31 Mai 2012, 08:00
Eine neue Generation von Anbetern!
 
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Um Räume zu schaffen für die Begegnung mit Gott - Über 4000 Jugendliche kamen zum 13. Pfingstkongress der Loretto-Jugend im Dom zu Salzburg. Von Maria Honsig-Erlenburg.

Salzburg (kath.net) „...danke dass wir nicht perfekt sein müssen, sondern dass Du alles perfekt machst..., danke, dass Du uns als Werkzeug nützt und uns so gut ausgestattet hast...“ Drei Stunden vor der Aufführung legten die Darsteller des viel bejubelten Musicals zum Auftakt des Festes der Jugend ihr Werk in Gottes Hände. Genauso beteten die über 250 Jugendlichen in 30 Vorbereitungsteams mit- und füreinander um gutes Gelingen ihrer organisatorischen und künstlerischen Einsätze für den Pfingstkongress.

Das große Glaubensfest wurde als Ganzes und in allen Einzelheiten der Gottesmutter bei einer Wallfahrt nach Maria Plain geweiht. In großem Vertrauen auf die Hilfe des Herrn und mit ganzem Einsatz wurde schon seit einem Jahr intensiv daran gearbeitet und manch unmöglich scheinendes umgesetzt. Nicht um sich selbst zu verwirklichen, sondern in großer Treue und mit allen persönlichen kleinen und wirklich großen Fähigkeiten und Ideen im Auftrag und Dienst Gottes: um Räume zu schaffen für die Begegnung mit Gott.

Diese Räume der Begegnung waren ganz unterschiedlich, aber besonders einladend, selbst für zufällig vorbei kommende Passanten: der als Chill-Lounge und Partymeile gestaltete überdachte Innenhof von St. Blasius, mit Palmen, roten Sofas, rotem Teppich, Verkaufstischen und allerlei Stärkendem; die für die eucharistische Anbetung bereitete Kirche von St. Blasius; die "goldene" und mit großen Loretto-Pfingstkongress-Bannern geschmückte Straße von St. Blasius bis zum Dom; auch die Schlafstätten in den Turnsälen Salzburger Schulen, die Essensausgabe im Innenhof der Universität, die 60 Austauschgruppen und Workshops.

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Schließlich der Hauptort des Geschehens, der Salzburger Dom: mit rotem Teppich, buntem Scheinwerferlicht, 20 Flatscreens für den Livestream und die Übertragungen auf Radio Maria Österreich, Deutschland, Schweiz und Südtirol und auf Radio Horeb; die Kamerateams und die mitreißende Musikband samt großem Jugendchor - um nur die Hauptattraktionen zu nennen.

Auf die neugierige Frage von Touristen, was denn hier gefeiert werde, lautete die einfache Antwort: „Pfingsten“. Bezeichnend darauf die verwunderte Frage: „Ist euer Pfingsten so etwas wie unser Silvester?“

„Du hast nur ein Leben; nütze es!“

Der große Erfolg der Glaubensveranstaltung und das große Glücksgefühl danach belohnen die vielen Mühen. Wieder sind mehr gekommen: etwa 2000 fixe Anmeldungen, weit über 4000 Besucher bei Highlights wie Musical, Pfingstmessen und Abend der Barmherzigkeit mit über 70 Beichte hörenden Priestern, dem Segnungs- und Gebetsmarsch auf die Festung, auch wieder mit dem Erzbischof von Salzburg, und dem fetzigen Tanzflashmob auf dem Alten Markt.

Eine äußerst lebendige, aber disziplinierte und friedliche Schar war es, die die „goldene“ Straße zwischen St. Blasius und dem Salzburger Dom hin und her zog, vorbei an eleganten Festspielbesuchern und erstaunten Touristen, den Herrn, ihren Gott, jubelnd besingend, wissbegierig Zeugnissen und Vorträgen lauschend, sich stundenlang anstellend, um sich mit Gott, ihrem Schöpfer in der Hl. Beichte versöhnen zu lassen, anbetend, tanzend, die Hl. Messe und Gemeinschaft feiernd... restlos begeistert und tief erfüllt am Ende, bereit, die Sendung von Pfingsten in die Tat umzusetzen und den Glauben in der Welt zu bezeugen und zu verbreiten.

Gott ist schön

Eine Salzburger Freundin wollte unabhängig vom Kongress am Freitagnachmittag in der Franziskanerkirche beichten gehen - sie gab es schnell wieder auf: zu viele Jugendliche standen schon vor Beginn des Festes der Jugend Schlange vor dem Beichtstuhl. Diese Haltung, eine große Freude an der christlichen Lehre und ihrer konkreten Umsetzung, kennzeichnet diese Jugend und den Kongress, auch auf seiten der teilnehmenden Priester, Ordensleute und Vortragenden.

Johannes Hartl etwa, der Gründer des Gebetshauses in Augsburg, in dem Tag und Nacht Lobpreis und Anbetung geschieht, gab Zeugnis von der überwältigenden Schönheit Gottes, die er erfahren durfte. Er wies die Jugendlichen auf die einzigartige Beschaffenheit des Menschen hin: „In dir ist Sehnsucht nach Faszination, Schönheit, nach dem Herrlichen, du bist geschaffen für die Ewigkeit, berufen dazu, Gott zu kennen!“ Nichts komme Gott gleich, der erste Sinn des Lebens sei es daher, ihn kennen zu lernen.

„Surfen auf den Wogen des heiligen Geistes“

Hartl, nach eigenen Angaben und Ausschauen kein geborener Parade-Christ, leitete auch den meist besuchten Workshop zum Thema Sprachengebet. Mit der flotten Ermunterung: „Es ist der normale christliche Weg, Wunder zu erwarten. Je öfter Du den Heilligen Geist einlädst, umso häufiger kommt er“, ging es in der starken Atmosphäre der „Angstfreiheit mit Gott“ ganz konkret um die Einübung des ersten Schrittes, um diese Gnadengabe "zur eigenen Erbauung" geschenkt zu bekommen.

“Nur im Hl. Geist, in Gebet und Stille können wir unsere Berufung erkennen und die Gebote halten“, sagte auch der Jugendbischof in der Schweiz, Marian Eleganti. Er ist ein Hirt mit marianischer Väterlichkeit, der ganz geläufig über Computer und Internet sprach und ein einprägsames und allzu gut bekanntes Bild benützte:

„Wenn Computer-Programme nicht gebraucht werden, fahren sie zurück in den Ruhestand. Mit Gott ist es auch so“. Dann brauche es einen Neustart, ein Anklicken mit der Maus reiche oft und die Fülle der Angebote stehe wieder bereit, denn „der Heilige Geist vernetzt“.

Schlicht und mit fester Stimme sang er Lieder mit den Kongressbesuchern und begleitete sich selbst mit Gitarre und Mundharmonika. Dieser gemeinsame Lobpreis schuf überhaupt eine starke, wunderbar kreative und harmonische Verbindung zwischen Volk und Priesterschaft.

Erneuerung nicht nur der Jungen

Die wichtige Rolle, die das Gebet füreinander und Kirche für den Glauben spielt, unterstrich auch ein junger Mann namens Dino Bachmaier in seinem Zeugnis über seine Bekehrung. Die der Gebetsgemeinschaft angehörende Ärztin Margie Seiwald brachte lebendige Bilder in ihrer Katechese: „Gott und die Kirche, sie beide wollen, dass ich glücklich bin.“

Von der großen Jugendbewegung sichtlich beeindruckt beauftragte der Erzbischof von Salzburg die Jugendlichen in seiner Pfingstpredigt: „Liebe Jugendliche, die ihr im Obergemach versammelt seid, ihr sollt Träger des Friedens sein. Wer den Heiligen Geist empfangen hat, wird Freund des Lebens.“

Nicht Weltuntergang, sondern Erwartung von Herrlichkeit, nicht Angst, sondern Freude – Georg Mayr Melnhof hielt die letzte Katechese und einen flammenden Appell für Freiheit, Freude und Weite im Glauben. Der Geist Gottes führe in die Ordnung, lehre uns Tugenden, den Blick füreinander, das Lachen und Tanzen. Voraussetzung dafür und Grundlage: „Lernt die Sprache des Himmels in der Hl. Schrift, die Sprache des Vaters, auch der Gospa in Medgugorje.“ So könne unterschieden werden, wohin der Geist führe. Nicht die kirchlichen Schwierigkeiten seinen wichtig, sondern Jesus.

