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Emeritierter evangelischer Bischof: EKD-Familienpapier korrigieren!

27. Juni 2013 in Deutschland, 9 Lesermeinungen
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Bischof em. Hartmut Löwe stellte fest: auch evangelische Christen hoffen darauf, „dass Rom in den Fragen von Ehe und Familie evangelischen Verirrungen nicht folgt und als authentische christliche Stimme hörbar bleibt“


Bonn/Regensburg (kath.net/idea) Ungewöhnlich scharf hat ein ehemals führender Repräsentant der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) deren „Orientierungshilfe“ zur Familie kritisiert. Bischof em. Hartmut Löwe (Bonn) spricht von einer „fatalen Desorientierung“ und fordert die Leitung der EKD, den Rat, auf, den Text zu korrigieren. „Andernfalls werden immer mehr evangelische Christen in ihrer Kirche heimatlos“, schreibt er in einer Stellungnahme. Löwe war von 1980 bis 1992 Präsident im EKD-Kirchenamt, von 1993 bis 1999 Bevollmächtigter des Rates der EKD bei der Bundesrepublik Deutschland und von 1994 bis 2003 evangelischer Militärbischof.

Wie Löwe schreibt, stellt die Veröffentlichung „einen revolutionären Bruch dar in der Kontinuität evangelischer Lehre und gemeinchristlicher Überzeugungen“. Er bezeichnet es als unbegreiflich, „wie der Rat der EKD von allen seinen früheren Äußerungen zu Ehe, Familie und Homosexualität abweicht, ohne auch nur einen einzigen diskutablen theologischen Grund anzugeben“. Den mit „Theologischer Orientierung“ überschriebenen Teil könne man nur „mangelhaft“ nennen.

„Karlsruhe“ produziert keine göttlichen Dekrete Löwe zufolge beruft sich das EKD-Papier immer wieder zustimmend auf Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts aus jüngster Zeit: „Aber Karlsruhe produziert keine göttlichen Dekrete, die als hermeneutischer Schlüssel der kirchlichen Lehre dienen könnten.“

Der EKD-Text stehe „in einer problematischen Tradition evangelischer Anpassung an dem Zeitgeist hörige gesellschaftliche Entwicklungen, anstatt das herausfordernd Eigene und Besondere des christlichen Glaubens wenigstens innerhalb der Christenheit zur Geltung zu bringen“.

Im Blick auf die Folgen für das Verhältnis zur römisch-katholischen Kirche schreibt Löwe: „Die Klage, es ginge in ökumenischen Dingen nicht voran, ist müßig, wenn man christliche Gemeinsamkeiten aufkündigt.“

Ökumenischer Stillstand und ökumenische Rückschritte seien die natürlichen Folgen. Vielmehr hofften auch evangelische Christen darauf, „dass Rom in den Fragen von Ehe und Familie evangelischen Verirrungen nicht folgt und als authentische christliche Stimme hörbar bleibt.“

Bayern: Evangelischer Regionalbischof teilt katholische Kritik

Der evangelische Regionalbischof im Kirchenkreis Regensburg, Hans-Martin Weiss, kritisiert ebenfalls das EKD-Papier. Es sei eher „von politischer als kirchlicher“ Denkweise geprägt, sagte er gegenüber der Mittelbayerischen Zeitung.

„Die kritischen Bemerkungen der Denkschrift zur bürgerlichen Ehe finde ich gegenüber denjenigen, die zu ihren Ehepartnern und ihren Familien stehen und immer gestanden sind, zum Teil herabsetzend.“

„Großen Respekt“ zollte Weiss dem katholischen Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer, der in der EKD-Schrift einen Kurswechsel und eine Abkehr von der biblischen Sicht von Mann und Frau sieht.

Voderholzer hatte die „evangelischen Mitchristen“ am 23. Juni in einer Predigt gebeten: „Kehrt bitte auf den Boden der Heiligen Schrift zurück! Welchen Sinn soll Ökumene haben, wenn das gemeinsame Fundament der Heiligen Schrift nicht mehr ernstgenommen wird?“, kath.net hatte ausführlich berichtet.

Regionalbischof Weiss sagte dazu, er unterstütze Voderholzers Bemühen, das christliche Familienbild aus der Heiligen Schrift heraus zu entwickeln, „im Grundsatz voll und ganz“.

