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'Erotischer Gottesdienst' sorgt für großes Medienecho

7. August 2012 in Deutschland, 44 Lesermeinungen
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Hessen-nassauischer homosexueller Pfarrer: Wir sind vor Gott lustvoll Schreiende


Wiesbaden (kath.net/idea)
Für ein gewaltiges Medienecho und eine mit rund 200 Besuchern vollbesetzte Kirche hat ein „erotischer Gottesdienst“ am 5. August in dem Wiesbadener Stadtteil Mainz-Kastel gesorgt. Er stand unter dem Motto „Im Weinberg der Liebe“. Zahlreiche Medien berichteten in ihren Internetauftritten über den Gottesdienst, darunter die „Frankfurter Rundschau“, die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, die „Süddeutsche Zeitung“, „Die Welt“, „Stern“, „Focus“ und „Der Spiegel“. Auch Radio- und Fernsehsender griffen das Ereignis auf. Im Vorfeld hatte der hessen-nassauische Pfarrer Ralf Schmidt angekündigt: „Ich werde von Ficken und Poppen sprechen.“ Zudem hatte er eine Altersgrenze von 16 Jahren für die Gottesdienstbesucher in der Erlöserkirche verhängt.

Nach Einschätzung der zur hessen-nassauischen Kirchenleitung gehörenden zuständigen Pröpstin Gabriele Scherle (Frankfurt am Main) hat der Gottesdienst keinen Skandal ausgelöst. Er sei vielmehr „voll in Ordnung“ gewesen, sagte Scherle der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Denn Schmidt habe seine Predigt wegen des Medienechos entschärft.


Sexualität sei eine Gottesgabe und könne durchaus im Gottesdienst thematisiert werden. Skandalös seien lediglich die Schlagzeilen im Vorfeld gewesen, kritisierte Scherle.

Lust und Liebe kommen von Gott

In seiner Predigt sagte der nach eigenen Worten mit einem Mann „verpartnerte“ Schmidt, dass Lust und Liebe von Gott und nicht vom Teufel kämen: „Erotik und Lust sind keine vom Glauben abgetrennten Sperrbezirke.“ Als Erfahrungen von Leib und Seele machten sie Lust auf mehr. An einer Stelle wurde Schmidt konkret: „Mein Hintern, meine Hände, meine Zunge, mein Penis, meine Ohrläppchen sind Landeplätze der Lust ... Wir sind vor Gott Liebende, Streichelnde und lustvoll Schreiende.“

Im Anschluss an den Gottesdienst sagte Schmidt den anwesenden Journalisten, dass er „die vulgären Begriffe“ aus der Predigt gestrichen habe, „weil sich sonst alle nur auf diese Worte gestürzt hätten“. Er räumte ein, dass ihn der Medienrummel überrollt habe.

Auf den Gottesdienst würde er heute nicht noch einmal in dieser Weise aufmerksam machen.
Rosenblätter von der Empore
Zum Auftakt und Ende des Gottesdienstes wurden die Gottesdienstbesucher von der Empore aus mit Rosenblättern überschüttet. Zur Abendmahlsfeier konnten sie sich vom Pfarrer und anderen Mitarbeitern die Stirn oder Hände salben lassen. Zudem führte die Seniorengruppe einen Tanz um den Altar auf, bei dem sich die Gottesdienstbesucher beteiligen konnten.

Propst Sigurd Rink (Wiesbaden) aus dem Nachbarpropstei Südnassau bezeichnete den Gottesdienst gegenüber idea als „harmlos“. Es sei wohl vor allem dem „Sommerloch“ geschuldet, dass der Gottesdienst eine so große Aufmerksamkeit in den Medien gefunden habe.

Evangelikale: Sexualität gehört nicht in den Gottesdienst

Kritik kam dagegen von der evangelikalen Suchtexpertin Hertha-Maria Haselmann (Frankfurt am Main), die zum Hauptvorstand der Deutschen Evangelischen Allianz gehört. Fragen rund um die Sexualität gehörten nicht in die Öffentlichkeit eines Gottesdienstes, sondern in einen „geschützten Raum“, in dem ein vertrauensvolles Miteinander möglich sei. Diese Erfahrung habe sie in ihrer seelsorgerlich-therapeutischen Arbeit immer wieder gemacht. Frau Haselmann ist Gründerin und Leiterin des Vereins „Lebenswende“.


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