Wir wollen Anbeter sein

„Leute, was geht ab im Moment im Leib Christi? Der Herr beginnt sein Volk zu sammeln und zu salben“, so der charismatische Gründer der Loretto Gemeinschaft. „Wenn jetzt der Kongress aus ist, dann ist es nicht vorbei, nein, dann geht es erst los! Richtet „Boiler-Rooms“, Anbetungsräume ein; öffnet die Tabernakel über das ganze Land, lebt dort die Freiheit des Hl. Geistes. Der Herr salbt sein Volk, Priester und Laien.“

Wer sich verbindlich für den Glauben, für das Gebet einsetze, der brauche Mut. Aber dieser Auftrag sei in unser Herz gelegt! „Der Hl. Geist und die Jugend gehören untrennbar zusammen. Neues Feuer braucht das Land, die Kirche!“

Von dem „Geheimrezept Anbetung“ überzeugt waren auch die Beichte hörenden Priester: „Ich habe einmal sieben Stunden und dann wieder drei Beichte gehört, und immer noch wollten Jugendliche beichten. Ich war auch beschämt durch die Genauigkeit und Tiefe dieser Beichten. Ich glaube fest, diese Freude an dem Beichtsakrament kommt durch die Anbetung.“ Und wie nach himmlischer Regie gab es die Möglichkeit der Verpflichtung, zur Anbetung zu dienen, beim Gebet um Hl. Geist.

crazy generation

Das große Charisma des Gründers der Loretto Gemeinschaft liegt immer sichtbarer auf der jungen Bewegung. Tief verwurzelte, marianische Glaubens-, Kirchen- und Papsttreue gepaart mit einer sehr heutigen und sehr fähigen Coolness und Lebensfreude ohne jede Menschenfurcht, selbstverständliches Umsetzen der Glaubensinhalte.

Junge kreative Kräfte dürfen sich bei den Lorettos einbringen. Der Videoclip für die neue Single der Lobpreisband arise “mission arise“ ist ein mitreißendes Beispiel, die hippige Musik war während der drei Tage überall auf den Straßen der Salzburger Innenstadt zu hören und soll von möglichst vielen downgeloaded werden, um in die Charts zu kommen.

Die katholische Kirche aus dem verstaubten Eck zu holen, in dem sie sich manchmal doch befindet und befunden hat, das gelingt den Jugendlichen ganz selbstverständlich, auch bei diesem Fest des Glaubens 2012. Flashmob, Sonnenbrillen, chillout, Tanz und disco-Lobpreis..., alles auf dem starken und tiefen Boden der immer unaufhörlicher werdenden Anbetung und Sakramente...

Loretto schafft neue Räume innerhalb der Kirche und die „alten“ Kirchenräume Salzburgs haben die jungen Gläubigen Gott sei Dank aufgenommen. Der Lohn ist für alle reichlich.

„Wir erheben uns im Glauben,

wachen aus dem Schlafe auf...“ - wie in diesem Liedtext zogen die jungen be-geist-erten Christen aus den offen stehenden Toren des Salzburger Doms auf die Plätze und in die Straßen der Stadt. Viele Salzburgerinnen und Salzburger feierten den großen Firmungsgottesdienst am Montag mit, etwa 100 Firmlinge bekamen diesen „Turbo-Glaubensbeschleuniger“ aus der Hand des kurz vor seinem 75iger stehenden geistlichen Oberhirten. Alle konnten erleben, mit welcher Hingabe und Freude Erzbischof Kothgasser das Sakrament erteilte; von der Gebetsgemeinschaft bekam er zum Abschluss und zum Dank für seine zehnjährige Unterstützung weit über dreißig Geburtstags-Rosen und eine Liebeserklärung von Georg Mayr Melnhof. Die Rosen als Symbol für weit wirksamere und kostbarere Geschenke: Gebetsketten, Novenen, Fürbitten für den Erzbischof und in seinen Anliegen. Gebet und Wahrheit sind ein gemeinsamer Weg geworden.

KathTube: Vers. Videos vom Treffen

Katechese von Bischof Eleganti:





Katechese von Georg Mayr-Melnhof:





Katechese von Margie Seiwald:





Impressionen:







Foto: (c) www.loretto.at








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