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Pazifist Bretschneider hat Verständnis für bewaffneten Kampf gegen IS

15. März 2015 in Chronik, keine Lesermeinung
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Der Initiator von „Schwerter zu Pflugscharen“ sprach auf der Leipziger Buchmesse.


Leipzig (kath.net/ idea)
Einer der bekanntesten Pazifisten Deutschlands, der Initiator der Friedensbewegung „Schwerter zu Pflugscharen“, Oberkirchenrat i.R. Harald Bretschneider (Dresden), hat Verständnis dafür geäußert, dass die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) mit Waffengewalt bekämpft wird. „Ja, ich sehe ein, dass in bestimmten Situationen Unrecht, das zum Heulen ist, mit Waffen bezwungen werden muss“, sagte er am 14. März bei einer Veranstaltung der Evangelischen Nachrichtenagentur idea auf der Leipziger Buchmesse.

Das menschenverachtende Vorgehen des IS gehöre dazu. Er könne auch nichts gegen den bewaffneten Kampf von rund 2.000 syrischen Christen gegen den IS sagen. Allerdings rät er Bischöfen in der Region davon ab, gezielt zu einem Waffengang aufzurufen: „Ich würde das nicht tun.“ Bretschneider gab auch zu bedenken, dass viele Waffen, die in der Vergangenheit vom Westen in den vorderen Orient geliefert wurden, in die Hände der Terroristen gefallen seien und dass damit nun auch Christen getötet würden.

Mehr „Gott sei Dank“, weniger „Um Himmels willen“

Mit Blick auf die deutsche Wiedervereinigung vor 25 Jahren mahnte der Theologe zu mehr Dankbarkeit: „Wir in unserem Volk sollten mehr ‚Gott sei Dank’ sagen als ‚Um Himmels willen’.“ Die Deutschen sollten sich vergegenwärtigen, was ihnen damals geschenkt und was ihnen erspart wurde. Aber bereits ein Blick in die Bibel zeige, dass es nach großen Befreiungen immer auch „wüste Zeiten gab, in denen gemeckert und geklagt wurde, wenn nicht alles sofort da war“.

Heute werde mitunter auf sehr hohem Niveau gejammert. Zum Zeitfenster zwischen der Friedlichen Revolution im Herbst 1989 und der deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 sagte er, dieser schnelle Weg sei der einzig mögliche gewesen: Hätte man dieses Fenster nicht genutzt, wäre die Entwicklung nicht besser, sondern zerstrittener geworden.

Ein Bibelwort brachte die DDR ins Wanken

Bretschneider hatte während des Kalten Krieges als sächsischer Landesjugendpfarrer in der DDR die weltweit bekannt gewordene Friedenskampagne „Schwerter zu Pflugscharen“ initiiert. Anfang der achtziger Jahre begann er, Aufnäher und Lesezeichen mit dem Bibelwort zu drucken und unter jungen, friedensbewegten Christen in der DDR zu verteilen. Er wählte den Druck auf Textil, weil – anders als bei Papier – dafür keine Druckgenehmigung durch die Behörden notwendig war. Insgesamt seien rund 300.000 Exemplare produziert worden. Mit der Aktion wurde er zum Aushängeschild der Friedensbewegung in der DDR – und zum Feind der Staatsführung. Die Staatssicherheit hatte mehr als 60 Inoffizielle Mitarbeiter (IM) auf den Theologen angesetzt. Ihm wurde unter anderem Wehrkraftzersetzung vorgeworfen.


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