweise mehr Menschen enthauptet als der IS. Auspeitschungen, Amputationen, Steinigungen und Kreuzigungen seien fester Bestandteil des saudischen Rechtssystems. Frauen und Christen würden rigoros unterdrückt. Klingberg warnt: „Bei allem berechtigten Entsetzen über den IS darf nicht vergessen werden, dass andere Islamische Staaten – wie Saudi-Arabien, der Iran oder Pakistan – seiner Ideologie und seinem Rechtssystem viel näher stehen, als den meisten Menschen klar ist.“

Christliche Symbole und Kirchen sind verboten

In Saudi-Arabien ist der Islam Staatsreligion. Ihm gehören 99 Prozent der rund 29 Millionen Einwohner an. Christliche Symbole, der Kirchenbau und die Ausübung des christlichen Glaubenssind verboten. Die Christen finden sich meist unter den mehr als acht Millionen Gastarbeitern, vor allem aus Asien.


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