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Stellt sich der Einsiedler Abt gegen Aussagen des 2. Vatikanums?

5. August 2013 in Schweiz, 38 Lesermeinungen
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In einem Kommentar meint der Abt, dass die römisch-katholische Kirche keine Kirche sei sondern nur eine "Konfession". Im 2. Vatikanum heißt es: "Diese Kirche ist verwirklicht in der katholischen Kirche"


Chur-Einsiedeln (kath.net)
"Das, was wir normalerweise mit reformiert, römisch-katholisch oder christkatholisch bezeichnen, sind nicht eigentlich Kirchen, sondern Konfessionen. Es gibt verschiedene Konfessionen, aber es gibt nur eine Kirche." Mit dieser Aussage in der "Sonntagszeitung" hat der Abt von Einsiedeln, Martin Werlen, am vergangenen Wochenende de facto seiner eigenen Kirche das "Kirche-Sein" abgesprochen. Der für umstrittene Aussagen bekannte Kirchenmann möchte auch, dass man von Kirchen im Plural nur mehr dann konsequent sprechen soll, wenn "die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche" gemeint sei, die sich an verschiedenen konkreten Orten auf der ganzen Welt versammelt habe.

Mit dieser Meinung stellt sich der Abt offensichtlich gegen das 2. Vatikanum und das Konzilsdokument "Lumen Gentium". Dort ist die Rede davon, dass diese von Christus gegründete Kirche in der katholischen Kirche, die vom Nachfolger Petri und von den Bischöfen in Gemeinschaft mit ihm geleitet wird, verwirklicht ist.



KATH.NET dokumentiert den Text aus Lumen Gentium im WORTLAUT:

"8. Der einzige Mittler Christus hat seine heilige Kirche, die Gemeinschaft des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe, hier auf Erden als sichtbares Gefüge verfaßt und trägt sie als solches unablässig (9); so gießt er durch sie Wahrheit und Gnade auf alle aus. Die mit hierarchischen Organen ausgestattete Gesellschaft und der geheimnisvolle Leib Christi, die sichtbare Versammlung und die geistliche Gemeinschaft, die irdische Kirche und die mit himmlischen Gaben beschenkte Kirche sind nicht als zwei verschiedene Größen zu betrachten, sondern bilden eine einzige komplexe Wirklichkeit, die aus menschlichem und göttlichem Element zusammenwächst (10). Deshalb ist sie in einer nicht unbedeutenden Analogie dem Mysterium des fleischgewordenen Wortes ähnlich. Wie nämlich die angenommene Natur dem göttlichen Wort als lebendiges, ihm unlöslich geeintes Heilsorgan dient, so dient auf eine ganz ähnliche Weise das gesellschaftliche Gefüge der Kirche dem Geist Christi, der es belebt, zum Wachstum seines Leibes (vgl. Eph 4,16) (11).

Dies ist die einzige Kirche Christi, die wir im Glaubensbekenntnis als die eine, heilige, katholische und apostolische bekennen (12). Sie zu weiden, hat unser Erlöser nach seiner Auferstehung dem Petrus übertragen (Joh 21,17), ihm und den übrigen Aposteln hat er ihre Ausbreitung und Leitung anvertraut (vgl. Mt 28,18 ff), für immer hat er sie als "Säule und Feste der Wahrheit" errichtet (1 Tim 3,15). Diese Kirche, in dieser Welt als Gesellschaft verfaßt und geordnet, ist verwirklicht in der katholischen Kirche, die vom Nachfolger Petri und von den Bischöfen in Gemeinschaft mit ihm geleitet wird (13). Das schließt nicht aus, daß außerhalb ihres Gefüges vielfältige Elemente der Heiligung und der Wahrheit zu finden sind, die als der Kirche Christi eigene Gaben auf die katholische Einheit hindrängen".



Foto: (c) Kloster Einsiedeln /BIKO Schweiz


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