14 Juli 2018, 12:00
Anglikanisch-katholische Erklärung ortet Spielräume in Ortskirche
 
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Beispielsweise könne bei den Anglikanern auf lokaler Ebene entschieden werden, ob die Eucharistie mit anderen Kirchen geteilt werde. Bei Katholiken entscheidet der Vatikan, da dies die Weltkirche betrifft.

Vatikanstadt (kath.net/KAP) Die Internationale Anglikanisch-Katholische Kommission (ARCIC) hat eine Erklärung über die Kirche als lokale und universale Gemeinschaft veröffentlicht. Der Text "Walking Together on the Way: Learning to be Church - Local, Regional, Universal" wurde bereits bei einer Tagung im Mai 2017 in Erfurt verabschiedet, wie der amerikanische "National Catholic Reporter" (NCR) berichtete. In dem Dokument geht es um die gemeinsamen theologischen Prinzipien beider Kirchen, um die unterschiedlichen Strukturen der Entscheidungsfindung sowie Möglichkeiten, voneinander zu lernen. Das knapp 70-seitige Dokument ist die erste Erklärung der Kommission seit 2005. Als nächstes soll es um die Frage gehen, wie die beiden Kirchen zu einer gemeinsamen Beurteilung ethischer Lehrfragen kommen können.

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Das jetzt veröffentlichte Dokument sei als Basis der Diskussion gedacht und nicht als verbindliche Erklärung der Kirchen. Unter anderem fragt es, wie die katholische Kirche nach dem Vorbild der Anglikaner lokale Kirchenvertreter in die Lage versetzen kann, auch unabhängiger von Rom zu handeln sowie Laien stärker bei Entscheidungen einbeziehen kann.

So könne beispielsweise in der anglikanischen Kirche auf lokaler Ebene entschieden werden, ob die Eucharistie mit anderen Kirchen geteilt werden kann. Dagegen seien bei den Katholiken solche Beschlüsse Rom vorbehalten, um sie für die Weltkirche zu treffen. Dieser Unterschied treffe den Kern einer Differenz zwischen den beiden Traditionen, heißt es.

Als weiterer Unterschied wird die Frauenordination genannt, die Papst Johannes Paul II. 1994 endgültig für nicht möglich erklärt habe. Ebenso geht es um Befugnisse der Päpste in den letzten Jahrzehnten.

Die anglikanischen Mitglieder ihrerseits loben das "Bekenntnis zur Einheit" innerhalb der katholischen Kirche. Sie schlagen vor, die katholische Praxis eines gemeinsamen Heiligenkalenders zu übernehmen sowie einen weltweiten Katechismus und ein einheitliches Kirchenrecht zu entwickeln. Lob gibt es auch für die katholischen Bischofssynoden von 2014 und 2015 zu Fragen des Familienlebens sowie das Apostolische Schreiben "Amoris laetitia" (2016) von Papst Franziskus.

Die Dialog-Kommission ARCIC begann nach dem historischen Treffen 1966 zwischen Papst Paul VI. und dem anglikanischen Erzbischof von Canterbury, Michael Ramsey, ihre Arbeit.

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