18 Juni 2011, 11:35
Bischof Fürst verbietet Studientagung über Sexualität
 
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Diözese Rottenburg-Stuttgart: Eine wissenschaftliche Studientagung zum Thema „Let´s think about sex“ wurde vom Bischof wegen Befürchtungen der „Polarisierung“ und "unausgewogenem Referentenkreis" abgesagt.

Rottenburg (kath.net) Gebhard Fürst, Bischof von Rottenburg-Stuttgart, hat die Tagung „Let´s think about sex“ abgesagt. Dies berichtete die Frankfurter Rundschau. Die „wissenschaftliche Studientagung“ sollte Anfang Oktober 2011 von der Katholischen Akademie, der Katholischen Erwachsenenbildung sowie mehreren Fachbereichen der Diözese Rottenburg-Stuttgart ausgerichtet werden.

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„Bischof Fürst befürchtet, dass die genannte Tagung in dieser Situation zu Polarisierungen führt, die ein Gespräch zwischen den Vertretern der unterschiedlichen theologischen und kirchenpolitischen Richtungen sehr erschweren oder unmöglich machen würde“, zitierte die Frankfurter Rundschau aus einem ihr vorliegenden Absageschreiben der Organisatoren der Tagung. Anscheinend war nicht zuletzt der Referentenkreis das Problem: „Die Zusammensetzung war Bischof Fürst nicht ausgewogen genug“, sagte der stellvertretende Bistumssprecher Uwe Renz der Frankfurter Rundschau.

Die Organisatoren bedauerten die Absage durch Bischof Fürst. Die Tübinger Theologin und Philosophin Regina Ammicht Quinn, welche eine der vorgesehenen Referenten war, widersprach dem Vorwurf der Einseitigkeit der Tagung: „Das ist eine wissenschaftliche Tagung. Es geht nicht um Bekenntnisse,“ und wies darauf hin, dass die Tagung unter Einbeziehung des Bischofs seit einem Jahr geplant gewesen sei.

In der Ausschreibung der katholischen Studientagung wurde zum Thema der Tagung erläutert: „Nicht ohne Grund erklärt das Memorandum – Kirche 2011: Ein notwendiger Aufbruch – dringenden Diskussionsbedarf in Fragen der Sexualmoral. Die katholische Kirche bringt sich darum, eine überzeugende Anwaltschaft des Menschlichen - wie in vielen anderen Bereichen höchst überzeugend - zu ergreifen, wenn sie nicht ihre Position bis hinein in die philosophischen Denkvoraussetzungen mutig auf den Prüfstand stellt.“ Außerdem wurde darauf hingewiesen, dass „die katholische Sexualmoral vieler universitärer Theologien“ ebenso Mühe hat „mit den entsprechenden Positionen der katholischen Kirche wie die meisten kirchentreuen ChristInnen, die weder praktisch noch theoretisch die Auffassungen und Handlungsanforderungen der amtskirchlichen Sexualmoral teilen.“







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