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Aachener Priesterrat reagiert auf Kleruskongregation 'mit Bestürzung'

19. November 2010 in Deutschland, 14 Lesermeinungen
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Der Priesterrat weist die Kritik der vatikanischen Kleruskongregation unter ihrem Präfekten Kardinal Hummes an der Amtsführung des Aachener Bischofs Mussinghoff 'entschieden zurück'


Aachen (kath.net) Der Priesterrat der Diözese Aachen hat am Freitag auf die Kritik der Kleruskongregation an der Neuordnung der Seelsorgestrukturen durch Bischof Mussinghoff reagiert und die Kritik aus dem Vatikan entschieden zurückgewiesen. Der damalige Präfekt der Glaubenskongregation für den Klerus, Kardinal Claudio Hummes, hatte im September 2009 dem Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff einen Brief geschrieben und daran Kritik am Modell "Gemeinschaften der Gemeinden" geübt. Kath.net hatte berichtet

Der Aachener Priesterrat stellt sich jetzt hinter Bischof Mussinghoff: „Der Bischof hat nach dem Kirchenrecht das Recht und die Pflicht darauf zu achten, die Seelsorgestrukturen in seinem Bistum den jeweils gegebenen Anforderungen anzupassen, um den Sendungsauftrag der Kirche erfüllen zu können…Vor seiner Entscheidung zur Umsetzung der Reform hat der Bischof sich mit dem Diözesanpriesterrat beraten und dessen Anhörungsrechte beachtet.“ Die auf "namentlich nicht bekannte Beschwerden" beruhende Kritik der vatikanischen Kleruskongregation unter ihrem Präfekten Kardinal Hummes an der Amtseinführung des Aachener Bischofs und der von ihm veranlassten Neuordnung der Seelsorgestrukturen weisen die Sprecher des Aachener Diözesanpriesterrates entschieden zurück.


Laut dem Priesterrat habe der Bischof hat nach dem Kirchenrecht "das Recht und die Pflicht" darauf zu achten, die Seelsorgestrukturen in seinem Bistum den jeweils gegebenen Anforderungen anzupassen, um den Sendungsauftrag der Kirche erfüllen zu können. Dieser Verantwortung hat er in der Neuordnung der Seelsorgestrukturen entsprochen. Vor seiner Entscheidung zur Umsetzung der Reform habe der Bischof sich mit dem Diözesanpriesterrat beraten und dessen Anhörungsrechte beachtet. Es ist nicht zu erkennen, dass durch sie „die lehrmäßigen Prinzipien“ der katholischen Kirche in Frage gestellt werden, wie der Präfekt es in seinem Schreiben andeutet.

In der Strukturreform werden unter anderem rechtlich selbständige Pfarreien in sogenannten „Gemeinschaften der Gemeinden“ verbunden. In diesen Seelsorgeeinheiten werde eine „kooperative Pastoral“ angestrebt. Damit ist gemeint, dass auch Laien mit in die Verantwortung einbezogen werden, jedoch unter der Prämisse, dass die Rechte der amtierenden Pfarrer nicht berührt werden. Die Sprecher des Priesterrates betonen, dass in seinen Gesprächen mit dem Bischof die Frage nach der Rolle des Pfarrers immer wieder behandelt wurde. Sie sehen das Recht und die Bedeutung des Pfarrers durch die Strukturreform nicht gefährdet, im Gegenteil aufgrund der "Unterstützung in der Leitung" durch Laien ist es dem Pfarrer möglich, stärker und intensiver das auszuüben, was das Zweite Vatikanische Konzil als vorzügliche Aufgabe eines Priesters ansieht, nämlich neben dem Dienst des Leitens auch den der Verkündigung und Heiligung.

Die Sprecher des Priesterrates verwehren sich gegen die im Brief des Kardinals angedeuteten Unterstellungen, dass der Weg im Bistum Aachen das Priesteramt eher funktional definiert und die Sakramente, das Gebet und die Übung der Tugenden nicht mit der genügenden Sorgfalt gesehen werden.
Der Aachener Diözesanpriesterrat erlebe Bischof Mussinghoff als einen Hirten, der die "Anliegen und Sorgen der Gesamtkirche in vorzüglicher Weise" immer wieder in seinem Bistum zum Ausdruck bringt und ihnen Geltung verschafft. Allein die diesbezüglich im Schreiben der Kongregation formulierte Anfrage ist kränkend, nicht nur für den Bischof, sondern auch für seinen Senat.

Vor genanntem Hintergrund registrieren die Sprecher des Priesterrates "die Intervention der Kleruskongregation" mit Bestürzung, zumal sie durch keinen Sachgrund gerechtfertigt scheint. Der Zusammenfall der medialen Öffentlichkeit über das römische Schreiben aus dem Jahr 2009 mit dem 70. Geburtstag unseres Bischofs lässt eigenen Deutungen Raum und fordert Antwort auf die "Frage nach den wirklichen Absichten der Initiatoren".


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Lesermeinungen

  22. November 2010 
 

@Tarcis, \"Siehe die Wirklichkeit\" - ein Vorgeschmack dessen, was kommen könnte.

Der Pfarrbrief ist wahrscheinlich von der Pastoralassistentin verfasst worden.
Die schlichten Gedanken, die Wortwahl, das hoffnungslose der liturgischen Handlung Nicht-Gerecht-Werden-Können - alles deutet auf eine weibliche Seele, die Kuschelgöttlichkeit erstrahlt und propagiert.

Es ist ein Vorgeschmack dessen, was der katholischen Kirche blühen würde, sollte sie sich dem Priestertum der Frauen öffnen.

Dann wäre eine große Zahl Pfarrstellen von Frauen besetzt, wie nun bei der evangelischen Kirche der Fall ist, mit dem beklagenswerten Ergebnis, daß diese einen Kuschelgott produzieren, gepaart mit schlechtem Geschmack, wie der ev. Theologe Wilhelm Friedrich Graf zu berichten und zu beklagen weiß.


1
 
 Waldi 20. November 2010 
 

Aus dem Buch...

\"Der verwüstete Weinberg\", von Dietrich von Hildebrand, einige Zitate, die zum Bericht und den Zustand der deutschen Bistümer genau passen: \"Heute können wir die Sizuation in der hl. Kirche nicht mehr \"Das Trojanische Pferd in der Stadt Gottes\" nennen. Die Feinde, die im trojanischen Pferd verborgen waren, sind aus dieser Behausung herausgetreten, und die aktive Zerstörungsarbeit ist in vollem Gange. Die Seuche ist fortgeschritten von kaum bemerkbaren Irrtümern und Verfälschungen des Geistes Christi und der hl. Kirche bis zu den flagrantesten Käresien und Blasphemien.\"
Und weiter: \"Eine der erschreckendsten Krankheiten, die heute in der Kirche weit verbreitet sind, ist die Lethargie der Wächter des Glaubens der Kirche. Ich denke hier nicht an jene Bischöfe, die Mitglieder der \"Fünften Kolonne\" sind, die die Kirche von innen her zerstören oder in etwas ganz anderes umwandeln wollen, was der Zerstörung der wahren Kirche gleichkommt. Ich denke an die viel zahlreicheren Bischöfe, die keinerlei solche Intuitionen haben, die aber, wenn es sich um das Einschreiten gegen häretische Theologen oder Pfarrer handelt oder gegen eine plasphemische Verunstaltung des Kultes - keinerlei Gebrauch von ihrer Autorität machen. Sie schließen entweder die Augen und versuchen durch eine Vogelstrauß-Politik die schweren Missstände zu ignorieren sowie den Appell, der an ihre Pflicht einzugreifen ergeht. Oder aber sie fürchten, von der Presse und den Massenmedien abgegriffen und als reaktionär, engherzig, mittelalterlich verschrien zu werden. Sie fürchten die Menschen mehr als Gott. Von ihnen gilt das Wort des hl. Don Bosco: \"Die Macht des Bösen lebt von der Feigheit der Guten.\"\" Mutige Bischöfe aber, wie Bischof Walter Mixa, wird von den eigenen Amtskollegen aussortiert und in die Verbannung geschickt. Das ist nun mal Tatsache!
Dieses Buch zeigt deutlich die ganze, immer weiter zunehmende Misere in der katholischen Kirche von heute und der letzten fünf Jahrzehnte. Es zeigt aber auch, dass viele Theologen, Kardinäle, Bischöfe und Priester gar nicht daran denken diese Kirche zu verlassen, denn von innen her lässt sich das Zerstörungswerk viel wirksamer umsetzen als von außen.
Um diese Katastrophe zu erkennen, habe ich diese Buch nicht gebraucht. Es hat mir aber bestätigt, dass meine tiefe Sorge, als kleiner Katholik, um den Zustand und die Zukunft der katholischen Kirche, nicht unbegründet war- und ist!


3
 
 Jofichtel 19. November 2010 

Was braucht die Diözese Aachen ????

Priester wie der Heilige Pfarrer von Ars. Aber nicht nur Aachen......


2
 
 FNO 19. November 2010 

\"Das bestimmen wir!\"

Übrigens: Heinrich Himmler hat die römische Kritik am Nationalsozialismus auch entschieden zurückgewiesen.


1
 
 willibald reichert 19. November 2010 
 

diaconus

Genauso ist es. Warum türmen die chronischen
Unruhestifter nicht in die evangelischen Gemeinschaften?
Dort gibt es doch alles, was das Herz begehrt.
Ich würde Ihnen keine Träne nachweinen!


2
 
 Passero 19. November 2010 
 

?????

Eine Frage an die Führenden der Diözese Aachen:
Was habt Ihr alles gegen den Priestermangel und für Priesterberufungen getan?
Habt Ihr Euch z. B. um Priester der SJM oder der Petrusbruderschaft bemüht?


3
 
  19. November 2010 
 

@ edithusluxus

Zitat
Wann ist endlich Ruhe.
ein Bischof hat auch das Recht, eine Entscheidung zu treffen.
Zitat Ende

Ihre Stellungnahmen sind vollkommen entlarvend und man kann auch sagen schizophren. Hier verteidigen Sie den Bischof, dass er das Recht hat eine Entscheidung zu treffen, beim Artikel über den Limburger Bischof kritisieren Sie diesen, weil er eine Entscheidung gefällt hat. Also drehen Sie es wie es Sie brauchen, einer, der gegen Rom handelt hat immer Recht, einer, der im Sinne der Hl,. Mutter Kirche handelt, hat nicht Recht, weil es den profilierungssüchtigen Egomanen nicht passt.

Ich wiederhole auch hier die Aussage Karl Rahners, der vor seinem Tod sinngemäß geschrieben hat, wer nicht mit dem einverstanden ist, was alles zur katholischen Kirche gehört, der sollte den redlichen Charakter haben, diese Kirche, die nicht mehr die seine ist, zu verlassen und diese nicht zu unterwandern.


5
 
 M.Schn-Fl 19. November 2010 
 

Aachener Priesterrat

Der Bischof hatte lange genug Zeit, sich diesen Priesterrat zusammenzustellen. Und da man auch weiss, ich drücke mich vorsichtig aus, dass er ein rigoroser Herr ist, ist es nicht verwunderlich, dass diese Gremium mehrheitlich hinter ihm steht.
Wenn das dort alles so wunderbar unter einem so wunderbaren Bischof läuft, warum ist dann dieses Bistum in einer so schlechten Lage und warum häufen sich die Klagen aus diesem Bistum?


3
 
 tarcis 19. November 2010 

Siehe die Wirklichkeit

Gerade hole ich den Pfarrbrief aus dem Briefkasten. Da steht: \"Besondere Familienmesse...Christkönig-Könige-wie stelle ich mir einen König vor, wie soll er sein, was muss er tun?\"
\"Kindermessen am 1. u. 3. Advent-samstag...von Glocken, Sternen, Tannenbäumen...mit Darstellungen im Altarraum und in den Messen; Thema: Stromausfall in der Domstrasse.\"
\"Mit-neuen-Augen-sehen-Messe, Das Glaubensbekenntnis mit Hilfe der Kunst neu entdecken...mit der Gruppe augen-blicke wollen wir wieder einen lebendigen Gottesdienst feiern.
Der Bischof kennt das, er findet das gut. Ich finde das nicht gut. Beten wir für Bischoff Mussinghoff um Einsicht.


6
 
 edithusluxus 19. November 2010 
 

Aachener Priesterrat

Auch das noch.
Wann ist endlich Ruhe.
ein Bischof hat auch das Recht, eine Entscheidung zu treffen.
Der weit entfernte Kardinal in Rom....na ja. will sein Stärke zeigen. ich stehe zum Bischof Müssinghoff.

w2JHsi


0
 
 Guiseppe 19. November 2010 
 

Visitation JETZT!

Da hilft jetzt wohl nur noch eines: eine Visitation aus Rom.


5
 
  19. November 2010 
 

Gratulation, kath.net!

Mit Ihrer Veröffentlichung der Kritik von Kardinal Hummes haben Sie Eitelkeiten verletzt, die nunmehr gereizt darauf reagieren.

Zuerst Exzellenz und nunmehr, pflichtgemäß, vermutlich auf Veranlassung von Exzellenz, der Priesterrat der Abbruch-Diözese.

Er scheut nicht die Mühe, Rom über die Rechte und die Pflichten des Ordinarius aufzuklären, und sich selbst und dem Bischof ein optimales Zeugnis auszustellen.

Ob die begriffstützigen Römer den CIC noch nicht verstanden haben? Ob sie, bei solcher Entfernung von der germanischen Provinz überhaupt wissen, was die stolzen Stämme dort wirklich betreiben?

Alle vorzügliche Pastoren, weitsichtige geniale stabmäßige Planer, Kerndemokraten, die die Rechte der Basis-Institutionen (Priesterrat) auf Anhörung beachten.

Man versteht die angebliche Krise der optimal geführten Diözese nicht mehr.

Eine optische Täuschung? Roms oder Aachens?


5
 
 Marcus, der mit dem C 19. November 2010 
 

Der Text ist entlarvend...

denn er weist die Kritik argumentativlos zurück und behauptet ohne Argument und Beweis das Gegenteil. Bezeichnend ist der Verweis auf die Beteiligung des Priesterrates und die \"Achtung der Anhörungsrechte\", ich frage mich, wenn der Bischof sich nach Anhörung des Priesterrates gegen den Rat des Priesterrates entschieden hätte, ob dann nicht von einer Mißachtung des Priesterrates gesprochen worden wäre. Viele Inhaber solcher Ratsposten betrachten sich nämlich gar nicht als Berater sondern Entscheider und die eigentliche Entwscheidung des Verantwortungsträgers nur als pro-forma-Angelegenheit.
Weiterhin entlarvend ist der dezidierte Hinweis auf die \"namentlich nicht bekannten Beschwerden\", da will wohl jemand wissen, wer gemobbt werden muß, damit diese Personen nicht mehr ihr Recht wahrnehmen, solche Entscheidungen durch höhere Authoritäten überprüfen zu lassen.

Ich bin mir sicher, daß der Priesterrat hinter dem Bischof steht, denn ich würde mich nicht wundern, wenn dieses unselige, das Kirchenrecht aushöhlende Konstrukt, nicht zu großem Teil aus der Feder des Priesterrates stammen würde und die Wunschliste jener Sitzungsexperten widerspiegelt.


4
 
 SERAPHICUS 19. November 2010 

Wie bitte?

Was ist denn jetzt los? Nach einem Jahr fühlt sich der Priesterrat dazu aufgerufen, sich \"gegen den Vatikan\" zu äußern? Warum erst jetzt? Oder bestehen da innerhalb des Bistums Kommunikationsschwierigkeiten? Oder war es der triumphal gefeierte 70. Geburtstag des Bischofs, der sie nun aufgeweckt hat? Wieso jetzt eine neue Polemik gegen den Vatikan beginnen?


4
 

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