Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Papst warnt vor eigenmächtigen Änderungen bei der Messe
  2. Das Gratis-Christentum des Hendrik Wüst
  3. Vatikan reagiert auf LGBT-Sexualkonzept für katholische Schulen in Hamburg!
  4. „Trägt der synodale Prozess dazu bei, die Seelen Christus und dem ewigen Heil näherzubringen?“
  5. Ablehnung ökumenischer Konzile ist modernistisch
  6. Tragisches Ende einer Medjugorje-Wallfahrt: Zwölf polnische Pilger sterben bei Busunglück in Ungarn
  7. Der Bischof und der Denunziant
  8. 'Was ich am Katholizismus schon immer toll fand...'
  9. SPÖ-Ministerinnen fordern ‚Schutzzonen‘ um Abtreibungskliniken
  10. Die denkwürdige Wandlung des Tucker Carlson
  11. Der integre Leib der Gottesmutter und ihr unbeflecktes Herz
  12. Warum der Teufel das Braune Skapulier so sehr hasst!
  13. Der Glaube, der Gott nicht loslässt
  14. Nach Lebensschutzdemonstration: Zwölf Polizisten von Linksradikalen verletzt
  15. Schwuler Aktivist übt scharfe Kritik an Jens Spahn: „Es gibt kein Grundrecht auf ein Kind!“

Messianische Juden in die Christenheit integrieren?

1. Oktober 2008 in Weltkirche, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Ein zweites "Konzil von Jerusalem" soll Einheit bringen zwischen Christen und Juden, die an Christus glauben, planen Befürworter dieser Idee.


Hünfelden (kath.net/idea) Die messianischen (christusgläubigen) Juden sollen wieder voll in die Christenheit integriert werden. Mit diesem Ziel planen Vertreter verschiedener Konfessionen und der jüdisch-messianischen Bewegung eine Vollversammlung in Jerusalem. Sie soll an das vor fast 2.000 Jahren veranstaltete Jerusalemer Konzil – auch Apostelkonzil genannt – anknüpfen und die Einheit der Christenheit fördern.

Befürworter dieser Idee trafen sich vor kurzem in Hünfelden-Gnadenthal bei Limburg. Als Gäste der ökumenisch ausgerichteten Kommunität Jesus-Bruderschaft nahmen an der Begegnung rund 100 evangelische, katholische und orthodoxe Geistliche und Gemeindeleiter sowie messianische Juden in Leitungsverantwortung teil.

Eingeladen hatte die Initiative „Toward Jerusalem Council II“ (Hin zu einem zweiten Jerusalemer Konzil) mit Sitz in Wien und Dallas (US-Bundesstaat Texas). Ihr Ziel ist die Einheit aller Gläubigen in Jesus Christus. Beim Jerusalemer Konzil um das Jahr 48 nach Christus hatte die junge Kirche die volle Gleichberechtigung zwischen Christen jüdischen und heidnischen Ursprungs beschlossen.


Im Verlauf der Kirchengeschichte hätten die Heidenchristen allerdings die Oberhand gewonnen und dies die Judenchristen spüren lassen, sagte der europäische Leiter der Initiative für das Konzil, der römisch-katholische Diakon Johannes Fichtenbauer (Wien), gegenüber idea. Das siebte ökumenische Konzil 787 im kleinasiatischen Nizäa habe beschlossen, dass ein Jude, der Christ wird, auf die Ausübung jüdischer Sitten und Bräuche verzichten und sich völlig von seinem Jude-Sein lossagen muss. Christusgläubige Juden seien durch solche Vorschriften jahrhundertelang diskriminiert worden.

Nun gehe es darum, sie wieder voll in die Gemeinschaft des Leibes Christi zu integrieren. Künftig solle ihnen als den „erstgeborenen Brüdern“ wieder jener Ehrenplatz in der Christenheit zukommen, den sie zu Anfang der Kirchengeschichte innehatten, so Fichtenbauer. Er ist enger Mitarbeiter des Wiener Erzbischofs Christoph Kardinal Schönborn, des Vatikan-Beauftragten für die Kontakte zu den messianischen Juden.

Laut Albrecht Fürst zu Castell-Castell (Castell bei Würzburg), einem Förderer des Konzilprojekts, zeigen sich die katholische Kirche sowie viele evangelikale und charismatische Kreise gegenüber messianischen Juden sehr aufgeschlossen. Dies gelte teilweise auch für orthodoxe Christen. Eine Konsultation zwischen der rumänisch-orthodoxen Kirche, Evangelikalen und messianischen Juden im vergangenen Jahr habe eine besondere Wertschätzung der messianisch-jüdischen Bewegung zum Ausdruck gebracht.

Demgegenüber stünden die Evangelische Kirche in Deutschland und die Landeskirchen den messianischen Juden immer noch distanziert gegenüber, so Bruder Franziskus Joest von der Jesus-Bruderschaft Gnadenthal gegenüber idea. Diese reservierte Haltung hänge unter anderem mit der starken Stellung der Rabbiner (jüdische Gesetzeslehrer) in Deutschland zusammen. Nach deren Auffassung verlieren Juden, die an Jesus glauben, ihre jüdische Identität. Laut Bruder Franziskus, der Pfarrer der hessen-nassauischen Kirche ist, trifft das Gegenteil zu: Die messianischen Juden seien mit Recht davon überzeugt, dass ihre Treue zu Jesus sie als Kinder Abrahams ausweise.

Die meisten Schätzungen gehen davon aus, dass es weltweit etwa 100.000 messianische Juden gibt. Marty Waldman (Dallas), Exekutiv-Sekretär der Jerusalemer Konzils-Initiative, schätzt die Zahl hingegen auf mehr als 200.000. In Israel leben etwa 15.000 messianische Juden, in Deutschland geht man von bis zu 4.000 aus.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Judentum

  1. „Die katholische Gemeinschaft hat heute Morgen für unsere jüdischen Nachbarn und Freunde gebetet“
  2. Chanukka & Weihnachten: Christen und Juden betonen Gemeinsamkeiten
  3. „Was Benedikt XVI. uns über Israel lehrte – und warum es heute von Bedeutung ist“
  4. 'Am Vorabend der Reichspogromnacht...'
  5. Kritische Anfrage des israelischen Oberrabbinats an Papst Franziskus
  6. Israelischer Botschafter in Polen äußert sich sehr wertschätzend über Papst Johannes Paul II.
  7. Schönborn: Christen dürfen nie das den Juden angetane Leid vergessen
  8. 'Wir sagen euch Deutschen: Seid gesegnet! Kommt zum Leben'
  9. „Heute habe ich erlebt, was es bedeutet, Jude zu sein im Jahr 2019“
  10. Papst besorgt über ‘barbarische’ Zunahme von Angriffen auf Juden






Top-15

meist-gelesen

  1. EILT - Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns JETZT!
  2. „Trägt der synodale Prozess dazu bei, die Seelen Christus und dem ewigen Heil näherzubringen?“
  3. "... der Sieg, der die Welt besiegt hat, ist unser Glaube” (1 Joh 5,4)"
  4. "Mit Leib und Seele bei Gott – unsere Berufung zur Vollendung"
  5. Schwuler Aktivist übt scharfe Kritik an Jens Spahn: „Es gibt kein Grundrecht auf ein Kind!“
  6. Papst warnt vor eigenmächtigen Änderungen bei der Messe
  7. Iranischer Christ warnt vor Ausbreitung des Islam im Westen
  8. Britischer Millionär finanziert Rechtskosten für Christen, die wegen Straßenpredigten angeklagt sind
  9. Warum der Teufel das Braune Skapulier so sehr hasst!
  10. "Für kein Geld der Welt"
  11. Bartholomaios kritisiert Moskauer und Belgrader Patriarchen
  12. FEST MARIA KÖNIGIN - Einladung zur Gebets-Novene zur Muttergottes - 13. bis 21. August
  13. In Zell am Ziller eröffnet ein Museum über den Heiligen Engelbert Kolland
  14. Der Bischof und der Denunziant
  15. Das Ziel, für das der Mensch bestimmt ist. Die Aufnahme Mariens als Verheißung des ewigen Lebens

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz