Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Piusbruderschaft erklärt dem Papst den Glauben
  2. Die nächste Reform ist immer die beste aller Zeiten
  3. Vertrauenskrise in der Kirche
  4. Vatikan korrigiert argentinische Bischöfe: Gläubige dürfen kniend und auf die Zunge kommunizieren
  5. Bischöfe und ZdK wollen die AfD ausgrenzen, der Papst empfängt einen AfD-Bundestagsabgeordneten
  6. 'Gut' gebrüllt, Löwe?
  7. Kardinal Eijk: Synodenbericht der Arbeitsgruppe 9 muss zurückgewiesen werden
  8. Vatikanisches Synodenbüro distanziert sich vom umstrittenen Gruppe 9-Abschlussbericht
  9. „Kann der Westen ohne das Christentum überleben?“
  10. Sacrosanctum Concilium: Die Liturgie und das Geheimnis Christi
  11. „Leo macht Schluss mit ‚Doppelstandards‘: Warum der deutsche Synodale Weg ins Stocken gerät“
  12. Rom und die orientalisch-orthodoxen Kirchen seit Fiducia supplicans
  13. Ach FRIEDRICH - Eklat beim Katholikentag und Kanzler Merz mittendrin
  14. „So wie Volker Beck geht es mir auch mit ganz vielen Predigten und kirchlichen Verlautbarungen“
  15. Vatikan veröffentlicht die Leitlinien für den Umsetzungsweg der Synode über die Synodalität

Klaus Mertes meint: 'Kirche verschweigt das Thema Homosexualität'

31. Jänner 2010 in Deutschland, 27 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Der Rektor des Berliner Canisius-Kolleg, welches in einem Missbrauchsskandal verwickelt ist, lässt mit Aussagen über "Kirche und Homosexualität" aufhorchen – Mertes behauptet: "Die Kirche leidet an Homophobie"


Berlin/München (kath.net/KNA)
Im Missbrauchsskandal am Berliner Canisius-Kolleg hat Rektor Klaus Mertes den Umgang der katholischen Kirche mit Homosexualität kritisiert. Zudem plädierte er im Berliner «Tagesspiegel am Sonntag» für eine Prüfung, wie Übergriffe auch an anderen katholischen Privatschulen besser verhindert werden könnten. «Die Kirche leidet an Homophobie», sagte er. «Homosexualität wird verschwiegen. Kleriker mit dieser Neigung sind unsicher, ob sie bei einem ehrlichen Umgang mit ihrer Sexualität noch akzeptiert werden.»

Unterdessen forderte die Leitung der Deutschen Jesuiten-Provinz vollständige Aufklärung. Diese liege «im Interesse der Opfer» und sei «möglich und zwingend», heißt es in einer am Samstag in München veröffentlichten Erklärung des Provinzials Stefan Dartmann. Darin kündigt er an, am Montag das Berliner Gymnasium seines Ordens besuchen und weiter Auskunft geben zu wollen. Der Provinzial äußert «Trauer und Scham über die Verbrechen».


Bislang sind mindestens 22 mutmaßliche Fälle sexuellen Missbrauchs in den 1970er und 80er Jahren durch zwei als Lehrer tätige Ordensleute am Canisius-Kolleg bekanntgeworden. Auf die Frage, ob die Täter für weitere Fälle an anderen Jesuiten-Schulen im Bundesgebiet verantwortlich seien, geht Dartmann nicht ein. Wie das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» berichtet, soll einer der beiden auch an anderen Jesuitenschulen Jungen missbraucht haben. Er sei unter anderem an der Hamburger Sankt-Ansgar-Schule und in Sankt Blasien im Schwarzwald tätig gewesen.

Laut Spiegel gab einer der beiden Beschuldigten zu, über Jahre Schüler missbraucht zu haben. «Es ist eine traurige Tatsache, dass ich jahrelang Kinder und Jugendliche unter pseudopädagogischen Vorwänden missbraucht und misshandelt habe», zitiert das Blatt aus einer Erklärung des heute 65-Jährigen, der in Südamerika lebe. Der zweite Beschuldigte weise die Vorwürfe zurück. Die beiden schieden nach Ordensangaben Anfang der 1990er Jahre freiwillig aus dem
Jesuitenorden aus. Das Canisius-Kolleg hatten sie bereits Anfang der 80er Jahre verlassen.

