Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. SWR-Skandalchristmette - Zuständig ist die Diözese Rottenburg-Stuttgart!
  2. Rechtsanwalt Steinhöfel: Maduro war ohne legales Amt, hatte keine völkerrechtliche Immunität mehr
  3. THESE: "Die Theologie der letzten Jahrzehnte hat versagt!"
  4. Kard. Woelki: „Bin überzeugt, dass ‚Evangelisierung‘ das zentrale Thema von Leos Pontifikats wird“
  5. Unter den kroatischen Katholiken wächst Grundsatzkritik
  6. Santo Subito: Historiker Hesemann plädiert für schnelle Seligsprechung Benedikts XVI.
  7. „Nicht nur Israels Kampf… es ist der Kampf unserer gemeinsamen jüdisch-christlichen Zivilisation“
  8. 2025 wurden 46 römisch-katholische Kirchen und Kapellen in Deutschland profaniert
  9. Direkt nach dem Jahreswechsel brannte die Amsterdamer Vondelkirche lichterloh
  10. „In seinem Pontifikat war Benedikt XVI. einer der größten Theologen auf der Cathedra Petri“
  11. Der Stern stört Jerusalem. Epiphanie und die Ruhe der Gewöhnten
  12. Schweiz: Bischöfe beten für Opfer der Brandkatastrophe in Skiort
  13. Eine Nonne, die Vampirbücher schreibt
  14. Bischöfliche Spökenkiekerei zum Jahreswechsel
  15. Streit um Papstkreuz im Wiener Donaupark

Bischof Fürst schreitet fort

23. Mai 2011 in Kommentar, 44 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„Gebhard Fürst, Bischof in Rottenburg, schien mir ein Mann, der auf bodenständige Weise fromm ist, ausgestattet mit einem sympathischen Grenzenbewusstsein. Da habe ich mich getäuscht.“ Ein Kommentar von Alexander Kissler


München (kath.net/www.Alexander-Kissler.de) Spalten statt versöhnen: Nach diesem bewährten Motto verfährt ein Oberhirte, von dem man es nicht erwartet hätte. Ich saß einst neben ihm in lauschiger Runde, hörte ihn reden und scherzen und lachen und fühlte mich nicht unwohl. Gebhard Fürst, Bischof in Rottenburg, schien mir ein Mann, der auf bodenständige Weise fromm ist, ausgestattet mit einem sympathischen Grenzenbewusstsein. Da habe ich mich getäuscht.

Stutzig machte mich Anfang des Jahres sein Buch mit dem hochwahrscheinlich ernstgemeinten Titel „Für eine bewohnbare Kirche. Perspektiven einer menschennahen Pastoral.“ Der Autor skizzierte darin eine Kirche, vermutlich die römisch-katholische, die bewohnbar zu machen sei durch seine, durch Fürstens Ratschläge, die es also offenbar momentan, in der prägebhardischen Ära Benedikts XVI. noch nicht ist.

Damit man endlich wohnen könne in der aktuell weitgehend entvölkerten, da unwohnlichen römischen Kirche, schlug Fürst vor: Man solle Eucharistie verstehen als Einweisung „in den Weg Jesu Christi mit und zu den Menschen.“ Die „Christinnen und Christen“ sollten darum „in der Nachfolge Jesu (…) als Gemeinde und Kirche in seine Fußstapfen treten und zu ‚Tätern und Täterinnen des Wortes‘ werden.“ Maßstab sei der „Lebensstil“ Jesu, gerade nun in der „schweren Glaubwürdigkeits- und Vertrauenskrise, wie sie die katholische Kirche seit Menschengedenken nicht erlebt hat“.


Historisches Denken können wir eher nicht der Fürstschen Kernkompetenz zurechnen. „Seit Menschengedenken“, meint der gedächtnisschwache Schwabe, seit Jahrhunderten demnach soll es in der katholischen Kirche keine schlimmere Krise gegeben habe als die von interessierter Seite aufgeblähte Vertrauenskrise von 2010? Das möge man bitte den Historikern subito mitteilen, die töricht genug sind, sich noch immer am Schisma von 1054, an der Reformation, am Dreißigjährigen Krieg abzuarbeiten: allesamt Petitessen, weiß der schwäbische Schlaue.

Dass jede Epoche defekt sei gegen die Gegenwart und fast alles Mist außer Deutschland, führte Fürst nun in den Redaktionsräumen der „Ludwigsburger Kreiszeitung“ gekonnt aus. In seinem von massiver Kirchenflucht gebeutelten Bistum gibt es derzeit einen jungen Mann, der sich auf die Priesterweihe 2012 vorbereitet. Offenbar ist das genau einer zuviel, denn Fürst teilt dem jungen Mann laut Zeitung mit: Weibliche Priester seien in „fortschrittlichen Ländern, wie Deutschland oder den USA (…) denkbar“, wenn auch „vorerst nicht“.

Der arme Tropf muss sich also anhören lassen, sein Entschluss zur priesterlichen Lebensweise sei ein Steinzeitreflex, Überbleibsel eines nicht so „fortschrittlichen“ Denkens, er sei kindisch aus der Zeit gefallen. „Fortschritt“ hingegen besteht im Fürstschen Weltbild darin, die endgültige dogmatische Entscheidung von Papst Johannes Paul II. – ulkigerweise desselben Papstes, der Fürst auf den viel zu großen Bischofsstuhl von Rottenburg-Stuttgart hievte – lächelnd zu missachten.

„Fortschritt“ á la Fürst heißt, der Kirche theologisch eine Nase zu drehen, ihre Alimente aber anzunehmen, heißt den Papst zum Grüßaugust zu verzwergen und sich selbst, dem Provinzhirten, den Lorbeerkranz der Weltklugheit aufzusetzen.

Fürst führt offenbar nicht nur mit der Muttersprache, sondern auch mit Mutter Kirche einen possierlichen Kleinkrieg. Ich darf nicht? Darf ich doch, ätschi-bätschi: So löckt der oberste Verwalter einer serbelnden Diözese gegen die Weltkirche, die alles in allem wächst und gedeiht, so gießt er Häme auf all jene Länder, in denen der Glauben blüht und die sich nun als gestrig beschimpft sehen.

Gebhard, Gebhard, magst Du Dich nicht befreien von der Kirche, die Dir solche Pein verursacht? Dann müsstest Du auch nicht länger jene Gläubigen, denen wie Pontifex Benedikt die klassische lateinische Messe am Herzen liegt, als „oftmals fundamentalistisch“ verunglimpfen. Warst Du Dir, in der gemütlichen Ludwigsburger Redaktionsstube, bewusst, dass Du damit auch Benedikt XVI. zum Fundamentalisten stempelst?

Ein Bischof, der die Gläubigen anderer Länder für rückschrittlich erklärt, den Papst einen Fundamentalisten schimpft und die eigenen geistlichen Wüsteneien zur Oase umbiegt, bleibt natürlich Bischof. Aber er ist es nicht länger.

Homepage von Alexander Kissler


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Diözese Rottenburg-S

  1. Bischof Fürst für neues Konzil und gegen Diskriminierung ‚queerer Personen’
  2. Bischof Fürst übt klare Kritik an Tier-Mensch-Mischwesen
  3. Wenn eine Kirche in Stuttgart zur Räuberhöhle wird
  4. Rottenburg: Gerhard Schneider wird neuer Weihbischof
  5. Bischof Fürst kritisiert FDP-Downsyndrom-Tweet: „Ich war entsetzt“
  6. Bischof Fürst: Keine Interkommunion
  7. Dekan: „Geweihte Kirche ist nicht der Ort für den Ruf ‚Allahu Akbar‘“
  8. „Sexueller Missbrauch wird verfolgt“
  9. Dumm ist, wer Dummes tut
  10. Bischof Fürst distanziert sich von Kopftuch-Pfarrer






Top-15

meist-gelesen

  1. Weihnachtsspende für kath.net - Wir brauchen JETZT Ihre HILFE!
  2. ISLAND-REISE - SOMMER 2026 - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  3. SWR-Skandalchristmette - Zuständig ist die Diözese Rottenburg-Stuttgart!
  4. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“
  5. Kard. Woelki: „Bin überzeugt, dass ‚Evangelisierung‘ das zentrale Thema von Leos Pontifikats wird“
  6. Wie Johannes vom Kreuz mit nervigen Menschen umging
  7. „In seinem Pontifikat war Benedikt XVI. einer der größten Theologen auf der Cathedra Petri“
  8. Unter den kroatischen Katholiken wächst Grundsatzkritik
  9. Überlebende der Brandkatastrophe in Crans-Montana: „Möchte Gott danken, dass er mich gerettet hat“
  10. Eine Nonne, die Vampirbücher schreibt
  11. Ein Frühstück für den Verleugner
  12. Santo Subito: Historiker Hesemann plädiert für schnelle Seligsprechung Benedikts XVI.
  13. „Wenn wir mit Papst Benedikt XVI. diesen tiefen Ernst unserer Taufe realisieren…“
  14. THESE: "Die Theologie der letzten Jahrzehnte hat versagt!"
  15. Warum zwei Kardinäle aus Afrika erst jetzt 80 Jahre alt werden

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz