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Alois Glück, 'Alte Messe' und ein muslimisches 'Freitagsgebet'

21. Mai 2012 in Deutschland, 54 Lesermeinungen
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Erstaunliche (theologische) Wissenslücken beim Vorsitzenden des Zentralkomitees der Katholiken. Auch das Freitagsgebet der Sultan-Selim-Moschee war im Katholikentagsprogramm


Mannheim (kath.net/rn/as)
Der Katholikentag spiegle die eigentliche Kirche als „Ganzes“ wieder und: Vielfalt werde als „Bereicherung“ gesehen. Dies meint zumindest Alois Glück, Vorsitzender des Zentralkomitees der Katholiken, in einem ARD-Fernsehbeitrag vom 20. Mai. Offensichtlich gilt diese Weite von Alois Glück jedoch nicht für romtreue Anhänger der Heiligen Messe in der außerordentlichen Form des römischen Ritus, die von Glück in dem Fernsehbeitrag ausgegrenzt wurden.

In der Sendung der ARD war ein kurzer Ausschnitt der Heiligen Messe zu sehen, die am vergangenen Freitag Abend in Mannheim stattfand und auch offiziell im Programmheft des Katholikentages Eingang gefunden hatte, ein Faktum, das Glück verleugnete. „Sie sind nicht im Rahmen des Katholikentagsprogramms, dies ist eine Gemeinde, die hier ohnehin ihren Gottesdienst so feiert“, behauptete Glück wörtlich. Ein Blick ins Programm (siehe Screenshot) genügt, um nachzuweisen, dass Glück offensichtlich nicht einmal weiß, was er auf seinem Katholikentag anbietet. Auch die Behauptung, dass hier eine Gemeinde einen Gottesdienst feiert, erweist sich als falsch, da es laut KATH.NET vorliegenden Informationen in Mannheim keine Kirche gibt, in der regelmäßig die „Alte Messe“ gefeiert wird.



Auf die Frage des Moderators, ob dies ein Kompromiss gewesen sei, offenbarte Glück dann durchaus gewaltige theologische Lücken. So behauptete er wörtlich: „Aber es wäre im Rahmen des Katholikentags in keinem Fall im Programm, denn es geht hier nicht um die Frage Latein oder Deutsch, sondern dahinter steht ein ganz anderes Verständnis von Volk Gottes, ein ganz anderes Verständnis von Eucharistiefeier, und insofern geht es hier nicht um die Art, wie man singt oder in welcher Sprache man betet, das ist eine Absage, eine bewusste Absage an das Zweite Vatikanische Konzil und deshalb hätte es bei uns hier keinen Platz im Katholikentagsprogramm.“

Die Behauptung von Alois Glück, dass es hier um ein ganz anderes „Verständnis von Eucharistiefeier“ gehe, wird von der katholischen Kirche nicht so gesehen. So hat unter anderem 2011 die Päpstliche Kommission „Ecclesia Dei“ folgendes klargestellt: “Die Texte des römischen Messbuchs von Papst Paul VI. und des Missale, das in letzter Ausgabe unter Papst Johannes XXIII. erschienen ist, sind zwei Formen der römischen Liturgie, die 'ordentliche' (forma ordinaria) beziehungsweise 'außerordentliche' Form (forma extraordinaria) genannt werden. Dabei handelt es sich um zwei Gebrauchsweisen des einen römischen Ritus, die nebeneinander stehen. Beide Formen sind Ausdruck derselben lex orandi der Kirche. Wegen ihres ehrwürdigen und langen Gebrauchs muss die außerordentliche Form mit gebührender Achtung bewahrt werden”.

Übrigens waren beim Katholikentag durchaus auch Programmpunkte mit Gruppen, die das II. Vatikanum wirklich "ablehnen". Die romtreue Petrusbruderschaft, die am Freitag Abend die „Alte Messe“ gefeiert hatte, gehört hier entgegen den Behauptungen von Glück entschieden nicht dazu. Offiziell im Programm war beispielsweise eine Veranstaltung mit den Muslimen, die nicht nur das II. Vatikanum sondern als Dreingabe auch noch sämtliche Konzilien seit Nizäa "ablehnen": Problemlos war die „Einladung zum Freitagsgebet“ der Sultan-Selim-Moschee ins offizielle Programmheft des Katholikentags aufgenommen worden.


kathTube: Die Aussagen von Alois Glück im O-Ton



Der ARD-Beitrag

KathTube-Screenshot: Alte Messe im Programm des Katholikentags



KathTube-Screenshot: Freitagsgebet der Muslime im Programm des Katholikentags



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ZUR WEITERBILDUNG: Bischof Gerhard Ludwig Müller - Das Zweite Vatikanische Konzil in richtiger katholischer Sicht



Foto: (c) ARD


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