Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Die Alte Messe braucht die Piusbruderschaft nicht
  2. ZDF hasst Katholiken
  3. Eduard Habsburg: Alte Messe ist ‚absolute Antithese zur heutigen Welt‘
  4. Erzbistum Washington entlässt Exorzisten wegen Äußerungen zu UFOs und Dämonen
  5. Kurienerzbischof Pozzo: „Die beiden Formen des Römischen Ritus nicht gegeneinander ausspielen“
  6. Bischof Algermissen: kfd-Positionspapier zu § 218 StGB ist nicht katholisch
  7. Das Beichtgeheimnis: Festgeschrieben für die Ewigkeit?
  8. Kardinal Woelki: In der Eucharistie schenkt sich Christus selbst
  9. Moskauer Patriarch Kyrill könnte auf EU-Sanktionsliste kommen
  10. Besorgniserregende antidemokratische und gewaltaffine Haltungen bei jungen Muslimen
  11. Die Menschenwürde hat keinen Reisepass
  12. ‚Jedes Knie soll sich beugen‘: Erzbischof Fisher ruft zum Knien vor der Eucharistie auf
  13. ‚Das Christentum ist in Deutschland inzwischen fast so bedroht wie das Auerhuhn‘
  14. Voodoo-inspirierte Installationen in Kirchen? „Wie konnte das Erzbistum Paris so etwas genehmigen?“
  15. Papst: „Ich bin zutiefst berührt, dass Sie darüber sprechen können“

Fakenews über einen christlichen Gottesdienst in Dresdner Kirche

13. April 2018 in Deutschland, 8 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Nur so wenig ist nötig, um Hasspostings im Internet nach sich zu ziehen: Orientalische Gesänge in einer Kirche, farbige Menschen in fremdartigen Gewändern, Frauen mit verhüllten Haaren. Von Petra Lorleberg


Dresden (kath.net/pl) Die Gesänge klangen orientalisch, die Menschen waren farbig und trugen fremdartige Gewänder, die Frauen hatten ihre Haare verhüllt, im Eingangsbereich standen einige ausgezogene Schuhe, die Menschen wollten sich nicht filmen lassen – also mussten dies Muslime sein. So unglaublich platt kam die Logik daher, die im Ostergottesdienst eritreischer Christen eine muslimische Gebetsveranstaltung in einer Dresdner Kirche erkennen wollte. Ein entsprechendes Video war schnell via Smartphone erstellt und mit unguten politischen Absichten vielfach in den sozialen Netzwerken geteilt worden. Beispielsweise fand sich auf einer Facebookseite unter dem Namen des ehemaligen Bautzner NPD-Kreischefs Marco Wruck ein Mitschnitt des Gottesdienstes, wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete, versehen mit dem Kommentar: „Unglaublich! Islamische Gebete in der Lutherkirche Dresden“. Youtube hat das Video zu Recht inzwischen entfernt, weil es sich um Hassrede handelt. Auf Facebook kursiert es allerdings derzeit noch weiter.


Eckehard Möller, Pfarrer der Dresdner Martin Luther Gemeinde, äußerte sich gegenüber dem Kölner „Domradio“ „total perplex“ über den Vorgang. Zwar konnte er noch nachvollziehen, dass man das verwechseln könne, „wenn man das nicht kennt, wie ein eritreischer Gottesdienst abläuft – die Sprache ist fremd, die Kultur ist fremd, die Gesänge sind fremd“. Doch wies er darauf hin, dass er in diesem Fall „entweder Dummheit oder auch ein bisschen kriminelle Energie dahinter“ vermute. Denn „im Eingang der Kirche steht ein großes Schild, wo draufsteht: ,Zur Zeit feiern eritreisch-orthodoxe Christen in unserer Kirche Gottesdienst. Sie sind herzlich dazu eingeladen.'“ Das habe doch jeder lesen können.

Gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ erläuterte Möller, dass die aus Eritrea geflüchteten Christen schon seit dem vergangenen Jahr Gastrecht in seiner Gemeinde genießen und die eritreische Gemeinde wöchentlich zu Gottesdiensten einlade.

Die Martin Luther Kirche in Dresden wurde zur Gründerzeit gebaut und hat trotz der starken Zerstörung von Dresden den II. Weltkrieg weitgehend unbeschädigt überstanden. Heute wird die Kirche neben ihrer Funktion als Gemeindekirche u.a. auch gern zur Aufführung hochwertiger Musik genutzt, der Dresdner Bachchor hat in der Martin Luther Gemeinde seine kirchliche Heimat.

Eritreische Christen gehören meist der Eritreisch-Orthodoxen Kirche an, die sich im Kontakt mit der koptischen Kirche entwickelt hatte. Es handelt sich somit um eine Untergemeinschaft eines ausgesprochen alten Zweiges der Christenheit. Diese Christen feiern ihr Osterfest etwas später als die evangelischen und katholischen Christen.

Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsen hat juristische Konsequenzen geprüft, werde aber zunächst keine rechtlichen Schritte einleiten, berichtete „evangelisch.de“, das Internetportal der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Foto oben: Symbolbild


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Gesellschaft

  1. Bundesland Brandenburg plant Neutralitätsgesetz für Justiz: Kein Kopftuch, Kippa, Kreuz
  2. Warum Kirchen jetzt Frieden, Recht und Wahrheit verteidigen müssen
  3. Botox? – Die unsichtbaren tragischen Folgen des Jugendwahns
  4. Slowakei: Kirchen bitten gemeinsam um Vergebung für Verfehlungen
  5. Zwischen Wölfen und Brüdern
  6. „Alte Fragen, überraschende Antworten“
  7. Mike Johnson: Westen muss sich wieder auf christliche Werte besinnen
  8. Unschuldig angeklagt und verurteilt
  9. Scott Hahn: ‚Mit Kompromissen gewinnen wir nicht’
  10. Verkauf eines Feminismus-kritischen Buchs auf Facebook und Instagram gesperrt






Top-15

meist-gelesen

  1. SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - ANMELDUNG nur noch bis 22. JUNI!!!
  2. ZDF hasst Katholiken
  3. Das Beichtgeheimnis: Festgeschrieben für die Ewigkeit?
  4. "Gesegneten Frohnleichnahm" - eine CSU-Blamage zu Fronleichnam
  5. Die Alte Messe braucht die Piusbruderschaft nicht
  6. Erzbistum Washington entlässt Exorzisten wegen Äußerungen zu UFOs und Dämonen
  7. Östereichische Bischofskonferenz: Lackner bleibt Vorsitzender, Scheuer wieder Vize
  8. Kardinal Woelki: In der Eucharistie schenkt sich Christus selbst
  9. Polen: Fußballer Bartosz Sobczyk gab seine Karriere auf, um Priester zu werden
  10. Aus der Liebe geboren, zur Einheit berufen - Ein Leib, ein Geist, eine Sendung
  11. Papst: „Ich bin zutiefst berührt, dass Sie darüber sprechen können“
  12. Eduard Habsburg: Alte Messe ist ‚absolute Antithese zur heutigen Welt‘
  13. Das Maß vor dem Gesetz. Würde, Recht und die Grenzen der Macht
  14. Neuer Trend in den USA: Abkehr von nüchternen Kircheninnenräumen
  15. Kurienerzbischof Pozzo: „Die beiden Formen des Römischen Ritus nicht gegeneinander ausspielen“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz