Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Piusbruderschaft kritisiert ‚Doppelmoral‘ nach Verweigerung des Zutritts zur Basilika in Assisi
  2. Eine „Erzbischöfin“ stürzt die Anglikanische Kirche ins Chaos
  3. Dann sollen sie doch in die Hölle gehen
  4. Tantum ergo Sacramentum
  5. Kardinal Burke: Sexuelle Unmoral heute erinnert an Sodom und Gomorrha
  6. Kardinal Müller: „Muslime respektieren kein schwaches Christentum, das sich des Kreuzes schämt“
  7. Eine vergiftete Unterstützungserklärung
  8. Während Messfeier mit Erstklässlern: Bengalisches Feuer in katholische Kirche geworfen
  9. 'Gott, hilf mir. Jesus, hilf mir. Seid ihr Jungs bereit? Let’s Roll'
  10. Was Charlie Kirk Friedrich Merz antworten würde
  11. ‚Das Exil von Pater Edmund‘
  12. Nigeria: Bischöfe schlagen nach erneuten Massakern Alarm
  13. Katholische Cityseelsorge St. Gallen Mitveranstalter von ‚Drag-Show‘
  14. Spannungen hinter den Kulissen: Papst lehnt gemeinsamen Auftritt mit Macron in Notre-Dame ab!
  15. Niederlande: Ein zweijähriges Kind wurde durch Euthanasie getötet

Fakenews über einen christlichen Gottesdienst in Dresdner Kirche

13. April 2018 in Deutschland, 8 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Nur so wenig ist nötig, um Hasspostings im Internet nach sich zu ziehen: Orientalische Gesänge in einer Kirche, farbige Menschen in fremdartigen Gewändern, Frauen mit verhüllten Haaren. Von Petra Lorleberg


Dresden (kath.net/pl) Die Gesänge klangen orientalisch, die Menschen waren farbig und trugen fremdartige Gewänder, die Frauen hatten ihre Haare verhüllt, im Eingangsbereich standen einige ausgezogene Schuhe, die Menschen wollten sich nicht filmen lassen – also mussten dies Muslime sein. So unglaublich platt kam die Logik daher, die im Ostergottesdienst eritreischer Christen eine muslimische Gebetsveranstaltung in einer Dresdner Kirche erkennen wollte. Ein entsprechendes Video war schnell via Smartphone erstellt und mit unguten politischen Absichten vielfach in den sozialen Netzwerken geteilt worden. Beispielsweise fand sich auf einer Facebookseite unter dem Namen des ehemaligen Bautzner NPD-Kreischefs Marco Wruck ein Mitschnitt des Gottesdienstes, wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete, versehen mit dem Kommentar: „Unglaublich! Islamische Gebete in der Lutherkirche Dresden“. Youtube hat das Video zu Recht inzwischen entfernt, weil es sich um Hassrede handelt. Auf Facebook kursiert es allerdings derzeit noch weiter.


Eckehard Möller, Pfarrer der Dresdner Martin Luther Gemeinde, äußerte sich gegenüber dem Kölner „Domradio“ „total perplex“ über den Vorgang. Zwar konnte er noch nachvollziehen, dass man das verwechseln könne, „wenn man das nicht kennt, wie ein eritreischer Gottesdienst abläuft – die Sprache ist fremd, die Kultur ist fremd, die Gesänge sind fremd“. Doch wies er darauf hin, dass er in diesem Fall „entweder Dummheit oder auch ein bisschen kriminelle Energie dahinter“ vermute. Denn „im Eingang der Kirche steht ein großes Schild, wo draufsteht: ,Zur Zeit feiern eritreisch-orthodoxe Christen in unserer Kirche Gottesdienst. Sie sind herzlich dazu eingeladen.'“ Das habe doch jeder lesen können.

Gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ erläuterte Möller, dass die aus Eritrea geflüchteten Christen schon seit dem vergangenen Jahr Gastrecht in seiner Gemeinde genießen und die eritreische Gemeinde wöchentlich zu Gottesdiensten einlade.

Die Martin Luther Kirche in Dresden wurde zur Gründerzeit gebaut und hat trotz der starken Zerstörung von Dresden den II. Weltkrieg weitgehend unbeschädigt überstanden. Heute wird die Kirche neben ihrer Funktion als Gemeindekirche u.a. auch gern zur Aufführung hochwertiger Musik genutzt, der Dresdner Bachchor hat in der Martin Luther Gemeinde seine kirchliche Heimat.

Eritreische Christen gehören meist der Eritreisch-Orthodoxen Kirche an, die sich im Kontakt mit der koptischen Kirche entwickelt hatte. Es handelt sich somit um eine Untergemeinschaft eines ausgesprochen alten Zweiges der Christenheit. Diese Christen feiern ihr Osterfest etwas später als die evangelischen und katholischen Christen.

Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsen hat juristische Konsequenzen geprüft, werde aber zunächst keine rechtlichen Schritte einleiten, berichtete „evangelisch.de“, das Internetportal der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Foto oben: Symbolbild


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Gesellschaft

  1. Bundesland Brandenburg plant Neutralitätsgesetz für Justiz: Kein Kopftuch, Kippa, Kreuz
  2. Warum Kirchen jetzt Frieden, Recht und Wahrheit verteidigen müssen
  3. Botox? – Die unsichtbaren tragischen Folgen des Jugendwahns
  4. Slowakei: Kirchen bitten gemeinsam um Vergebung für Verfehlungen
  5. Zwischen Wölfen und Brüdern
  6. „Alte Fragen, überraschende Antworten“
  7. Mike Johnson: Westen muss sich wieder auf christliche Werte besinnen
  8. Unschuldig angeklagt und verurteilt
  9. Scott Hahn: ‚Mit Kompromissen gewinnen wir nicht’
  10. Verkauf eines Feminismus-kritischen Buchs auf Facebook und Instagram gesperrt







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Robert Bellarmin SJ – De gemitu columbae
  3. DJ "Padre Guilherme" begeistert in Mörbisch 5.000 Jugendliche
  4. Dann sollen sie doch in die Hölle gehen
  5. Präsident der Akademie für das Leben meint: Unvollkommenes Euthanasiegesetz unterstützen
  6. Papst-Tipps an neue Bischöfe: Namen Kennen, Zuhören und Hausbesuche
  7. „Selbst wenn ein paar Omas dazu gedrängt werden – ist das nicht ein Preis, den man zahlen kann?“
  8. 'Gott, hilf mir. Jesus, hilf mir. Seid ihr Jungs bereit? Let’s Roll'
  9. Nigeria: Bischöfe schlagen nach erneuten Massakern Alarm
  10. Erzbischof von Westminster: „Wir beten für eine Neuevangelisierung Englands“
  11. Benedikt XVI. zum Fest Kreuzerhöhung: „Ein unlösliches Band zwischen Kreuz und Auferstehung“
  12. Vergebung kennt keine Grenze
  13. Papst gewährt Mexiko "Heiliges Jahr" zum Guadalupe-Jubiläum
  14. Tausende Teilnehmer bei Pro-Life-Kundgebungen in Berlin, Köln und Zürich
  15. Hofer: Mit Franziskus gegen "angepasstes Kulturchristentum"

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz