05 Dezember 2012, 11:30
'Homo-Ehe' ohne Grenzen?
 
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„Hart aber fair“: Heftiger Streit über steuerliche Gleichstellung und Adoptionsrecht - Homosexuelle beschimpfen Gegner als "Nazitussi"

Köln (kath.net/idea) Sollten eingetragene Partnerschaften Homosexueller steuerlich mit der Ehe gleichgestellt werden und ein Adoptionsrecht erhalten? Unter dem Titel „Homo-Ehe ohne Grenzen?“ diskutierten darüber Befürworter und Gegner am 3. Dezember in der aus Köln ausgestrahlten ARD-Sendung „Hart aber fair“. Für eine steuerliche Gleichstellung plädierte der CDU-Bundestagsabgeordnete Stefan Kaufmann, der sich zu seiner Homosexualität bekennt. Er setzt sich zusammen mit zwölf Fraktionskollegen für einen solchen Schritt ein. Wie er in der Sendung sagte, werde der Ehe von Mann und Frau nichts weggenommen, wenn man eingetragene Lebenspartnerschaften gleichstelle: „Es wird kein Kind weniger geboren und keine Ehe weniger geschlossen.“

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Ehe nicht diskriminieren

Widerspruch erntete Kaufmann vom Chefredakteur des katholischen Fernsehsender K-TV, Martin Lohmann (Bonn). Nach seinen Worten wäre es eine Diskriminierung der Ehe, wenn man sie mit homosexuellen Partnerschaften vergleichen würde. Denn nur aus der sexuellen Vereinigung von Mann und Frau könnten Kinder hervorgehen. Diese Verknüpfung von Sexualität und Fortpflanzung verleitete Moderator Frank Plasberg zu der Äußerung, dass Lohmann – Vater einer Tochter – demzufolge nur einmal Sex mit seiner Frau gehabt habe. Lohmann – auch Vorsitzender des Bundesverbandes Lebensrecht und Sprecher des Arbeitskreises Engagierter Katholiken in der CDU – wies das als „primitive Aussage“ zurück. Heftig gestritten wurde in der Sendung auch über die Frage, ob homosexuelle Partnerschaften ein Adoptionsrecht erhalten sollten. Die in einer lesbischen Beziehung lebende Sängerin Lucy Diakovska (früher Mitglied der Popgruppe „No Angels“) bekannte, dass sie Kinder haben möchte. Die 36-Jährige vertrat die Ansicht, dass sich Lesben mehr Gedanken um eine gute Kindererziehung machten als viele heterosexuelle Paare.

Kritikerin homosexueller Praxis als „Nazitussi“ beleidigt

Die Journalistin Birgit Kelle (Kempen/Niederrhein) – Mutter von vier Kindern – hielt dem entgegen: „Jedes Kind hat das Recht auf die Erfahrung, einen Vater und eine Mutter zu haben.“ Jungen und Mädchen, die auf einen Elternteil verzichten müssten, neigten in ihrem späteren Leben eher zu Depressionen, Aggressionen und Drogenkonsum. Nach der Sendung hat Kelle – wie sie in Facebook schreibt – zahlreiche beleidigende Reaktionen erhalten. Sie sei als „Nazitussi“ und „Schande für die Gesellschaft“ beschimpft worden. Außerdem habe es geheißen: „Der gehört eine über den Kopf geklöppelt.“ Über den Kommentar des WDR-Redakteurs Alex Nieschwietz auf twitter, „ich glaub frau kelle ist eine hexe! HEXE! VERBRENNEN! #hartaberfair“, hat kath.net bereits berichtet.

2.500 Homo-Partnerschaften mit Kindern

Wie es in der Sendung hieß, gebe es in Deutschland etwa 2.500 eingetragene Partnerschaften mit Kindern. Es handele sich fast ausschließlich um lesbische Lebensgemeinschaften. Der CDU-Abgeordnete Kaufmann räumte ein, dass es in der Gesellschaft noch Vorbehalte gegen ein Adoptionsrecht für homosexuelle Partnerschaften gebe. Das Thema überfordere derzeit auch seine Partei. Homosexuelle Partnerschaften könnten aber ebenfalls Liebe und Zuneigung an Kinder in einem harmonischen Umfeld weitergeben. Der fünfte Diskussionsteilnehmer, der homosexuelle Fernsehmoderator Ralph Morgenstern, warf Kritikern eines schwul-lesbischen Weihnachtsmarktes in Köln vor: „Sie wollen, dass wir uns verstecken.“ Nach seinen Worten kommt Homosexualität „in den besten Familien vor, und das ist gut so“.







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