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Evangelische in Bayern: Kirchenleitung soll Wächteramt wahrnehmen

28. Juni 2013 in Deutschland, 2 Lesermeinungen
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Bekennende Christen in Bayern fordern: Auf bibel- und bekenntnisgemäße Verkündigung achten - Die Politisierung der EKD trage zur Selbstsäkularisierung der Kirche bei, weil die kirchliche Botschaft austauschbar und ununterscheidbar werde.


Nürnberg (kath.net/idea) „Mit großer Sorge“ beobachtet der Arbeitskreis Bekennender Christen in Bayern (ABC), dass evangelische Theologen immer öfter versuchen, öffentlichkeitswirksam Inhalte des christlichen Glaubens zu verändern. Häufig stünden sie dabei in krassem Widerspruch zum biblisch-reformatorischen Verständnis, heißt es in einer Erklärung, die bei einem Studientag am 22. Juni in Nürnberg verabschiedet wurde.

Namentlich genannt werden der emeritierte Theologieprofessor Klaus-Peter Jörns (Berg/Starnberger See), der für eine (unbiblische) „Glaubensreform“ plädiere, sowie die bayerischen Pfarrer Claus Petersen, Kuno Hauck (beide Nürnberg) und Werner Tiki Küstenmacher (München).


Während Hauck und Petersen die Abendmahlsliturgie eigenwillig verändert hätten, habe sich Küstenmacher dafür ausgesprochen, sich vom biblischen Gottesbild zu verabschieden und Gottesbilder aus anderen Religionen in den Glauben zu integrieren.

Der Arbeitskreis bat die Kirchenleitung um klärende Gespräche. Es gehe nicht darum, Kollegen anzuklagen, sondern um das Wächteramt der Kirchenleitung. Sie habe auf eine schrift- und bekenntnisgemäße Verkündigung zu achten und klarzustellen, „ob Schrift und Bekenntnis in unserer Kirche noch ihre volle Geltung haben“.

Kritik an einer „Öffentlichen Theologie“

Kritik wurde auch am Entwurf für eine „Öffentliche Theologie“ geübt, für die sich unter anderen der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (München) einsetze.

Darin werde die Versöhnung der Welt mit Gott in Christus so pauschal vorausgesetzt, dass der Ruf zum Glauben als Auftrag der Kirche völlig in den Hintergrund trete, stellte Pfarrer Hans-Hermann Münch (Weißenstadt/Fichtelgebirge) fest.

In der „Öffentlichen Theologie“ gehe es weniger um Jesus Christus selbst als um die bei ihm erkennbaren ethischen Orientierungen. Dadurch entstehe die Gefahr, dass Jesus Christus zu einem reinen Vorbild-Christus werde, während die Glaubensbeziehung vernachlässigt werde.

Warnung vor Selbstsäkularisierung der Kirche

Der Hauptreferent des Studientags, der württembergische Theologe Christian Herrmann (Stuttgart), warnte vor einer zunehmenden Einmischung in die Tagespolitik durch führende Repräsentanten der EKD. Die Politisierung trage zur Selbstsäkularisierung der Kirche bei, weil die kirchliche Botschaft austauschbar und ununterscheidbar werde.

Theologisch schwierig werde es insbesondere dann, wenn das Evangelium mit Aussagen zu politischen Einzelthemen verknüpft und von der Politik als „Beitrag zur Erlösung“ angesehen werde, sagte Herrmann. Im ABC haben sich Verantwortliche aus rund 20 kirchlichen Gemeinschaften, Verbänden und Werken zusammengeschlossen.


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