Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Für alle, die bis jetzt zweifelten: Nun gehen sie wieder ins Schisma!
  2. Papst Leo XIV. empfing Katholiken, die mit gleichgeschlechtlicher Neigung keusch leben möchten
  3. Voll in die Falle getappt
  4. Piusbrüder und Vatikan suchen Weg zur Einheit
  5. „Treue oder Einheit? Wie wird Leo XIV. mit den Lehr- und Disziplinarproblemen der Kirche umgehen?“
  6. Die synodale Sackgasse der Anderskatholischen
  7. Der deutsch-synodale Weg als reines Herrschaftsinstrument!
  8. Die große Täuschung
  9. George Orwell wohnt in Brüssel, aber nicht nur dort!
  10. Deutsches Formular für Geburtenanzeige: Welches Geschlecht hat die Mutter?
  11. Kinderschutz oder Staatskontrolle? Das Dilemma der Social-Media-Verbote
  12. Fatales Gerichtsurteil in Deutschland: Chefarzt siegt gegen katholisches Klinik-Verbot
  13. Meine Söhne, „seid heilig, Anbeter, Menschen des tiefen Gebets und lehrt das Volk, dasselbe zu tun!“
  14. Vatikan: Neue Statuten für die Marienforschung
  15. Wann sind wir zu Gottes Chefs geworden?

Nicht selten machen sich Räte zu Inquisitionstribunalen

6. Juli 2013 in Buchtipp, 7 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


"Die Geräusche, die bei diesen Selbstgesprächen einer Funktionärskaste entstehen, sind noch lange kein Dialogprozess" - Jeden Samstag im Juli exklusiv auf kath.net Auszüge aus dem Buch von W. Imkamp - "Sei kein Spießer, sei katholisch!" - Teil 2


München (kath.net)
Wie nämlich die Priester durch die Verrichtung des Breviers öffentlich (das heißt im Namen und Auftrag der Kirche) und fortwährend und darum sehr wirksam beten, so ist auch das Gebet der Sodalen beim Rosenkranzgebet oder Psalter der heiligen Jungfrau, wie es auch von einigen Päpsten genannt worden ist, gewissermaßen öffentlich beharrlich und gemeinsam.«

Mündigkeit zeigt sich ja nicht in erster Linie im Widerspruch. Mündig ist man erst, wenn man die Pubertät überwunden hat. In der kirchlichen Landschaft heute überwiegt allerdings eine Mischung aus pubertärem Übermut und prä­seniler Weinerlichkeit, verbunden mit einer geradezu penetranten emotionalen Inkontinenz, die sich in lähmender Betroffenheitslyrik und Empörungsrhetorik erschöpft. Die Kirchengeschichte lehrt eindeutig, dass alle Bewegungen der sorgfältigen Begleitung durch die Leitung der Kirche bedürfen.

Der Schwung der Neuevangelisierung, die Begeisterung so vieler Laien, ist etwas Großartiges. Aber ohne konsequente Begleitung durch das Lehramt besteht immer auch die Gefahr einer reinen Gefühlsreligion, die sich ihre Riten und Dogmen selbst macht. Kennzeichen dieser Gefühlsreligion ist ein etwas schizoides Selbstverständnis. Ganze Gruppen werden aus den Dialogprozessen ausgegrenzt. Wer aus welchen Gründen auch immer als konservativ gilt, kann sich häufig genug des Mobbings nicht erwehren. Nicht selten machen sich Räte zu Inquisitionstribunalen und fällen Urteile über Abwesende, auch in Glaubensfragen. Die Geräusche, die bei diesen Selbstgesprächen einer Funktionärskaste entstehen, sind noch lange kein Dialogprozess.


Neuevangelisierung ist die Aufgabe mündiger Laien und nicht pubertär motzender Krawalltheologen. Kritik am kirchlichen Lehramt ist darum auch kein Gütesiegel der Verkündigung. Wer hingegen die Frage nach dem Glauben vernünftig formuliert, stellt auch die Weichen für die Neuevangelisierung richtig. Für Katholiken geht es nicht um irgendeinen Minimalkonsens: Woran muss ich glauben, um noch katholisch zu sein? Wir müssen nicht glauben, wir dürfen glauben.

Glaubenswahrheiten sind keine Lasten, die dem Menschen auferlegt werden, sondern Geschenke der göttlichen Wahrheit. Bei der Lehre der Jungfrauengeburt beispielsweise geht es neben der Lehre über die Mutter Jesu auch um eine christologische Aussage. Jesus hatte keinen menschlichen Vater. Die Lehre von der Jungfrauengeburt ist endgültig, sie ist ein Dogma. Wer dieses Dogma leugnet, befindet sich in einem schweren Dissens mit dem katholischen Glauben.

Auch alle anderen katholischen Dogmen und Lehrsätze sind keine Einengung, sondern eine Befreiung zum Denken. Als Wegweiser und Schilder können sie den gläubigen Christen von Irrwegen des Geistes abhalten. Die Kirche hindert niemand am Denken. Auch für das Denken gibt es allerdings eine »Straßenverkehrsordnung«. Denken bedeutet für reflektierende Gläubige nicht, auf Mountainbike-Rädern durch irgendwelche Dschungelcamps zu rasen. Ohne die Lehre der Kirche zerfallen die Gelehrsamkeit und Gottesfurcht der Christen. Auf das Blitzeis des Zeitgeistes gehört das Streusalz des Glaubens. Bei modischen Schneeverwehungen muss schweres Gerät heran. Es ist eine Ironie der Geschichte, dass in einer Zeit, in der der christliche Glaube im Allgemeinen und die katholische Kirche im Besonderen den größten Angriffen ausgesetzt sind, ausgerechnet die früher vorhandenen Lehrstühle für Apologetik, die für die Verteidigung und die Begründung des Glaubens eingerichtet worden waren, vielfach zu fundamentaltheologischen Zeitgeistagenturen geworden sind, die alles Mögliche vermitteln, aber keine Verteidigung des Glaubens, des Christentums und der katholischen Kirche, wie sie dringend nötig wäre.


Text (c) by KÖSEL VERLAG

Wilhelm Imkamp
Sei kein Spießer
KÖSEL-Verlag
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 160 Seiten,
13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-466-37071-9
€ 18,50

Buch im KATHSHOP

Alle Bücher und Medien können direkt bei KATH.NET in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Christlicher Medienversand Christoph Hurnaus (Auslieferung Österreich und Deutschland) und dem RAPHAEL Buchversand (Auslieferung Schweiz) bestellt werden. Es werden die anteiligen Portokosten dazugerechnet. Die Bestellungen werden in den jeweiligen Ländern (A, D, CH) aufgegeben, dadurch nur Inlandportokosten.

Für Bestellungen aus Österreich und Deutschland: [email protected]

Für Bestellungen aus der Schweiz: [email protected]


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Katholiken

  1. Pippi-Langstrumpf-Kirche
  2. Kirgisistan: „Katholiken werden viele Steine in den Weg gelegt“
  3. Man kann einen Papst nicht anklagen!
  4. Protestantischer YouTube-Star wird katholisch
  5. Dann werden die Schafe nicht länger die Beute schlechter Hirten sein
  6. 'Je Suis Catholique!'
  7. Ein katholischer Priester hat genug von Event-Christen
  8. Katholisch als Fremdsprache
  9. ‚Die Kirche ist nicht mehr zu retten’
  10. Zahl der Kirchenaustritte steigt in Deutschland auf Höchststand






Top-15

meist-gelesen

  1. Einmal im Leben nach ISLAND - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Voll in die Falle getappt
  4. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  5. Für alle, die bis jetzt zweifelten: Nun gehen sie wieder ins Schisma!
  6. Papst Leo XIV. empfing Katholiken, die mit gleichgeschlechtlicher Neigung keusch leben möchten
  7. Piusbrüder und Vatikan suchen Weg zur Einheit
  8. Meine Söhne, „seid heilig, Anbeter, Menschen des tiefen Gebets und lehrt das Volk, dasselbe zu tun!“
  9. Die synodale Sackgasse der Anderskatholischen
  10. Die große Täuschung
  11. Der deutsch-synodale Weg als reines Herrschaftsinstrument!
  12. „Treue oder Einheit? Wie wird Leo XIV. mit den Lehr- und Disziplinarproblemen der Kirche umgehen?“
  13. Die Kirche – nicht nur – im deutschsprachigen Raum: «the big picture»
  14. Islamismusforscherin Schröter: „Tja, liebe Freunde, was glaubt ihr eigentlich, was die Scharia ist?“
  15. Fatales Gerichtsurteil in Deutschland: Chefarzt siegt gegen katholisches Klinik-Verbot

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz