08 Juni 2019, 12:00
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10 Regeln bei Angriffen auf die eigene Meinung - Von Konstantin Mascher - Aus der VISION 2000

Wien (kath.net/VISION2000)
In der Gesellschaft wird immer wieder heiß debattiert, wo die Meinungs- bzw. die Redefreiheit aufhört. Beides ist tief im Grundgesetz verankert und wird stolz als demokratisches Gut gefeiert. Gleichzeitig tut sich die Öffentlichkeit zunehmend schwer damit, Meinungen, die nicht mehrheitskonform sind oder nicht der political Correctness entsprechen, zu tolerieren.
Die Mittel, unliebsame Positionen zum Schweigen zu bringen, sind vielfältig: mediale Verleumdungskampagnen, parlamentarische Anfragen, Demonstrationen gegen Redner und Referenten, rechtliche Aberkennung einer Trägerschaft usw. ...

Auch wir waren in den vergangenen Jahren wiederholt Ziel solcher Sanktionen. Im Folgenden teilen wir mit euch, was wir daraus gelernt haben und was wir Menschen und befreundeten Werken in vergleichbaren Situationen empfehlen.

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Verbünde dich

In Zeiten, in denen sich Angriffe mehren, brauchst du Weggefährten, die helfen, die Anschuldigungen und angedrohten Konsequenzen zu sortieren. Gerade wegen der eigenen Betroffenheit und der damit verbundenen Emotionalität ist kompetenter Rat von außen unabdingbar für das vorausschauende Planen der nächsten Schritte. Informiere deine Freunde, da die einseitig dargestellten Anklagen auch sie verunsichern.

Lass dich korrigieren

Anschuldigungen sind nicht angenehm. Sie bereiten uns schlaflose Nächte. gehen an die Substanz und hinterfragen die eigene Legitimation. Bei allem Unwohlsein: Jeder Angriff bietet eine Chance, zu überprüfen, ob dein Standpunkt klar und begründet ist und ob du ihn in angemessener Weise vertrittst. Angriffe können zur noch besseren Schärfung (oder Relativierung) der eigenen Position anregen.

Füttere nicht den medialen Shitstorm

Medien leben von Schlagzeilen und sind darauf aus, die Aufmerksamkeit ihres Publikums zu binden. Ständig wird eine andere Sau durchs Dorf getrieben. Das erregt die Gemüter und hält die Leser bei der Stange. Auch wenn einseitige oder falsche Darstellungen mächtig am eigenen Ehrgefühl kratzen; schriftliche oder mündliche Attacken gegen Redakteure und Redaktionen schaffen einem zwar Luft, aber nur kurzzeitige Genugtuung und füttern dafür den medialen Sturm. Im Umgang mit Medien und Kindern gibt es eine Gemeinsamkeit: Diese Machtkämpfe verlierst du in der Regel! Einfachste Mittel zur Deeskalation: Nimm den Wind aus den Segeln.

Stell es klar

Das Ziel eines Angriffs ist klar: Eliminieren, zum Schweigen bringen oder öffentlich größtmöglichen Schaden anrichten. Freunde und Feinde checken auch auf der eigenen Internetpräsenz, ob die medialen Vorwürfe stimmen. Eigene Stel­lung­nahmen helfen zur Klarstellung. Wichtig ist eine mit Fakten untermauerte, präzise Sprache, die zum Ausdruck bringt, wofür du stehst und von welchen Vorwürfen du dich distanzierst.

Rede mit dem Gegner

Hinter Angriffen stehen am Ende immer einzelne Menschen, die die Hetzkampagne ins Rollen gebracht haben. Oft projiziert eine Person mit seinem Angriff ihr Feindbild auf dich, und du malst im Gegenzug dein eigenes Feindbild von ihr. Ein wesentlicher Beitrag zur Deeskalation ist das persönliche Gespräch.

Versuche mit demjenigen, der dir schaden will, persönlich zu reden. Uns hat das geholfen, Feindbilder abzubauen, zu relativieren und die Person besser zu verstehen. Nicht selten sind beide Seiten voneinander in positiver Weise irritiert. Manchmal auch schockiert. Trotz bleibender Unstimmigkeiten sind Folgeangriffe nach einer Begegnung schwerer zu fahren oder bleiben aus.

Mache den wirklichen Gegner aus

Bei Angriffen auf den Glauben fokussieren wir oft auf den Gegner aus Fleisch und Blut. Paulus erinnert uns daran, dass nicht Menschen die eigentlichen Gegenspieler sind, sondern die Herrschaften, die Gewalten, die Weltbeherrscher der Finsternis dieser Weltzeit, die geistlichen Mächte der Bosheit in den himmlischen Regionen (Eph 6,12). Nicht nur deinen Gegner, auch dich kann der Widersacher instrumentalisieren, um Verwirrung zu stiften. Diese wichtige Unterscheidung hilft dir, dich von der Opferrolle zu lösen und auch für die Angreifer zu beten.

Nutze rechtliche Mittel

Wir leben Gott sei Dank in einem Rechtsstaat. Nutze die rechtlichen Möglichkeiten, deine Position zu verteidigen. Bei Falschmeldungen hilft es, eine Unterlassungserklärung zu fordern oder eine Beschwerde beim Presserat einzureichen. Auch wenn keiner die Richtigstellung liest, der Schritt zieht eine notwendige Grenze.

Tu, was du tun musst

Wenn du nach allen Versuchen der Klärung, Korrektur und Konfrontation dennoch unter Beschuss stehst, wäge ab, was als nächstes dran ist. Halte Gott die Möglichkeiten hin und bitte um inneren Frieden beim Wählen der guten und um Unfrieden bei der unguten Option. Nicht selten bekommst du bei der Option, die schwerer fällt, einen tieferen Frieden zugesprochen.

Vertraue auf die zugesprochene Freiheit

Viktor Frankl, Holocaust-Überlebender und Gründer der Logotherapie und Existenzanalyse, pflegte zu betonen: Keiner kann uns die Freiheit und Würde nehmen, es sei denn, wir lassen sie uns nehmen.

Sein Buch Trotzdem Ja zum Leben sagen ist ein starkes Manifest der Freiheit – in größter Unfreiheit. Sein Appell hätte auch von Paulus kommen können: Zur Freiheit hat uns Christus befreit! (Gal 5,1).

Sei ein fröhlicher Gebetsausharrer

Fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet (Röm 12,12) - darauf kommt es am Ende an. Das Gebet trägt und die Fürbitte wirkt. Hoffe geduldig, dass Gott auf seine Weise auf Bedrängnisse antwortet und wirkt.
Du darfst wissen: Gott hat dir viel Gutes erwiesen und so kannst du beten: „... Lass mich auch das Schwere aus Deiner Hand annehmen. Du wirst mir nicht mehr auferlegen, als ich tragen kann. Du lässt Deinen Kindern alle Dinge zum Besten dienen.“ (Dietrich Bonhoeffer)

Der Autor ist Leiter der Kommunität Offensive Junger Christen. Sein Beitrag ist deren Publikation OJC- Salzkorn 1/19 entnommen

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