02 Oktober 2008, 12:04
Eine Ministerin spricht von 'staatsbürgerlichen Erziehung'
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Aufreger'
Kulturkampf in Österreich: Ministerin Schmied warnt vor "Sexualaufklärung an Schulen" durch katholische Gruppen: Im Religionsunterricht dürfen keine Lehrbücher mehr verwendet werden, die im Widerspruch zur staatsbürgerlichen Erziehung stehen.

Wien (www.kath.net)
Ein Schreiben der österreichische Bildungssministerin Claudia Schmied (SPÖ), das im Sommer an österreichische Schulen geschickt wurde, sorgt für Aufregung bei österreichischen Katholiken. In dem Schreiben der Ministerin, in dem es um „Sexualaufklärung in Schulen“ und um „Information zu schulischen Aktivitäten von Human Life International (HLI) „ warnt die Ministerin vor der Organisation „Human Life International“ und vor Vorträgen zum Thema Aufklärung und Sexualität.

Werbung
christenverfolgung


In dem KATH.NET vorliegenden Schreiben an Wiener Schulen vom 22. August 2008 heißt es wörtlich: „Nach Vergleich der in der Anlage beigefügten Aussagen des Sexualerziehungserlasses mit den Aussagen der ebenfalls beigefügten Unterlagen von Vorträgen zum Thema Aufklärung und Sexualität von Seiten der Organisation Human Life International kommt die zuständige Abteilung im Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur zur Auffassung, dass die vorliegenden Vortrags-Unterlagen den Richtlinien des Grundsatzerlasses Sexualerziehung in zentralen Bereichen widersprechen (Pluralität der Wertvorstellungen, Achtung gleichgeschlechtlicher Partnerschaftsformen, wissenschaftlich fundierte Aussagen, Entscheidungsfreiheit des Einzelnen und kritische Auseinandersetzung mit der Vielfalt von Argumentationen).“

Die Ministerin weist in dem Schreiben alle Schulen an, dass „derartiges Informationsmaterial“, ebenso wie Referent/innen, „welche die Inhalte des Grundsatzerlasses zur Sexualerziehung konterkarieren“, künftig nicht mehr im Unterricht zuzulassen sind. Schmied weist explizit darauf hin, dass dies „auch für den Religionsunterricht“ gelte, für welchen „gemäß § 2 Abs. 3 Religionsunterrichtsgesetz keine Lehrbücher und Lehrmittel verwendet werden dürfen, die im Widerspruch zur staatsbürgerlichen Erziehung stehen.“

Das Schreiben wurde offensichtlich auch in andere Bundesländer an die Schulen verschickt. In einem KATH.NET vorliegenden Begleitschreiben des Niederösterreichischen Landesschulrats heißt es: „Die Schulen sind darauf hinzuweisen, dass derartiges "Informationsmaterial", ebenso wie Referent/innen, welche die Inhalte des Grundsatzerlasses zur Sexualerziehung konterkarieren, künftig nicht mehr im Unterricht zuzulassen sind. Dies gilt auch für den Religionsunterricht, für welchen gemäß § 2 Abs. 3 Religionsunterrichtsgesetz keine Lehrbücher und Lehrmittel verwendet werden dürfen, die im Widerspruch zur staatsbürgerlichen Erziehung stehen.“

Kontakt:
Bundesministerium für Bildung
Dr. Claudia Schmied
Kunst und Kultur
Minoritenplatz 5, A -1014 Wien,
Tel: +43/1/53 120-0
eMail:
claudia.schmied@bmukk.gv.at

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung auf ein Konto in Ö, D oder der CH oder via Kreditkarte/Paypal!










Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben


 
App play store iTunes app store Jetzt kostenlos herunterladen! mehr Infos Instagram
meist kommentierte Artikel

Jesus ist nicht Gott? (171)

„Eine Beleidigung Gottes und seines Planes für die Kirche“ (52)

Indigene Menschen „zu dumm“, um den Zölibat zu verstehen? (45)

Papst Franziskus und ein neue Art von Schisma (34)

Missbrauchsvorwürfe! Doktorspiele in Kindergärten der Erzdiözese Wien? (27)

Häuptling des Macuxí-Stammes kritisiert „heidnische“ Vatikanzeremonie (25)

Ramelow und Schwesig verharmlosen ein Unrechtsregime! (23)

Verheerender Schmusekurs (22)

O’Rourke: Keine Steuervorteile für Kirchen, die ‚Homo-Ehe’ ablehnen (14)

Die Notwendigkeit der Selbstanklage vor Gott (14)

Razzia im Vatikan – Zusammenhang mit Immobilienprojekt in London (12)

Paris: Notre-Dame droht der Einsturz (12)

Abtreibung ist gegenüber der Frau wie dem Kind menschenverachtend (12)

Abgesagte Abtreibung: Arzt wollte Ausfallshonorar eintreiben (12)

Schutz der Kinder hat einen ganz wichtigen Stellenwert (11)