19 November 2010, 11:45
Aachener Priesterrat reagiert auf Kleruskongregation 'mit Bestürzung'
 
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Der Priesterrat weist die Kritik der vatikanischen Kleruskongregation unter ihrem Präfekten Kardinal Hummes an der Amtsführung des Aachener Bischofs Mussinghoff 'entschieden zurück'

Aachen (kath.net) Der Priesterrat der Diözese Aachen hat am Freitag auf die Kritik der Kleruskongregation an der Neuordnung der Seelsorgestrukturen durch Bischof Mussinghoff reagiert und die Kritik aus dem Vatikan entschieden zurückgewiesen. Der damalige Präfekt der Glaubenskongregation für den Klerus, Kardinal Claudio Hummes, hatte im September 2009 dem Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff einen Brief geschrieben und daran Kritik am Modell "Gemeinschaften der Gemeinden" geübt. Kath.net hatte berichtet

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Der Aachener Priesterrat stellt sich jetzt hinter Bischof Mussinghoff: „Der Bischof hat nach dem Kirchenrecht das Recht und die Pflicht darauf zu achten, die Seelsorgestrukturen in seinem Bistum den jeweils gegebenen Anforderungen anzupassen, um den Sendungsauftrag der Kirche erfüllen zu können…Vor seiner Entscheidung zur Umsetzung der Reform hat der Bischof sich mit dem Diözesanpriesterrat beraten und dessen Anhörungsrechte beachtet.“ Die auf "namentlich nicht bekannte Beschwerden" beruhende Kritik der vatikanischen Kleruskongregation unter ihrem Präfekten Kardinal Hummes an der Amtseinführung des Aachener Bischofs und der von ihm veranlassten Neuordnung der Seelsorgestrukturen weisen die Sprecher des Aachener Diözesanpriesterrates entschieden zurück.

Laut dem Priesterrat habe der Bischof hat nach dem Kirchenrecht "das Recht und die Pflicht" darauf zu achten, die Seelsorgestrukturen in seinem Bistum den jeweils gegebenen Anforderungen anzupassen, um den Sendungsauftrag der Kirche erfüllen zu können. Dieser Verantwortung hat er in der Neuordnung der Seelsorgestrukturen entsprochen. Vor seiner Entscheidung zur Umsetzung der Reform habe der Bischof sich mit dem Diözesanpriesterrat beraten und dessen Anhörungsrechte beachtet. Es ist nicht zu erkennen, dass durch sie „die lehrmäßigen Prinzipien“ der katholischen Kirche in Frage gestellt werden, wie der Präfekt es in seinem Schreiben andeutet.

In der Strukturreform werden unter anderem rechtlich selbständige Pfarreien in sogenannten „Gemeinschaften der Gemeinden“ verbunden. In diesen Seelsorgeeinheiten werde eine „kooperative Pastoral“ angestrebt. Damit ist gemeint, dass auch Laien mit in die Verantwortung einbezogen werden, jedoch unter der Prämisse, dass die Rechte der amtierenden Pfarrer nicht berührt werden. Die Sprecher des Priesterrates betonen, dass in seinen Gesprächen mit dem Bischof die Frage nach der Rolle des Pfarrers immer wieder behandelt wurde. Sie sehen das Recht und die Bedeutung des Pfarrers durch die Strukturreform nicht gefährdet, im Gegenteil aufgrund der "Unterstützung in der Leitung" durch Laien ist es dem Pfarrer möglich, stärker und intensiver das auszuüben, was das Zweite Vatikanische Konzil als vorzügliche Aufgabe eines Priesters ansieht, nämlich neben dem Dienst des Leitens auch den der Verkündigung und Heiligung.

Die Sprecher des Priesterrates verwehren sich gegen die im Brief des Kardinals angedeuteten Unterstellungen, dass der Weg im Bistum Aachen das Priesteramt eher funktional definiert und die Sakramente, das Gebet und die Übung der Tugenden nicht mit der genügenden Sorgfalt gesehen werden.
Der Aachener Diözesanpriesterrat erlebe Bischof Mussinghoff als einen Hirten, der die "Anliegen und Sorgen der Gesamtkirche in vorzüglicher Weise" immer wieder in seinem Bistum zum Ausdruck bringt und ihnen Geltung verschafft. Allein die diesbezüglich im Schreiben der Kongregation formulierte Anfrage ist kränkend, nicht nur für den Bischof, sondern auch für seinen Senat.

Vor genanntem Hintergrund registrieren die Sprecher des Priesterrates "die Intervention der Kleruskongregation" mit Bestürzung, zumal sie durch keinen Sachgrund gerechtfertigt scheint. Der Zusammenfall der medialen Öffentlichkeit über das römische Schreiben aus dem Jahr 2009 mit dem 70. Geburtstag unseres Bischofs lässt eigenen Deutungen Raum und fordert Antwort auf die "Frage nach den wirklichen Absichten der Initiatoren".

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