Dartmann bestätigte, dass er Ende 2006 vom Rektor des Gymnasiums, Klaus Mertes, über «entsprechende Signale Betroffener» informiert worden sei. Die Opfer hätten damals um absolute Diskretion gebeten. Jetzt mache das Hervortreten einiger Opfer jedoch ein Untersuchungsverfahren zur vollständigen Aufklärung möglich. Der Provinzial verweist auf das Engagement der Berliner Rechtsanwältin Ursula Raue, die sich im Auftrag des Ordens und doch unabhängig von der Ordensleitung um Aufklärung bemühe. Sie habe nicht nur mit Opfern, sondern auch mit Tätern Kontakt und wolle bis Mitte Februar einen Zwischenbericht vorlegen.

Die Missbrauchsvorwürfe wurden an diesem Donnerstag durch einen Zeitungsbericht einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Zuvor hatte sich der Schulrektor mit Briefen an rund 500 frühere Schüler der potenziell betroffenen Abiturjahrgänge gewandt. Die Vorgänge beschäftigen auch die Staatsanwaltschaft. Sie übernahm das Ermittlungsverfahren vom Landeskriminalamt.

Derweil lobte der Beauftragte der Bischofskonferenz bei der Bundesregierung, Prälat Karl Jüsten, das bisherige Vorgehen von Mertes. Der Rektor bemühe sich offensiv um Aufklärung der Missbrauchsfälle und riskiere sogar, «den Ruf des Gymnasiums zu beschädigen», so Jüsten im «Tagesspiegel am Sonntag».

(C) 2010 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.

Foto: (c) Jesuiten.de


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Homosexualität

  1. ‚Ist das Synodenbüro des Vatikan die PR-Abteilung von P. James Martin SJ geworden?‘
  2. Papst Leo XIV. empfing Katholiken, die mit gleichgeschlechtlicher Neigung keusch leben möchten
  3. Psychologe verteidigt Therapie bei ungewollter gleichgeschlechtlicher Neigung
  4. Zehn Jahre ‚Sehnsucht der ewigen Hügel‘
  5. Bistum Fulda – stark engagiert beim ‚Christopher Street Day‘
  6. Erzdiözese Salzburg veranstaltet Fortbildungsveranstaltung mit Homo-Aktivisten
  7. Dieses Jahr keine LGBT-‚Pride‘ Parade in Budapest
  8. Erzbischof von Neapel lässt LGBT-Aktivisten während einer Messe sprechen
  9. Pfarre in der Diözese Linz ignoriert Anweisungen aus Rom
  10. Regenbogenpastoral in der Diözese Innsbruck






Top-15

meist-gelesen

  1. EINMALIGE CHANCE - SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  2. „Leo macht Schluss mit ‚Doppelstandards‘: Warum der deutsche Synodale Weg ins Stocken gerät“
  3. Piusbruderschaft erklärt dem Papst den Glauben
  4. „Kann der Westen ohne das Christentum überleben?“
  5. Die Erzdiözese Wien hat ein Problem: Toni Faber, seine 'Freundin' und seine 100m2 Penthouse-Wohnung
  6. Bischöfe und ZdK wollen die AfD ausgrenzen, der Papst empfängt einen AfD-Bundestagsabgeordneten
  7. Die nächste Reform ist immer die beste aller Zeiten
  8. „So wie Volker Beck geht es mir auch mit ganz vielen Predigten und kirchlichen Verlautbarungen“
  9. Vertrauenskrise in der Kirche
  10. Ach FRIEDRICH - Eklat beim Katholikentag und Kanzler Merz mittendrin
  11. Proteste gegen Auftritt von Kardinal Marx
  12. Vatikanisches Synodenbüro distanziert sich vom umstrittenen Gruppe 9-Abschlussbericht
  13. Kardinal Eijk: Synodenbericht der Arbeitsgruppe 9 muss zurückgewiesen werden
  14. Komm, o Geist der Heiligkeit! Aus des Himmels Herrlichkeit!
  15. 'Gut' gebrüllt, Löwe?

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz