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Riskante Schau: Vatikan zeigt Raffaels Wandteppiche in Sixtina

18. Februar 2020 in Chronik, 1 Lesermeinung
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Sieben Tage lang sind die weltberühmten Wandteppiche des italienischen Renaissance-Künstlers nicht hinter Plexiglas in der Vatikanischen Pinakothek, sondern an ihrem eigentlichen Bestimmungsort zu sehen


Vatikanstadt (kath.net/KAP) Eine Woche lang können Vatikan-Besucher die weltberühmten Wandteppiche des italienischen Renaissance-Künstlers Raffael (1483-1520) mit Motiven aus der Apostelgeschichte in der Sixtinischen Kapelle bewundern. Die Vatikanischen Museen zeigen die zehn Meisterwerke bis kommenden Sonntag an ihrem eigentlichen Bestimmungsort. Anlass ist Raffaels 500. Todestag in diesem Jahr.

Raffaello Sanzio da Urbino sei ein "Universalkünstler" gewesen, betonte Museumsdirektorin Barbara Jatta am Montag bei der Präsentation der Ausstellung. Trotz kritischer Stimmen in italienischen Medien - einige Experten halten das Risiko einer Beschädigung des empfindlichen Materials für zu hoch - ist sie von dem Projekt überzeugt: "Ich hoffe, dass so viele Römer wie möglich die Wandteppiche sehen können."


Normalerweise wird die Serie hinter Plexiglas in der Vatikanischen Pinakothek aufbewahrt. Zuletzt war sie 1983 vollständig in der Sixtinischen Kapelle zu sehen, damals zu Ehren von Raffaels 500. Geburtstag. Nun sind seine Werke erneut für kurze Zeit unter den berühmten Deckenfresken von Michelangelo ausgestellt. Am unteren Streifen der Innenwände, der mit kunstvollen "Scheinvorhängen" bemalt ist, hängen nur in dieser Woche die zehn Motive Raffaels.

Entworfen wurden sie auf Initiative von Papst Leo X., um die Heiligkeit der Kapelle herauszustellen. Er beauftragte Raffael 1515, die Vorlagen für die Wandteppiche zu zeichnen. Die Brüsseler Werkstatt von Pieter van Aelst (1502-1550) webte die kostbaren Stücke, die mit Seiden-, Gold- und Silberfäden durchwirkt sind. Die ersten Exemplare wurden 1519 ausgeliefert. Die ganze Serie hing erst kurz nach dem Tod Raffaels, der mit nur 37 Jahren starb, für einige Zeit in der Sixtina.

Seither haben die Teppiche eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Sie wurden im Laufe der Jahrhunderte verpfändet, gestohlen, wiedergefunden und restauriert und befinden sich nun wieder an zugedachter Stelle im Vatikan. Raffaels Kartonzeichnungen wurden 1623 vom späteren König Karl I. nach England geholt, wo er Kopien der Teppiche anfertigen lassen wollte. Die Zeichnungen gehören seither der englischen Königsfamilie und sind im Londoner Victoria and Albert Museum ausgestellt.

Copyright 2020 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


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Lesermeinungen

 girsberg74 18. Februar 2020 
 

Wenn ish es bewerkstelligen könnte, wäre ich morgen unter den Besuchern.

Mutig (und verdienstvoll), das Risiko einzugehen.

Wie sonst ist eine solche Nähe möglich?


6
 

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