Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wie die Piusbrüder - Linker belgischer Bischof plant weiterhin verbotene Weihen
  2. Gefeuert wegen AfD-Kandidatur: Deutsche Caritas-Erzieherin zieht vor Gericht
  3. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  4. Sechs Messdiener mit Down-Syndrom ministrierten bei der historischen Papstmesse in Paris
  5. Asymmetrisch blinder Blick auf die deutsche Landschaft
  6. Es gibt drei Erzengel, die vor Gottes Thron für uns eintreten
  7. „Wenn wir den wahren missionarischen Geist, den richtigen Weg finden, gibt es in Deutschland noch…“
  8. Wort-Gottes-Feier in katholischer Kirche mit Liedern von Taylor Swift
  9. Ein Erzbischof auf Staatsbesuch
  10. „Das Ende von Maria 2.0“
  11. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  12. Die Deutsche Bischofskonferenz will keine 'Demontage' des deutschen Staatsfunks
  13. 'Amoris Laetitia' oder das Lehramt, das sich selbst abschafft
  14. Einbürgerung als Wahlstrategie? Linke profitiert massiv von muslimischen Wählern in Berlin
  15. Politisch aber auch innerkirchlich „gibt es derzeit wieder viel Konfliktpotenzial“

Verschnarchte Wetterpropheten

27. Juni 2012 in Deutschland, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


In Niederbayern steht Deutschlands einzige Siebenschläferkirche - Von Egon Binder und Christoph Renzikowski (KNA)


Rotthof (kath.net/KNA) «Wenn's zu Siebenschläfer gießt, sieben Wochen Regen fließt» - der 27. Juni ist ein wichtiger Lostag im Bauernkalender. An ihm, so weiß der Volksmund, entscheidet sich, wie der Sommer wird. Seinen Namen verdankt der Tag jedoch nicht einem verschlafenen Nagetier, sondern den heiligen «sieben slaffern», die im Mittelalter hoch verehrt wurden. In Rotthof im Landkreis Passau steht Deutschlands einzige Siebenschläferkirche. Denkmalschützer preisen sie als Höhepunkt süddeutscher Rokokokunst.

Die Legende weiß von sieben Brüdern, die sich um das Jahr 250 nach Christus in Kleinasien in eine Höhle bei Ephesus flüchteten, um der Christenverfolgung unter Kaiser Decius zu entgehen. Die Soldaten des römischen Kaisers entdeckten die Männer jedoch, mauerten sie ein und glaubten, den jungen Christen so den Garaus gemacht zu haben. Doch wundersamer Weise fielen die Verfolgten in Dornröschenmanier nur in einen Tiefschlaf, aus dem sie 195 Jahre später wieder erwachten.


Seither wurden sie als Patrone gegen Fieber und Schlaflosigkeit angerufen. Im 18. Jahrhundert erlebte die Siebenschläferwallfahrt ihren Höhepunkt. Allein im Bistum Passau gab es zu ihren Ehren drei Kirchen. Auch in den Koran ging die Geschichte ein. Nach Vieux Marche in der Bretagne pilgern heute noch Christen und Muslime gemeinsam zu den «Sept Saints».

Ins niederbayerische Rottal gelangte die Siebenschläferverehrung durch ein Missverständnis. In die Grundmauern der Kirche von Rotthof sind römische Grabsteine eingelassen, die vom nahe gelegenen antiken Friedhof stammen und als Baumaterial für das Gotteshaus wiederverwendet wurden. Zwei von ihnen zeigen auf der Außenfassade jeweils drei und vier Porträts von Verstorbenen, die von den Gläubigen in der Barockzeit irrtümlich als die «heiligen Siebenschläfer» gedeutet wurden.

1758 entstand der Hochaltar, eine kunsthistorische Rarität. Unübertroffen plastisch haben die Stukkateure Johann Baptist Modler und dessen Sohn Balthasar aus dem nahen Kößlarn die sieben schlummernden Jünglinge ins Bild gesetzt. In einer mit Tuffsteinimitat und echten Muscheln gestalteten Grotte liegen sie ganz entspannt da, umstrahlt von farbigem Licht, das, erzeugt von bunten Kirchenfenstern, durch kleine Löcher in der Höhlenwand
hindurchleuchtet. 2006 wurde das damals 500 Jahre alte Gotteshaus generalsaniert. Gläubige aus ganz Deutschland besuchen es.

Ansonsten ist die Siebenschläfer-Verehrung in Deutschland eingeschlafen. Auch ihren Gedenktag gibt es offiziell nicht mehr. 1969 wurde er aus dem Kirchenkalender gestrichen. Geblieben ist die Wetterregel, die sich auch in Zeiten ausgefeilter meteorologischer Vorhersagen als nur begrenzt treffsicher erweist. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes liegt die Prognosequalität bei 55 bis 60 Prozent.

Wie aber funktioniert der Lostag? Nach Darstellung der Wetterexperten ist nicht ein einziger Tag maßgebend, sondern die Großwetterlage. Bildet sich zwischen Ende Juni und der ersten Julidekade ein kräftiges Azorenhoch, warten die folgenden Wochen meist mit trockenem und sonnigem Wetter auf. Wenn nicht, bringen Tiefausläufer vom Atlantik immer wieder Kaltluft und Schauer.

www.siebenschlaeferkirche.de

(C) 2012 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.

Foto: (c) Gemeinde Rotthoff


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Ungewöhnliches

  1. Weihwasser aus der Spritzpistole
  2. Deutschland: Autogottesdienst mit 200 Autos
  3. 'Coronavirus-Panik': Christlicher Kongress vorzeitig beendet
  4. 'In der neuen Messe ist alles so laut'
  5. USA: Ehepaar stirbt nach 70 Jahren Ehe innerhalb von 20 Minuten
  6. Eine neue Visitenkarte für die Kirche
  7. Kroatische Bischöfe kritisieren Absage der Bleiburger Gedenkmesse
  8. 22.000 Abtreibungen - Dann kam 'ein Blitz des Himmels'
  9. Ein Weihnachtswunder in Texas
  10. Stigmatisierter Fra Elia bei Gebetsabend in Krems







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Papst Leo an 80.000 Jugendliche im Stade de France: "Wer mit Gott lebt, ist frei"
  3. „Wenn wir Eucharistie feiern, dürfen wir mit allem zu ihm kommen, was in uns unvollendet ist“
  4. Neuer Schülerkreise Joseph Ratzinger / Papst Benedikt XVI. bestätigt bisherigen Vorstand im Amt
  5. Nordische Bischofskonferenz beendet Herbstvollversammlung in Paderborn
  6. Zwischen Stein und Geheimnis: ‚Ohne die Liturgie würde Notre-Dame ihre Seele verlieren‘
  7. Die Menschheitsfamilie zwischen Babel und Pfingsten
  8. Der Mensch ist mehr als eine Maschine - Die Würde des Menschen vor dem Angesicht Gottes
  9. Bischof Erik Varden: „Den Fremden willkommen heißen“
  10. Leo an Bischöfe: „Liebe Brüder, wir müssen immer wieder in die Schule des Kreuzes zurückkehren“
  11. Chefredakteur Philippe Marie: „Ich werfe dem Erzbistum Paris vor, die Pressefreiheit zu verletzen“
  12. Dem Leben verpflichtet: Johanna Gräfin von Westphalen
  13. Kurienkardinal Parolin nennt „Lebensschutz“ eines der Schwerpunktthemen von Leos Frankreichreise
  14. USA: Medienbischof Fulton Sheen ist nun seliggesprochen!
  15. 'Amoris Laetitia' oder das Lehramt, das sich selbst abschafft

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz