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"Tag des Judentums": Papst betont Nähe der Christen zu Juden

18. Jänner 2019 in Aktuelles, 4 Lesermeinungen
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Franziskus ist eng mit dem argentinischen Rabbiner Abraham Skorka befreundet, mit dem er noch in seiner Zeit als Erzbischof von Buenos Aires ein Gesprächsbuch veröffentlichte


Vatikanstadt (kath.net/KAP) Papst Franziskus hat in einem Vorwort die Nähe zwischen Christen- und Judentum betont. Der Vatikan erinnerte bei der Veröffentlichung im "Osservatore Romano" am Mittwoch daran, dass mehrere Ortskirchen - darunter Italien, Österreich und Polen - am Donnerstag den "Tag des Judentums" begehen, dem am Samstag die Ökumene-Gebetswoche folgt. "Für den Juden wie für den Christen gibt es keinen Zweifel daran, dass das Hauptgebot in der Liebe zu Gott und der Liebe zum Nächsten besteht", schreibt Franziskus. Das neue Buch trägt den Titel "Bibel der Freundschaft" und erscheint am Freitag.

Wem die Fortschritte im christlich-jüdischen Gespräch nicht schnell genug gehen, dem gibt Franziskus zu bedenken, "dass wir neunzehn Jahrhunderte christlichen Antijudaismus hinter uns haben und dass einige Jahrzehnte des Dialogs im Vergleich dazu sehr wenig sind". Immerhin sei es in letzter Zeit zu sehr vielen Schritten aufeinander zu gekommen.


"Juden und Christen sollten sich als Brüder und Schwestern fühlen, vereint im Glauben an den einen Gott und durch ein reiches, gemeinsames geistliches Erbe, auf das sie sich stützen und die Zukunft weiter aufbauen können", heißt es im Vorwort.

Franziskus ist eng mit dem argentinischen Rabbiner Abraham Skorka befreundet, mit dem er noch in seiner Zeit als Erzbischof von Buenos Aires ein Gesprächsbuch veröffentlichte. Das Buch "Bibel der Freundschaft" bietet Kommentare zur Thora aus jüdischer wie christlicher Sicht. Franziskus schreibt, der beste Weg des Dialogs bestehe darin, "nicht nur zu sprechen und zu diskutieren, sondern gemeinsam Projekte zu verwirklichen". Juden wie Christen seien dazu aufgerufen, "Zeugen der Liebe des Vaters in der ganzen Welt zu sein".

"Um Vergebung bitten und Schäden beheben"

Der Papst kommt auch auf Störungen und Hindernisse im christlich-jüdischen Miteinander zu sprechen. "Wir müssen intensiver daran arbeiten, um Vergebung zu bitten und die durch Unverständnis angerichteten Schäden zu beheben. Die Werte, Traditionen und großen Ideen, die das Judentum und das Christentum gemeinsam haben, müssen in den Dienst der Menschheit gestellt werden."

Ausdrücklich fordert Franziskus die Christen zu stärkerem Studium jüdischer Texte, etwa der Thora, auf. Es sei "von entscheidender Bedeutung für die Christen, das Wissen über die jüdische Tradition zu entdecken und zu fördern, um sich selbst authentischer verstehen zu können". Für Benedikt XVI. war 2007 ein Briefwechsel mit dem Rabbiner und Religionswissenschaftler Jacob Neusner (1932-2016) der Ausgangspunkt für die von ihm während seines Pontifikats veröffentlichten Jesusbücher gewesen.

Archivvideos: Rabbi Rabbi Abraham Skorka, persönlicher Freund Papstes, sowie jüdische Jugendliche während Überreichung einer Torah-Aussage an Papst (engl.)


Rabbi Skorka - Freund von Papst Franziskus (Rome Reports)


Foto: Rabbi Abraham Skorka, persönlicher Freund von Papst Franziskus, zeigt Thorarolle, die 1938 von jüdischen Flüchtlingen aus Deutschland gerettet wurde


Copyright 2018 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
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Lesermeinungen

 Kurti 18. Jänner 2019 
 

Bevor es die Judenverfolgung gab, gab es die

Christenverfolgung durch die Juden, nachzulesen im Neuen Testament. Nach meiner Kenntnis hat die Judenverfolgung erst etwa ab dem 3. Jahrhundert angefangen und hatte dann ihren Höhepunkt im Mittelalter. Heute tut man so, als ob es keine Christenverfolgung durch Juden gegeben habe. Vielleicht sollten einige mal etliche jüdische Schriften lesen oder z.B. die 12. Bitte des Achtzehnbittengebets der Juden. Ich weiß nicht, ob das aufgehoben ist. Bei der 12. Bitte sind vorwiegend auch die Christen gemeint. Die Dinge sind nicht ganz sooo einfach.


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 Federico R. 18. Jänner 2019 
 

Völlig i.O., was p.Franziskus sagt. ...

... Die Frage nur, warum der Papst nahezu unaufhörlich so überaus abwertend über die „Pharisäer“ redet und diesen Begriff schlechthin als Schimpfwort benutzt. Könnte das von gläubigen Juden, insbesondere von den orthodox gläubigen, nicht als permanente Beleidigung aufgefasst werden?


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 Aegidius 18. Jänner 2019 
 

Dennoch darf man über dem Enthusiasmus nicht vergessen, daß es die Juden, die nicht an Jesus als den zu ihnen gesandten Christus glauben mochten, es waren, die andere Juden, die Christus als ihren auferstandenen Herrn glaubten, aus der Synagoge ausschlossen - und nicht umgekehrt. Zudem führt sich das heutige Judentum auf die pharisäische, das Christentum ablehnende Traditionslinie zurück und is keine ungebrochene Fortsetzung des vorchristlichen Alten Bundes. Beide, heutige Juden und Christen, setzen auf dem Alten Bund gleichermaßen auf, und die dezidierte Scheidung, die wie gesagt nicht von den Urchristen ausging, besteht leider bis heute: Zum einen die, die sich vom Gottessohn retten lassen wollen, und zum anderen die, die dies für Gotteslästerung halten. Es geht hier um den innersten Kern des Glaubens. Den haben in Liebe auch Papst Benedikt/Ratzinger und sein Freund Rabbi Neusner freigelegt. Wer dies verschweigt, vernebelt und verunklart: Das neue Prinzip der Barmherzigkeit.


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 Stefan Fleischer 18. Jänner 2019 

Auch ich glaube

dass das, was wir in den letzten Jahrzehnten auf diesem Gebiet erreicht haben schon sehr viel ist, angesichts der Entwicklungen und Irrungen der vorangehenden Jahrhunderte. Sehr richtig sagt unser Heiliger Vater auch: ""Für den Juden wie für den Christen gibt es keinen Zweifel daran, dass das Hauptgebot in der Liebe zu Gott und der Liebe zum Nächsten besteht." Deshalb wird es mit einer Christenheit, welche dazu neigt, die Liebe zum Nächsten zum alleinigen Hauptgebot empor zu stilisieren eher wieder schwieriger werden wird, Fortschritte zu erreichen – wenigstens nach meiner Einschätzung.


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