Vatikanisches Dokument entdeckt Beitrag der jüdischen Bibel wieder
 
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Ein Interview mit dem Sekretär der Päpstlichen Bibelkommission

Vatikan (kath.net/Zenit.org
Die einzig "wirklich christliche" Haltung dem jüdischen Volk gegenüber ist "Achtung und Liebe". Das ist die Konsequenz, die in dem kürzlich veröffentlichten Dokument "das jüdische Volk und seine Heiligen Schriften in der christlichen Bibel" gezogen wird.

Der 210-seitige Text wurde von jüdischen Vertretern in aller Welt sehr positiv aufgenommen. Erstellt wurde es von der Päpstlichen Bibelkommission und veröffentlicht von der Libreria Editrice Vaticana.

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Obschon kein lehramtliches Dokument, ist der Inhalt für die Katholische Kirch doch immens wichtig, denn die Kommission untersteht der Glaubenskongregation, und ihre Präsident ist kein Geringerer als Kardinal Ratzinger höchstpersönlich, der auch das Vorwort geschrieben hat.

Zum besseren Verständnis des Dokumentes hat Zenit Professor Albert Vanhoye, den Sekretär der Päpstlichen Bibelkommission, interviewt. Er ist einer der renommiertesten katholischen Bibelwissenschaftler unserer Tage.

"Vor drei Jahren hat Kardinal Ratzinger die Kommission beauftragt, die Beziehungen zwischen Juden und Christen gemäß der Schrift zu erforschen. Mit diesem Dokument wollte die Kommission den Grundstein für ein christliches Verhalten dem jüdischen Volk gegenüber legen.

"Man hat sich darauf beschränkt, allgemeine Überlegungen anzustellen, ohne die Heilige Schrift weitgehender zu vertiefen, um eine globale Perspektive zu bieten".

"Grundsätzlich wird festgestellt, dass die Christen die Heiligen Schriften der Juden voll und ganz anerkennen als Wort Gottes. Daher kommt ihnen höchster Wert zu".

"Es besteht nicht der geringste Zweifel an ihrem göttlichen Ursprung. Das ist der Glaube der Kirche. Die Kirche empfängt das Alte Testament als Wort Gottes, als Ausdruck der Offenbarung und daher als unerlässliches Licht zur Daseinsorientierung".

In seinem Vorwort erklärt Kardinal Ratzinger, dass man Christus nicht völlig begreifen kann, wenn man die in den jüdischen Schriften enthaltene göttliche Offenbarung ausschließt.

Daher, so Vanhoye, lehne der Kardinal "jegliche Geringachtung des Alten Testamentes ab. Im zweiten Teil des Dokumentes wird hervorgehoben, wie die grundsätzlichen Themen der jüdischen Schriften Eingang in den christlichen Glauben gefunden und welche Ausdruck sie im Neuen Testament finden".

Wesentliche Berührungspunkte zwischen Altem und Neuem Testament sind: "die Offenbarung des einzigen Gottes; die Größe und Niedrigkeit des Menschen; das Menschenbild, dessen, der sich in einer elenden Situation befinden kann, doch stets seine Würde behält, denn er ist nach dem Ebenbilde Gottes geschaffen und daher zur Gemeinschaft mit ihm berufen".

"Diese wunderbare, im Alten Testament enthaltene Offenbarung wird im Neuen Testament durch die Fleischwerdung des Gottessohnes weiterentwickelt".

"Die göttliche Initiative zur Befreiung und zum Heil, die Erwählung Israels, der Bund, das Gesetz, Gebet und Kult, die privilegierte Stellung Jerusalems und seines Tempels, all das sind Elemente des Testamentes Israels, welche das spirituelle Leben der Christen nähren".

"Es handelt sich nicht um zweitrangige Fragen, sie sind fundamental, denn Christen und Juden sind wirklich vereint. Religiös sind wir Brüder, denn wir haben dieselbe göttliche Offenbarung, mit dem Unterschied, dass die Christen sie durch das Ostermysterium Jesu vervollkommnen, jener großen Neuheit, die jedoch die frühere Offenbarung nicht ungültig macht, sondern sie hervorhebt".

Das Dokument ist seinen Verfassern zufolge auf "Eintracht und Union" mit dem Volk Israel ausgerichtet.

"Wir wissen nicht, wann diese Union erfolgen wird, doch sie ist unser Ziel, und wir gehen in diese Richtung", heißt es.

"Und das muss auch die wirklich christliche Haltung sein: wir müssen die Juden wie Brüder und Schwestern Jesu und Mariens betrachten, also als größere Geschwister, wie der Heilige Vater gesagt hat".

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