05 August 2018, 09:00
Sankt Maron für Liturgie und Pilger wiedereröffnet
 
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Im Libanon ist das historische und bedeutsame Felsenkloster vom maronitischen Bischof Hanna Rahmé OLM feierlich wieder geöffnet worden

Baalbek (kath.net/ Fides)
Das Felsenkloster Sankt Maron, ein Ort der für die maronitischen Christen lieb gewonnene historische und spirituelle Erinnerungen birgt, wurde nach jahrhundertelanger Verwahrlosung wiedereröffnet für Liturgiefeiern, Andachten und Wallfahrten. Am Dienstag, 31.Juli, dem Tag „der Studenten von Sankt Maron“ fand dort eine eucharistische Liturgiefeier unter dem Vorsitz des maronitischen Bischofs von Baalbek- Deir el Ahmar, Hanna Rahmé OLM, statt. An der Messe nahmen auch einige Politiker sowie eine ansehnliche Abordnung des Libanesischen Maroniten-Ordens teil.

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Das im Nord-Osten, nicht weit von der syrischen Grenze und der Quelle des Oronte-Flusses liegende Felsenkloster ist Teil des Erinnerungsschatzes und der Orte, die mit dem christlichen Abenteuer des heiligen Maron zusammenhängen. Der heilige Maron lebte zwischen dem IV. und V. Jh. Er gilt als der Vater der monastisch-spirituellen Kongregation, auf die die Entstehung der maronitischen Kirche zurückgeht. Bereits im V.Jh. waren dieselben Grotten von den ersten Schülern des heiligen Maron bewohnt. Die Wiedereröffnung des Ortes für Liturgie und Andacht wird von zahlreichen Christen dankbar erlebt. Es ist eine freudige Nachricht, dass ein der christlichen Erinnerung so lieber Ort aus Vergessenheit und Verwahrlosung geholt wurde; Grund dafür waren auch die Rechtsstreite um die Eigentumsfrage des Gebietes, auf dem sich die Klosterhöhle befindet.

„Es ist uns gelungen dieses Kloster nach dem Betrug in den Dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts wieder zu bekommen, bei dem es um die Gegend geht, auf der das Kloster steht“, sagte Bischof Hanna während der Homilie; „jetzt wollen wir diesen heiligen Ort mit unseren christlichen und muslimischen Brüdern teilen. Vielleicht wurde der erste maronitische Patriarch hier gewählt. Wer immer hierher kommt, spürt die Gegenwart Gottes.“ Der Bischof von Baalbek – erfährt Fides aus maronitischen Quellen – hat auch angekündigt, dass im Felsenkloster wenigstens einmal am Tag die Messe gelesen werde.

Die Möglichkeit jetzt wieder Zugang zu diesem Ort zu haben, macht der langen Zeit der Verwahrlosung ein Ende. Nachdem die Mönche in ottomanischer Zeit den Ort verlassen hatten, war er Jahrhunderte lang vergessen und der atmosphärischen Unbill ausgesetzt. In den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts war er dann Gegenstand des Streites zwischen der maronitischen Diözese von Baalbek-Deir el Ahmar und einigen einflussreichen, muslimischen Familien der Gegend, die die Diözese beschuldigten, das ihnen gehörende Klostergelände 1923 usurpiert zu haben, und sie gezwungen wurden nach Syrien, damals unter französischem Mandat, abzuwandern. In einem weiteren, jüngeren Rechtsstreit standen sich die Diözese Baalbek-Deir el Ahmar und das libanesische Ministerium für Wasser-und Energiequellen gegenüber; eine Einigung erfolgte, als die Regierung mit der Diözese die Möglichkeit der Wiederherstellung des Klosters und der Öffnung der Grotten vereinbart hatte.

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