Kirchenpräsident Liebig: Am Ideal lebenslanger Treue festhalten

Widerspruch kommt auch vom Kirchenpräsidenten der Evangelischen Landeskirche Anhalts, Joachim Liebig (Dessau-Roßlau). Er bemängelt an dem Papier die nachträgliche Bestätigung eines heute landläufigen Eheverständnisses, wonach das Scheitern der Ehe aufgrund wechselhafter Gefühle grundsätzlich legitim sei. Hier müsse sich die Orientierungshilfe fragen lassen, warum sie die biblisch bedeutsamen Normen für die Ehe beiseite lasse: „Zweifellos ist diese Einschätzung angesichts der Scheidungszahlen realistisch. Ein evangelisches Orientierungspapier sollte jedoch nicht den Ist-Zustand theologisch deuten, sondern im besten Sinne protestantische Orientierung geben.“

Dazu gehöre bei aller Einsicht in menschliches Scheitern auch das unbedingte Festhalten am Ideal lebenslanger Treue. Liebig: „Meine Frau und ich sind seit 26 Jahren glücklich verheiratet und entschlossen, unser Eheversprechen bis ans Lebensende einzuhalten.“


„Murks“

Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ schrieb am 26. Juni unter obiger Überschrift:
„Rein handwerklich betrachtet ist die neue Orientierungshilfe der EKD großer Murks. Das Thema
Ehe und Familie ist in dem Dokument historisch nicht hinreichend durchdrungen worden.
Schwerer wiegt, dass es auch theologisch kaum durchdrungen worden ist. Und nochmals
schwerer wiegt, dass die Verfasser nicht einmal in der Lage waren, den biblischen Befund richtig
zu gewichten. Der württembergische Landesbischof July ist der erste ranghohe Geistliche, der
die Missstände beim Namen nennt.“


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Lesermeinungen

 girsberg74 27. Juni 2013 
 

Mich treibt doch noch etwas um, kam beim Abendessen zur Sprache, da Peter Hahne, über den die DT berichtet, zum EKD-Papier kein Blatt vor den Mund nimmt.

Wo steht – oder wo bleibt – Frau Margot Käßman, die doch immer irgendwo auf dem Posten ist, sie hat sich ja nicht völlig zurückgezogen.

Ich frage mich, - und nur darum geht es mir -, wie steht sie theologisch zu diesem Papier; mich interessieren Aufrichtigkeit / Wahrheit der Person; ihr Redetalent kenne ich ja.


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 Josepha-Maria 27. Juni 2013 
 

@PBaldauf

"Monolog eines EKD-Rats"

GENIAL - LOL SUPER! Wo hast du das denn gefunden?


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  27. Juni 2013 
 

Einleitung Familiaris Consortio 2 (S. JPII)

In dem Wissen, daß Ehe und Familie zu den kostbarsten Gütern der Menschheit zählen, möchte die Kirche ihre Stimme und das Angebot ihrer Hilfe zu jenen gelangen lassen, die den Wert von Ehe und Familie bereits kennen und dementsprechend leben wollen, zu jenen, die unsicher und unruhig nach der Wahrheit suchen, sowie zu jenen, die ungerechterweise daran gehindert werden, ihre Auffassung von der Familie in Freiheit zu verwirklichen. Indem sie die einen stützt, die anderen belehrt und den letzteren hilft, bietet die Kirche ihren Dienst allen Menschen an, die sich über das Schicksal von Ehe und Familie Gedanken machen (Vgl. Gaudium et Spes, 52).

Insbesondere wendet sie sich an die jungen Menschen, die am Anfang ihres Weges zu Ehe und Familie stehen, um ihnen zu helfen, die Schönheit und Größe der Berufung zur Liebe und zum Dienst am Leben zu entdecken und ihnen so neue Horizonte aufzutun.

http://www.vatican.va/holy_father/john_paul_ii/apost_exhortations/documents/hf_jp-ii_exh_19811122


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  27. Juni 2013 
 

Apostolsches Schreiben Familiaris Consortio (Sl.JPII)

"Die Kirche im Dienst an der Familie

1. Die Familie wurde in unseren Tagen - wie andere Institutionen und vielleicht noch mehr als diese - in die umfassenden, tiefgreifenden und raschen Wandlungen von Gesellschaft und Kultur hineingezogen. Viele Familien leben in dieser Situation in Treue zu den Werten, welche die Grundlage der Familie als Institution ausmachen. Andere sind ihren Aufgaben gegenüber unsicher und verwirrt oder sogar in Zweifel und fast in Unwissenheit über die letzte Bedeutung und die Wahrheit des ehelichen und familiären Lebens. Wieder andere sind durch ungerechte Situationen verschiedener Art in der Ausübung ihrer Grundrechte behindert.


