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Schweizer Bundesrat findet Broschüre mit Homo-Werbung positiv

6. September 2005 in Schweiz, keine Lesermeinung
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Die Broschüre "Selbstverständlich" der AIDS-Hilfe Schweiz sei "professionell" gemacht und leiste einen Beitrag zur sexuellen Aufklärung von Jugendlichen ab 16 Jahren.


Bern (www.kath.net, sb)
Die Regierung der Schweiz, der Bundesrat, äußerte sich positiv über die Broschüre „Selbstverständlich“ der AIDS-Hilfe Schweiz und der Schwulenorganisation „Pink Cross“. Sie leiste einen „Beitrag zur sexuellen Aufklärung von Jugendlichen ab 16 Jahren und jungen Erwachsenen, die feststellen, dass sie gleichgeschlechtlich empfinden“, ist in den Antworten auf eine Anfrage von Nationalrat Heiner Studer und eine Interpellation von Nationalrat Oskar Freysinger zu lesen, die am Montag publik wurden.

Die vom Bund "indirekt" mitfinanzierte Broschüre beschreibt auf 28 Doppelseiten, wie und wo Jugendliche homosexuelle Erfahrungen machen können. KATH.NET hat berichtet. Sowohl Bilder als auch Texte sind anzüglich und werben für die Homosexualität. Schwule Sexualpraktiken werden detailliert erläutert, die Jugendlichen werden eingeladen, alles auszuprobieren, unter anderem Oralsex, Sex mit Unbekannten oder zu dritt, zu viert oder zu fünft. Die Broschüre stellt das Motto „Es gibt kein Richtig oder Falsch“ als fragwürdige ethische Basis vor.

„Professionell gemacht“

Der Bundesrat findet dies offenbar positiv. Die Broschüre sei „professionell gemacht und vermag die Zielgruppe, junge, gleichgeschlechtlich empfindende Männer ab 16 Jahren dank Inhalt und Aufmachung gut zu erreichen“, heißt es in den Antworten des Bundesrates. Sie leiste „einen Beitrag zur sexuellen Aufklärung von Jugendlichen ab 16 Jahren und jungen Erwachsenen, die feststellen, dass sie gleichgeschlechtlich empfinden, und bietet ihnen eine ausgewogene Information über die Homosexualität“.

Anlass der Anfragen war eine systematische Verteilaktion der Broschüre an Schulen im Kanton Bern gewesen. Diese hatte für große Empörung gesorgt. KATH.NET berichtete. Konfrontiert mit dem „Angebot“ wurden nämlich auch 11- bis 15-jährige Schüler: Die Broschüre, Bilder und Poster von Schwulen wurden an 700 Heime, Berufsschulen, Jugendzentren und auch Schulen der Stufe Sekundar I und Primar verschickt mit der Aufforderung, sie in der Mediothek aufzulegen, „wo die Jungen sich klammheimlich bedienen können“. Der Bundesrat äußerte sich dazu mit nur einem Satz, nämlich: „Für einen Einsatz in der obligatorischen Schulzeit ist die Broschüre weder vorgesehen noch geeignet.“

Finanzierung aus Steuergeldern

Kritische Anfragen gab es auch zur Finanzierung der Broschüre. Der Bundesrat teilte mit, die beiden herausgebenden Organisationen hätten die Broschüre mit eigenen Mitteln erarbeitet und finanziert. „Bundesstellen waren weder in die Erarbeitung noch in die Beurteilung des Produkts einbezogen und haben keine finanziellen Beiträge geleistet“, sagt der Bundesrat.

Er verschweigt jedoch die Tatsache, dass die AIDS-Hilfe Schweiz zur Mehrheit aus Geldern des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) finanziert wird, also aus Steuergeldern. „Nur die vom Bundesamt für Gesundheit mitfinanzierten Publikationen von privaten Organisationen werden vor dem Druck dem BAG vorgelegt“, führt der Bundesrat aus.

Die AIDS-Hilfe Schweiz funktioniert folge dessen autonom und muss nur bei vom BAG gutgeheißenen Projekten mit einer Kontrolle der Tätigkeit rechnen. Unklar ist, ob die Trennung der Finanzierung einer Broschüre so genau gemacht werden kann, dass der Bundesrat mitteilt, es stecken keine Steuergelder in der Broschüre. Politische Parteien überlegen, ob sie gegen die Verfasser beziehungsweise den Bund klagen wollen.



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