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Mexiko: Rekordzahl an Exorzismen

30. November 2013 in Weltkirche, 2 Lesermeinungen
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Die Nachfrage nach Exorzisten in Mexiko ist derzeit so hoch wie nie zuvor. Verantwortlich dafür sind ein ‚Kult des heiligen Todes’, die Drogenkartelle und die Einführung der Abtreibung, sagen Exorzisten.


Mexiko-Stadt (kath.net/jg)
Mexiko verzeichnet eine steigende Zahl an Exorzismen. Ein satanistischer Kult, der in enger Verbindung mit der Drogenmafia steht, dürfte dafür zumindest teilweise verantwortlich sein. Dies berichtet die BBC. Seit 2006 sind mindestens 70.000 Menschen im Kampf der mexikanischen Behörden gegen die Drogenkartelle ums Leben gekommen. Darunter sind viele unschuldige Zivilisten.

Nach Aussage einiger Priester, die sich mit dem Phänomen befassen, ist nicht nur die Zahl der Toten ungewöhnlich, sondern auch die Brutalität, mit der sie getötet werden. „Wir glauben, dass hinter all diesem großen und organisierten Bösen eine dunkle Kraft wirkt“, sagt Carlos Triana, ein Priester und Exorzist in Mexiko-Stadt.


Die Dienste der Exorzisten werden so oft in Anspruch genommen wie noch nie. Manche Priester nehmen derzeit keine neuen Fälle an, weil sie mehr als genug zu tun haben. Die meisten Fälle ließen sich mit einem Befreiungsgebet lösen, sagt Francisco Bautista, der ebenfalls als Exorzist in Mexiko-Stadt tätig ist. Nur selten sei jemand vollständig besessen, fügt er hinzu.

Nach seiner Ansicht spielt der Kult des „Heiligen Todes“ – auf spanisch „Santa Muerte“ bei dieser Entwicklung eine wesentlich Rolle. Seine Anhänger verehren eine weibliche Figur, die aus einem Totenkopf und einem Hochzeitskleid mit einer Sense besteht. Schätzungen zufolge hängen acht Millionen Mexikaner diesem Kult an. Viele Mitglieder der Drogenkartelle gehören dazu. Das betreffe alle Ebenen, von den großen Drogenbossen bis zu den Händlern. Jesus und die Jungfrau Maria würden ihnen nicht geben, worum sie bitten. Sie erhoffen sich von der Kultfigur Reichtum und Schutz vor Verhaftung. Als Gegenleistung seien sie bereit, Menschenopfer zu bringen, sagt Bautista.

Der Kult lässt sich bis ins 18. Jahrhundert zurückverfolgen. Das rasche Wachstum ist aber ein Phänomen der Gegenwart. Besonders die Wirtschaftskrise in den 1990-er Jahren habe viele Menschen in die Arme des satanischen Kultes getrieben, erinnert sich Bautista.

Als Präsident Felipe Calderon 2006 den Drogenkartellen in seinem Land den Krieg erklärt habe, habe er gleichzeitig dem Kult des heiligen Todes den Krieg erklärt und die Kirche um Hilfe gebeten, sagt Ernesto Caro. Er ist Priester und Exorzist in Monterrey, das im nördlichen Teil Mexikos gelegen ist. Dort sind die Drogenkartelle besonders aktiv. In den folgenden Jahren hätten Soldaten Gedenkstätten, Tempel und sogar Kirchen des „Kultes des heiligen Todes“ gefunden. Es gibt auch genug Hinweise auf Menschenopfer.

Die Entkriminalisierung der Abtreibung im Jahr 2007 habe ebenfalls zu dieser Entwicklung beigetragen, ist Bautista überzeugt. „Beide Dinge hängen eng miteinander zusammen. Wir werden von den Dämonen heimgesucht, weil wir unsere Türen für den Tod geöffnet haben“, sagt er wörtlich gegenüber der BBC.


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