23 November 2013, 11:00
Neues zur ‚Warnung’: die ‚Australian Connection’
 
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Der Blog ‚midwaystreet’ hat weitere Hintergrundinformationen zur Warnung veröffentlicht. Es gibt eine Verbindung zu einer australischen Sekte, deren Anführer wegen Vergewaltigung im Gefängnis sitzt.

Dublin (kath.net/jg)
Auf dem Blog „midwaystreet“ sind in den letzten Tagen weitere Informationen über die Hintergründe der Botschaften der „Warnung“ veröffentlicht worden. Bei der angeblichen „Seherin“ der „Warnung“ handelt es sich um die irische PR-Unternehmerin Mary Carberry, die auch unter ihrem Mädchennamen Mary McGovern auftritt. Kath.net hat berichtet.

Die Botschaften der „Warnung“ wurden bald von einem P. Marie-Paul unterstützt. Dieser bezeichnete sich als katholischer Priester. Er versuchte, mit theologischen Argumenten die Echtheit der Botschaften zu zeigen und verbreitete diese auf verschiedenen Internetseiten weiter. Allerdings brachte er die „Warnung“ mit anderen, bereits verurteilten Sehern in Verbindung. Darunter waren die 1995 verstorbene Veronica Lueken aus Bayside (USA) und William Kamm in Cambewarra (Australien).

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Bei Recherchen von misstrauisch gewordenen Facebook-Nutzern stellte sich schließlich heraus, dass P. Marie-Paul kein gültig geweihter katholischer Priester war, sondern selbst der Sekte von William Kamm angehörte. Der Administrator der Facebook Seite der „Warnung“ suchte schließlich Rat bei der „Seherin“ selbst. „Maria von der göttlichen Barmherzigkeit“ behauptete, persönlich mit Jesus über P. Marie Paul gesprochen zu haben. Dieser habe die Beiträge des (falschen Anm.) Priesters wörtlich als „wichtig“ bezeichnet.

Von William Kamm gibt es tatsächlich einen direkten Bezug zu Mary Carberry und der „Warnung“. An dieser Stelle kommt Breffni Cully wieder ins Spiel, der gemeinsam mit Mary Carberrys Tochter Sarah den Verlag Trumpet Publishing Ltd. gegründet hat. „midwaystreet“ hat recherchiert, dass Trumpet Publishing mittlerweile die Rechte am Firmennamen „Coma Books“ erworben hat. Bei „Coma Books“ sind die Botschaften und Gebete der „Warnung“ in Buchform erhältlich – vermutlich mit einer hohen Gewinnspanne für den Verlag. Die Bücher werden in Polen gedruckt und vom Verlag ohne Zwischenhändler an die Besteller versandt. Die drei Bände mit den Botschaften kosten je € 15,99, das Buch „Der Kreuzzug des Gebets“ kostet € 7,99.

Cully hat unter dem Namen „Joseph Gabriel“ Seminare über die „Warnung“ in Kanada, den USA und Australien gehalten. Auf seiner elektronischen Visitenkarte gibt er „TheWarningSecondComing“ als sein Unternehmen an. Das ist der Name der Internetseite der „Maria von der göttlichen Barmherzigkeit“. Cully ist ein pensionierter Zahnarzt, der an mehreren Unternehmen beteiligt ist und in Immobilien investiert. Trotz seiner zahlreichen Kontakte hat er auf der Netzwerkseite Google+ nur zwei Freunde: seinen Verwalter und eine Frau namens Christine Lammermann.

Christine Lammermann ist das Verbindungsglied zwischen der „Warnung“ und William Kamm. Ihre Tochter Bettina hatte im Jahr 1991 den angeblichen „Seher“ in Deutschland geheiratet. Mutter und Tochter folgten Kamm im selben Jahr nach Australien, um in dessen Gemeinschaft zu leben, wie sie in einem Interview mit dem Illawara Mercury berichtete. Kamm ist 1950 in Köln geboren und kam vier Jahre später mit seinen Eltern nach Australien. 1985 (nach anderen Angaben 1984) gründete er den „Orden des hl. Charbel“ und bemühte sich um dessen Anerkennung durch die Kirche. Kath.net hat über das Verbot der Gruppe durch die katholische Kirche berichtet.

1991 hatte Kamm behauptet, Gott habe ihm gestattet, 12 Königinnen und 72 Prinzessinnen zu haben. Mit diesen Frauen sollte er den Kern einer neuen Menschheit zeugen, die nach dem bald erwarteten Weltuntergang die Erde bevölkern sollte. Bettina war eine der „Königinnen“, bis sie ihn und die Sekte 2006 verließ. Im Jahr 2002 wurde Kamm wegen Vergewaltigung zweier minderjähriger Mädchen verhaftet und 2005 und 2007 zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Bis 2015 sitzt er im Gefängnis.

Auf seiner Internetseite hat Kamm die Botschaften der „Warnung“ veröffentlicht und beworben. Über eigene „Erscheinungen“, die er angeblich seit 1983 hatte, wurde nichts mehr berichtet, seit die „Visionen“ der „Maria von der göttlichen Barmherzigkeit“ begannen. Inhaltlich gibt es bemerkenswerte Parallelen zur „Warnung“: Baut eure eigenen Nahrungsmittel an, das Geld wird nichts mehr wert sein, kauft Gold und Silber, das Ende ist nahe. Kamm behauptet weiters, Gott habe ihm prophezeit er werde einst der letzte Papst sein.

Trotz des Schicksals ihrer Tochter gehörte Christine Lammermann der Sekte Kamms weiter an. Bis vor kurzem gab sie die Adresse der Gemeinschaft als Anschrift ihrer Internet-Marketing Firma an. Auf Lammermanns Internetseite erscheinen seit November 2011 die Botschaften der „Warnung“, allerdings ohne auf die Quelle Bezug zu nehmen. In einem E-Mail scheint sie sogar die Urheberschaft für eines der Gebete zu übernehmen. „Ich hoffe dass dir gefällt, was ich geschrieben habe“, heißt es wörtlich mit Bezug auf Gebet Nr. 125. Stammen die Botschaften von Mary Carberry? Oder verbergen sich hinter der „Maria von der göttlichen Barmherzigkeit“ noch weitere „Seher“?

Irland scheint überhaupt ein fruchtbarer Boden für „Seher“ zu sein. Neben Joe Coleman, zu dessen Anhängern auch Mary Carberry gehört hat, gibt es einen Denis O’Leary, der behauptet, seit 1988 Erscheinungen zu haben. Er hat Gebetskreise ins Leben gerufen, die stark an die Kreuzzugs-Gebetsgruppen der „Warnung“ erinnern. Eine andere „Seherin“ war Christina Gallagher. Laut einem Artikel der Zeitung Daily Mail schaffte es die als „unauffällige Hausfrau“ beschriebene Mutter zweier Kinder, innerhalb einer zwanzigjährigen „Karriere“ zu beachtlichem Wohlstand zu gelangen. Die Irish Sunday World berichtete 2007, dass Gallagher in einem US$ 5,4 Millionen teuren Haus in Malahide nördlich von Dublin wohnt. In der selben Gemeinde wohnt auch Mary Carberry.

Der Blog „midwaystreet“ recherchiert weiter zu diesem Thema.

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Privatoffenbarung im Licht der Kirche
von Mark Miravalle
150 Seiten; 190 mm x 127 mm
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