Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vom Elend der Fürbitten
  2. Peinlich - Deutsche Protestanten glauben mehrheitlich nicht an den dreieinigen Gott
  3. Botschaft von Papst Leo zum 10. Jahrestag des nachsynodalen Apostolischen Schreibens Amoris Laetitia
  4. Vatikanische Theophantasien zur Frauenfrage
  5. Der entschärfte Gott
  6. Pater Dietrich von Stockhausen überreicht Papst Leo XIV. Hesemanns aktuelle Studie über Heroldsbach
  7. EuGH-Urteil: Deutscher Kirchenaustritt kein automatischer Kündigungsgrund
  8. "Die Zahl der Seminaristen ist im Bistum Chur leider sehr klein geworden"
  9. 'Erzieherischer Unterton': Harald Schmidt rechnet mit Tagesthemen und Heute Journal ab
  10. Katholische US-Historikerin Bronwen McShea schreibt über „die Frauen, die der Vatikan vergaß“
  11. Panik in Magdeburg
  12. Kardinal Woelki und Bischof Oster ermutigen Münchner Lebensschützer mit kraftvollen Grußworten
  13. Maria – Marta – Lazarus: Christus, der Freund des Lebens
  14. "Ein Vorbild für Väter und Ehemänner" - US-Präsident veröffentlicht Würdigung des Heiligen Josef
  15. Vatikan fordert umfassenden Zugang zu Recht für Frauen

Eltern möchten Hausunterricht - Polizei bringt Tochter in Psychiatrie

9. Februar 2007 in Deutschland, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Aufregung in Deutschland: Staat entzieht Eltern das Sorgerecht, Polizisten bringen 15-Jährige in die Psychiatrie, weil die Eltern das Kind selbst unterrichten wollten


Erlangen (kath.net/idea)
Einem evangelischen Ehepaar in Erlangen ist vorläufig das Sorgerecht entzogen worden, weil es seine 15-jährige Tochter selbst unterrichtet hat, anstatt sie zur Schule zu schicken. Melissa wurde am 1. Februar von 15 Polizisten abgeholt und in die Kinder- und Jugendpsychiatrie des Klinikums Nürnberg-Nord eingewiesen. Das Jugendamt wirft den Eltern Hubert und Gudrun Busekros vor, das Wohl ihrer Tochter zu gefährden, weil sie sich beharrlich weigerten, das Kind zur Schule zu schicken. Die Eltern hatten sich 2004 entschieden, ihre Tochter selbst zu unterrichten, da sie im Gymnasium das Klassenziel wegen mangelnder Leistungen in Mathematik und Latein nicht erreicht hatte. Sie hatten nach eigenen Angaben die Sorge, dass eine Wiederholung der Klasse die Probleme noch verschärfen würde. Melissa ist die älteste von sechs Geschwistern, von denen die Schulpflichtigen alle eine Schule besuchen. Nachdem im vergangenen Jahr der behördliche Druck auf die Eltern zugenommen hatte, schickten sie ihre Tochter vorübergehend nach Australien und gaben dem Jugendamt eine Adresse in Sydney an. Über den Zeitpunkt der Rückkehr hielten sie sich bedeckt. Nach Ansicht des Amtsgerichts Erlangen hat der Vater beim Anhörungstermin über die Rückkehr falsche Angaben gemacht, was dieser allerdings bestreitet. Zwei Tage vor dem Sorgerechtsentzug hatte das Gericht verfügt, Melissa „notfalls durch Gewaltanwendung“ zu einer Anhörung zu führen. Das Kind wurde am 30. Januar von einem sachverständigen Arzt untersucht. Der Mediziner vertrat anschließend die Ansicht, dass eine „emotionale Störung“ vorliege, die „mit einer massiven Schulphobie und einer starken Selbstwertproblematik“ verbunden sei. Daraufhin entzog das Gericht den Eltern in einer einstweiligen Anordnung umgehend das Sorgerecht.

Hausunterricht international anerkannt

Mit Empörung hat die Hausschulbewegung auf den Vorgang reagiert. „Wir sind entsetzt über die Vorgehensweise gegen eine integre und harmonische Familie“, sagte Jörg Großelümern (Schwarzenbruck bei Nürnberg), Vorstandsmitglied des „Netzwerkes Bildungsfreiheit“, gegenüber idea. Er stehe in Kontakt mit der Familie und halte die Maßnahmen der Behörden für eine „völlige Überreaktion“. Er forderte die Verantwortlichen auf, die Jugendliche umgehend wieder in ihre Familie zurückkehren zu lassen. Hausunterricht genieße international hohe Anerkennung. In den USA würden mehr als 1,5 Millionen Kinder auf diese Weise unterrichtet. Die Politik solle Hausunterricht „endlich den Stellenwert einräumen, den es in fast allen zivilisierten, demokratischen Ländern genießt“. Das Jugendamt Erlangen beruft sich in einer Presseerklärung darauf, dass es Hinweisen über eine drohende Kindeswohlgefährdung nachzugehen habe. Wenn die Eltern bei der Klärung nicht mitwirkten, obwohl sie rechtlich dazu verpflichtet seien, müsse das Familiengericht weitergehende Entscheidungen treffen. Zum konkreten Fall wollte das Amt gegenüber idea aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht Stellung nehmen.

Bis zu 500 Familien betroffen

Familien, die Kinder selbst unterrichten, kommen überall in Deutschland mit den Behörden in Konflikt. So halten in Paderborn acht baptistische Aussiedlerfamilien ihre Kinder im Grundschul- und Hauptschulalter aus Glaubensgründen vom Schulbesuch fern. Sie lehnen den Sexualkundeunterricht, die Evolutionstheorie sowie als esoterisch erachtete Entspannungspraktiken im Unterricht ab. Nach Angaben der Initiative „Schulunterricht zu Hause“ (Dreieich bei Frankfurt am Main) unterrichten in Deutschland zwischen 300 und 500 Familien ihre Kinder selbst. Amtliche Zahlen gibt es nicht. Vereinzelt sind solche Familien ins benachbarte Ausland gezogen, wo Hausunterricht akzeptiert ist.

Stadt Erlangen

Diskussion im Forum



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Bildung

  1. Renaissance klassischer Bildung an US-Universitäten
  2. Bildungspolitische Katastrophe in unseren Klassenzimmern
  3. Bildungspolitische Katastrophe in unseren Klassenzimmern
  4. Österreich bekommt neue christliche Schule in Linz
  5. Geisteswissenschaftliches Studienprogramm und viele Konversionen
  6. Papst kritisiert elitäre Bildungspolitik
  7. Gemeinsamer Studiengang der Hochschulen Heiligenkreuz und Trumau
  8. Kirchenlieder in österreichischen Volksschulen begrenzt zulässig
  9. Professorenkritik: Thüringer Bildungspolitik wieder wie in DDR?
  10. Bildung in der Krise - ein neues, katholisches Schulprojekt






Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDE-DEADLINE DIESE WOCHE - 25. MÄRZ!!!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Vom Elend der Fürbitten
  4. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  5. Vatikanische Theophantasien zur Frauenfrage
  6. Botschaft von Papst Leo zum 10. Jahrestag des nachsynodalen Apostolischen Schreibens Amoris Laetitia
  7. Pater Dietrich von Stockhausen überreicht Papst Leo XIV. Hesemanns aktuelle Studie über Heroldsbach
  8. Peinlich - Deutsche Protestanten glauben mehrheitlich nicht an den dreieinigen Gott
  9. Der entschärfte Gott
  10. "Die Zahl der Seminaristen ist im Bistum Chur leider sehr klein geworden"
  11. Brasilien: 26-jähriger Seminarist stirbt – hinterlässt beeindruckendes geistliches Testament
  12. Panik in Magdeburg
  13. 'Erzieherischer Unterton': Harald Schmidt rechnet mit Tagesthemen und Heute Journal ab
  14. EuGH-Urteil: Deutscher Kirchenaustritt kein automatischer Kündigungsgrund
  15. Ein Champion am Galgen – und die Welt sieht weg

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz