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Schlüssel der Heilsgeschichte

15. Juli 2013 in Aktuelles, keine Lesermeinung
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El Jesuita. Den heiligen Ignatius in Papst Franziskus verstehen. Der allerheiligste Name Christi und sein schlagendes Herz. Von Armin Schwibach (VATICAN magazin)


Rom (kath.net/as/VATICAN magazin) Nur der Name Jesu rettet. „Vertrauen wir uns dem Namen Jesu an, rufen wir den Namen Jesu an, lassen wir es zu, dass der Heilige Geist uns dazu drängt, vertrauensvoll im Namen Jesu zu beten“, ruft Papst Franziskus immer wieder den Gläubigen zu, denn: Dominus Iesus. Der Jesuitenpapst Franziskus lebt dabei ganz aus jenem Teil seines Wappens heraus, welcher das Zeichen der Gesellschaft Jesu ist – und Siegel des heiligen Ignatius von Loyola: das Trigramma IHS, umschlossen von der strahlenden Sonne, Iesus Hominum Salvator in lateinischer Lesart, Symbol schlechthin der Verehrung des allerheiligsten Namens Jesu.

Sendung der Jesuiten ist es, „omnia ad maiorem Dei gloriam“ – alles zur größeren Ehre Gottes zu tun, ohne Abstriche, ohne Verkürzungen, ohne vom Glauben etwas abzuschneiden: „Mutig die Ganzheit des Glaubens zu bezeugen“, wie Franziskus dies nennt, denn: „Über den Glauben verhandelt man nicht, den Glauben verkauft man nicht an den Bestbietenden.“ Der Weg in die Apostasie tut sich dann auf, wenn man der Versuchung erliegt, nicht allzu streng zu sein, sich einer Welt anzupassen und so zu denken und zu handeln, wie dies alle anderen tun. Erleuchtung und Finsternis, der gute Gott und der Fürst der Welt: Sie sind ein fester Bestandteil der mystischen Erfahrungen des heiligen Ignatius.


So sah er einst vor dem Kreuz im Gebet versunken „jenes Ding“, das Bild einer glänzenden Schlange, in dem er schließlich den Teufel erkannte, der seinen Willen einnehmen wollte. Und Ignatius verjagte sie verächtlich mit dem Pilgerstock. Auch aufgrund derartiger Berichte wurde Ignatius bald fester Bestandteil der Verehrung der Volksfrömmigkeit, jener oft kindlichen Frömmigkeit, die auch der Gefahr des Wildwuchses bis hin zum Aberglauben ausgesetzt ist. So mahnte Franziskus in seiner Predigt bei der heiligen Messe am 5. Mai, dem Tag der Bruderschaften und der Volksfrömmigkeit, „Evangelientreue, Kirchlichkeit und Missionsstreben“ an, damit die Volksfrömmigkeit die Christen zu einem echten Gebetsgeist führen kann.

Wie es auch für Ignatius bezeichnend ist, sieht Franziskus in der Volksfrömmigkeit eine zu regelnde Spiritualität, eine „Mystik“, die ein „Raum der Begegnung mit Jesus Christus“ ist und davor bewahrt, sich mit der Mittelmäßigkeit zufrieden zu geben. Dazu ist es notwendig, dass die Volksfrömmigkeit als Weg, der zum Wesentlichen führt, in der Kirche in tiefer Gemeinschaft mit den Hirten gelebt wird. So wird sie schließlich in ihrer gelebten Sichtbarkeit Element der Missionierung, ein Weg, Jesus Christus den Menschen zu vermitteln, „und besonders den einfachen, denen, die Jesus im Evangelium ‚die Kleinen’ nennt“. Die Volksfrömmigkeit beschränkt sich damit weder auf einen sakralen Raum oder eine bestimmte sakrale Zeit, sondern lehrt, im Konkreten die Gegenwart Gottes zu sehen, zu verspüren und mitzuteilen, Zeugnis zu geben im Werk aller Tage, in der tiefen Verehrung des allerheiligsten Namens Jesus.

Nahe beim Volk sein, dessen Puls spüren, es leiten, um den Einzelnen in Christus zur Vervollkommnung in seiner Individualität gelangen zu lassen: Dies war eines der Hauptziele des heiligen Ignatius, oder wie dies Franziskus nennt: „Das Fleisch Christi berühren, es anfassen, um ihn zu erkennen“ – in den Armen, in den Bedürftigen, in all jenen, die den Mittelpunkt ihres Daseins verloren haben und sich in oft unzugänglichen Randgebieten befinden. Wie Ignatius drängt es den Papst, sich unter das Volk zu mischen, um von ihm in der Logik des Geschenks und des Opfers zu empfangen und ihm in derselben Logik ganz sich selbst für Christus zu geben. So will der Papst wie seine Mitbrüder vormals die Christen in das schlagende Herz Christi stellen, dieses jenseits eines Rigorismus andachtsvoll verehren lassen, damit sie die christliche Weisheit empfangen, die seiner aus Liebe durchbohrten Seite, dem Schlüssel der ganzen Heilsgeschichte, entspringt.

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