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  27. Juni 2013 
 

Lob, das im Hals stecken bleibt

"Evangelische Christen hofften darauf, „dass Rom in den Fragen von Ehe und Familie evangelischen Verirrungen nicht folgt und als authentische christliche Stimme hörbar bleibt.“

Sollte je der Fall eintreten, daß die Lehre der Kirche verändert oder die Verkündigung verstummte, dann kann das nur vorstellbar sein, wenn Rom vom Glauben abfällt und die Zeit des Tieres mit `zwei Hörner wie ein Lamm` angebrochen ist.

Bisher ist kein Papst in Sicht der dies zulässt.
Die kostbaren Schriften, die allein der selige Papst Johannes Paul II. der Welt hinterlassen hat, wären es Wert eine breite Leserschaft zu habe, aber wer weiß denn darum?
Bsp. das apostolsiche Schreiben familiaris consortio
http://www.vatican.va/holy_father/john_paul_ii/apost_exhortations/documents/hf_jp-ii_exh_19811122_familiaris-consortio_ge.html


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 PBaldauf 27. Juni 2013 
 

Monolog eines EKD-Rats

Monolog eines EKD-Rats

Glaube kommt vom Hören
Doch, Vorsicht! Nur nicht stören
statt Salz der Erde, in Getrieben
des Zeitgeists: Schmieröl, nach Belieben?
Die Frage lass ich stehn
statt zu genau hier hinzusehn

Dies kann zu gar nichts frommen
Wir haben doch den Berg erklommen
von dem aus wir die weite Welt
sehn, wie’s mehrheitlich gefällt

Der HERR… wird dies gewiss verstehn
dass wir so manches anders sehn
als diese…, nun…, als…, erm, DIE SCHRIFT
die öfters… doch… daneben trifft

Wir sprechen halt in unsere Zeit
drum stecken wir den Spielraum weit
Nicht mehr: Erhobener Zeigefinger!
Viel besser fahren wir ‘nen Schlinger-
kurs und machen‘s, wie der Knecht
dem Herrn…- oder uns selber? - recht

Wir dringen doch, mit viel Gespür
zum Kern und laufen unsere Kür
weltlich-gefühlig-frommen Worts
in viel Papier, gar manchen Orts
Ob so viel Kühnheit wird mir klamm
Der Teufel raunt ihm ins Ohr:
Dies nenn ich Niedergangs-Programm
Wär‘ ich nicht Teufel, riet ich dir:
Stampft’s ein, das EKD-Papier

www.kathshop.at/suche.php?sb=9783903028371


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 girsberg74 27. Juni 2013 
 

"Rom eine authentische christliche Stimme"

Und das aus dem Munde eines altgedienten evangelischen Bischofs!

Das muss man erst mal richtig zur Kenntnis nehmen.


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 ususantiquior 27. Juni 2013 
 

Spaltung innerhalb der sogenannten "Konfessionen"

Leider ist es ja nicht so, dass wir als Katholiken uns jetzt zurücklehnen könnten und sagen:"das geht uns nichts an!" Wenn wir kritisch in unsere Gemeinden hineinschauen und vor allem auch auf den Verbandskatholizismus blicken, werden wir dort viele finden, die die Inhalte dieser Orientierungshilfe vorbehaltlos bejahen.


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 pro papa 27. Juni 2013 
 

Bravo Bischof Löwe

Die evangelischen Christen sind nicht heimatlos, kommt zu uns in die katholische Kirche, wir haben es auch nicht leicht, es gibt leider viele Verräter und Feinde GOTTES, aber ER hat uns versprochen: Auf diesem Felsen werde ich MEINE Kirche errichten und die Pforten der Hölle werden SIE nicht überwinden. ER ist die Kirche - Saul, Saul warum verfolgst du MICH- GOTT hat ein Herz und hat es für uns öffnen lassen, ER ist die Barmherzigkei in Person. SEINE Liebe und Barmherzigkeit können Engel und Menschen in alle Ewigkeit nicht fassen. Siehe Sr.Faustine


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