24 Oktober 2006, 10:54
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Schwierigkeiten gehören zum Amt eines Hirten – deren Lösung auch. Der etwas andere Weg von Bischof Robert Finn, Kansas City, Missouri. Von Johannes M. Schwarz.

Kansas City (www.kath.net) Ein Bischof ist seines Amtes nicht zu beneiden. Katholiken und postmoderne Glaubenssuchende ringen heute auch innerhalb der Gemeinschaft der Taufscheinbesitzer um den Kirchenkurs.

Die diözesanen Hirten werden zu scheinbar hilflosen Dirigenten eines unseligen Kompromissorchesters, dessen uneinheitlicher Klang kaum mehr eine Seele auf das Lob Gottes einzustimmen vermag.

Ganz neue Töne vernimmt man seit etwas über einem Jahr in der US-amerikanischen Diözese Kansas City-St. Josef, die rund 130.000 Katholiken im Bundesstaat Missouri umfasst.

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Bei Amtsantritt von Bischof Robert Finn im Mai 2005 litt die Diözese an den üblichen Auflösungserscheinungen ihrer katholischer Identität, von der lediglich soziales Engagement und eine stark klerikalisierte Laienhierarchie zurückgeblieben war.

Doch diesem heute sehr weit verbreiteten Krankheitsbild setzte der Bischof eine erstaunlich klare Haltung entgegen. Entgegen der heute üblichen konziliatorischen Friedenspolitik zwischen kirchlichen und mittlerweile weit außerhalb des Katholischen liegenden Strömungen, zeigte sich Bischof Finn nicht als Mann des Spagats, sondern als Mann mit Vision.

Auf der Grundlage der Konzilsdokumente „Lumen Gentium“ und „Dei Verbum“ begann er augenblicklich die zahlreichen Fehlentwicklungen zu korrigieren und durch personelle Veränderungen ihre Umsetzung zu gewährleisten.

Innerhalb einer Woche nach seinem Amtsantritt:

- ersetzte er den Pastoralamtsleiter und verschiedene andere leitende Angestellte diverser Gremien.

- schloss die langjährige diözesane Bildungseinrichtung für Pastoralberufe.

- halbierte das Budget des Zentrums für Pastorale Dienste, wodurch die Hälfte des siebenköpfigen Teams sich zur Kündigung gezwungen sah. Zehn Monate später schloss die Einrichtung.

- ordnete ein Programm grundlegender Erwachsenenkatechese an, das er einem seiner Laienmitarbeiter unterstellte.

- ordnete an, dass die diözesane Kirchenzeitung fortan keine Beiträge des Theologen P. Richard McBrien mehr zu publizieren habe, welcher darin verschiedentlich von wichtigen Glaubensinhalten abgewichen war.

- kündigte an, dass er die diözesane Kirchenzeitung jeweils vor ihrer Veröffentlichung durchsehen werde.

Auf diese erste Kurskorrektur, die schnell aber nicht völlig unvorbereitet kam – Robert Finn hatte ein Jahr vor Amtsantritt die Aufgabe des Bischofskoadjutors übernommen – folgten weitere wichtige Weichenstellungen:

- Verschiedene Einrichtung mit unzureichend katholischem Profil wurden geschlossen.

- Das Büro für Priesterberufe wurde von einer Halbzeit-Beschäftigung aufgestockt auf eine Vollzeitstelle mit einer weiteren Halbzeitstelle und zusätzliche Unterstützung durch das ebenfalls neu gegründete Büro für Ordensberufe.

- Ein Büro für Lebensschutz wurde gegründet, um sich der verschiedenen damit verbundenen Themen anzunehmen.

- Das diözesane theologische Ausbildungsprogramm, das bisher an der jesuitischen St. Louis Universität integriert gewesen war, wurde an das Institut für Pastoraltheologie an der Ave Maria Universität angeschlossen. AMU ist eines der Projekte des konservativen, katholischen Pizza-Milliardärs (Domino's Pizza) Thomas Monaghan.

- Die tridentinische Messgemeinschaft, die vormals in einer städtischen Pfarrei als Gast untergebracht worden war, erhielt ihre eigene Kirche und ein Budget, um ihre neue Pfarrei entsprechend zu sanieren.

Im diözesanen Establishment sorgte der neue Kurs freilich für große Unruhe und Proteste. Wo sich der Bischof zu seiner Vision öffentlich äußerte, verwies er allerdings meist in sehr einfachen Worten auf die Identität des Bischofs: Die Aufgabe eines Bischofs ist, den Gläubigen zu helfen, dem Ruf zur Heiligkeit zu folgen und im sakramentalen Leben zu wachsen.

„Es lässt sich nicht einfacher oder tiefer ausdrücken“, meint Bischof Finn. „Unser Ziel ist es, in den Himmel zu gelangen und so viele Menschen als möglich mitzunehmen.“

Damit bleibt wohl trotz gelegentlicher Unkenrufe der entmachteten kirchlichen Beamtenschaft der Kurs der Diözese eindeutig: Up, up and away!

KATHPEDIA: Bischof Robert Finn

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