Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Endgültiger Bruch mit Rom droht: Priesterbruderschaft St. Pius X. kündigt Bischofsweihen an
  2. Der Vatikan ist in Kontakt mit der Bruderschaft St. Pius X., um eine Spaltung zu vermeiden
  3. Bischof Oster legt nach: Grundsatzkritik am (deutsch-)Synodalen Weg
  4. Weihen ohne päpstliche Erlaubnis geplant: Papst Leo XIV. berät mit Vatikanbehörde
  5. Bischof Oster: „In der Sache selbst war ich ja in mehrfacher Hinsicht kritisch“
  6. Bischöfe und Funktionäre im Paralleluniversum
  7. Kardinal Müller: „Von der ‚Kirche des Franziskus‘ zu sprechen“, „das ist für mich eine Häresie“
  8. Kard. Müller nach Gespräch mit Papst Leo: „Atmosphäre ist von wechselseitigem Vertrauen bestimmt“
  9. Öffentlich-rechtlicher Sender SWR konfrontiert Ordensfrau mit obszöner Frage
  10. Medienkrise verschärft sich: Dramatische Auflagenverluste für Tageszeitungen in Deutschland
  11. Hunderte Einsprüche gegen Pfarrauflösung in der Diözese Linz - Keine Antworten aus Rom
  12. Schwere Zensur-Vorwürfe aus den USA: EU unterdrückt die Meinungsfreiheit
  13. „Weitergabe des Glaubens von Generation zu Generation scheiterte, Neuevangelisierung ist notwendig“
  14. Massive Medienvorwürfe gegen den Priester Wolfgang Rothe als Mitglied des Betroffenenbeirats
  15. Die Heilige Schrift als Wort Gottes und Raum der Offenbarung in menschlicher Sprache

Ist Sarrazin ein Rassist oder Prophet?

2. September 2010 in Aktuelles, 66 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Hat der Provokateur den Bogen überspannt? Hat Thilo Sarrazin, wie die NPD jubelt, "die Überfremdungskritik salonfähig gemacht"? Ist der Bundesbank-Vorstand zum Rassisten geworden? - Ein Kommentar von Dr. Alexander Kissler


München (kath.net/idea)
Selten hat ein Autor mit seinen Äußerungen die öffentliche Debatte so emotionalisiert: Das Buch „Deutschland schafft sich ab“ von Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin löste schon vor seinem Erscheinen am 30. August wegen einer angeblichen Diskriminierung muslimischer Zuwanderer massive Proteste aus. Dazu ein Kommentar von Dr. phil. Alexander Kissler (München), Publizist und Sachbuchautor. Er schreibt u.a. für die „Süddeutsche Zeitung“.

Hat der Provokateur den Bogen überspannt? Hat Thilo Sarrazin, wie die NPD jubelt, „die Überfremdungskritik salonfähig gemacht“? Ist der Bundesbank-Vorstand zum Rassisten geworden?

Auf jeden Fall ist das SPD-Mitglied nun Bestsellerautor. „Deutschland schafft sich ab“ hat eine Spitzenposition auf der Verkaufsliste sicher. Offenbar hat der Sachbuchmarkt auf eine Streitrede über die Fallstricke der Integration gewartet. Die Kritiker Sarrazins können sich jetzt risikolos und anstrengungsfrei als Musterdemokraten präsentieren. Sarrazin wiederum gibt den mutigen Außenseiter, obwohl seine Ansichten populistisch genug sind, um von „Bild“ abgedruckt zu werden.


Sarrazin beruft sich auf Darwin

Sarrazin beruft sich auf Darwin, weil er den Einfluss der „angeborenen Begabung und einer bildungsfernen Herkunft“ auf die Intelligenz beweisen will. Er hantiert mit vielen Zahlen und kommt zu heiklen Schlüssen: „Die weniger Intelligenten vermehren sich schneller als der Durchschnitt. Das bedeutet in der Konsequenz, dass die Intelligenz der Grundgesamtheit sinkt.“ Diese Entwicklung werde durch muslimische Einwanderer forciert.

Ihnen wirft er „fehlendes Interesse an der Mehrheitskultur und mangelnde Bildungsbereitschaft“ vor. Den Islam nennt er jene Religion, bei der „der Übergang zu Gewalt, Diktatur und Terrorismus“ so fließend sei wie nirgends sonst.

Die gefährliche Vorliebe für Darwin und für Zahlen befremdet mich. Es will mir nicht einleuchten, warum es nötig sein soll, von türkischen „Importbräuten“ zu sprechen und zu urteilen: „Häufig kommen die Importpartner aus der engen Verwandtschaft. Ganze Clans haben eine lange Tradition von Inzucht und entsprechend viele Behinderungen.“ Auch solche „Erbfaktoren“ seien „für das Versagen von Teilen der türkischen Bevölkerung im deutschen Schulsystem verantwortlich“.

Wo Sarrazin bedenkenswert ist

Andererseits weist Sarrazin in teils bedenkenswerten, teils ungehobelten Sätzen darauf hin, dass Integration ein ganzheitliches Projekt sein muss. Sie betrifft die Herkunftsgesellschaft und die Zielgesellschaft; sie hat rechtliche, soziale, kulturelle und auch religiöse Aspekte. Diese wurden bisher kaum beachtet. Am „Tag der offenen Moschee“ tauscht man Nettigkeiten aus, hauptberufliche Dialogisierer loben die fremde Religion mehr als die eigene. Ansonsten lautet die Maxime, Religion sei Privatsache.

Keine Religion, die sich ernst nimmt, lässt sich zur Privatsache zähmen. Das abgekühlte Restchristentum hierzulande ist derart weit fortgeschritten in seiner Selbstdressur, dass es den Muslimen begegnet, als gingen auch diese nur einem Hobby nach, wenn sie fromm sind. Islamische Religion und Kultur können aber zur Rüstung werden, an der jegliche abendländische Anfrage abprallt. Der Islam kann unvernünftige Verhaltens- und Denkweisen ausbilden, die im europäischen Wertekanon nirgends zu finden sind. Er ist nicht die orientalische Variante von Zivilreligion, er ist das andere.

Diesen Gedanken gilt es auszuhalten, ohne kulturkämpferisch loszupoltern: Zu diesem Mentalitätswandel könnten Sarrazins schrille Sätze beitragen.

Diskussion im Forum

Ihre Meinung dazu auch auf Facebook


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Aufreger

  1. Vatikan bekräftigt zum Ramadan Gemeinsamkeiten mit Muslimen
  2. ‚Vater, Sohn, Heiliger Geist’: Model löst mit Bikinifoto heftige Gegenreaktion aus
  3. Jane Fonda: Covid-19 ist ‚Gottes Geschenk für die Linken’
  4. USA: Katholiken demonstrieren gegen öffentliche ‚Schwarze Messe’
  5. Fürstin Gloria zieht Unterschrift von Protestschreiben zurück!
  6. #Splashamama -" Warum ich diese Figuren in den Tiber werfen musste!"
  7. Satanist bot angeblich konsekrierte Hostien über Internet an
  8. Vatikanberater Rosica gibt Plagiate zu
  9. Kanadischer Medienpriester wirft Viganó ‚Lügen’ vor
  10. Wie Kardinal Kasper die Leser manipuliert...






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Endgültiger Bruch mit Rom droht: Priesterbruderschaft St. Pius X. kündigt Bischofsweihen an
  3. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  4. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  5. Kard. Müller nach Gespräch mit Papst Leo: „Atmosphäre ist von wechselseitigem Vertrauen bestimmt“
  6. Nach „Wort zum Sonntag“: Staatsanwaltschaft ermittelt weiter gegen Pastorin Behnken
  7. Kardinal Müller: „Von der ‚Kirche des Franziskus‘ zu sprechen“, „das ist für mich eine Häresie“
  8. Bischof Oster legt nach: Grundsatzkritik am (deutsch-)Synodalen Weg
  9. Der Vatikan ist in Kontakt mit der Bruderschaft St. Pius X., um eine Spaltung zu vermeiden
  10. Öffentlich-rechtlicher Sender SWR konfrontiert Ordensfrau mit obszöner Frage
  11. Papst Leo XIV.: 'Abtreibung ist der größte Zerstörer des Friedens'
  12. Bischöfe und Funktionäre im Paralleluniversum
  13. Massive Medienvorwürfe gegen den Priester Wolfgang Rothe als Mitglied des Betroffenenbeirats
  14. Ist Jesus der Herr?
  15. Schwere Zensur-Vorwürfe aus den USA: EU unterdrückt die Meinungsfreiheit

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz